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Falkensee Mörderische Lesung in der Stadtbibliothek
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10:58 09.11.2018
Patricia Holland Moritz mit ihrem Roman „Mordzeitlose“. Quelle: Carsten Scheibe
Falkensee

Die Frau hat ein Faible für die Botanik, die für sie nicht nur die Lehre vom Tierfutter ist. Margrit Kunkel ist in einer brandenburgischen Gärtnerei aufgewachsen, reist für ihr Studium der Pflanzen um die ganze Welt und übernimmt schließlich in Berlin die Leitung der Holländischen Gartenakademie. Als sie im Kakteenhaus eine menschliche Hand findet, ruft sie nicht die Polizei. Zu viele ungeklärte Todesfälle sind bereits in ihrer Nähe passiert – und die Polizei hat bereits einen Ermittler auf sie angesetzt. Also muss sie dem Rätsel der Hand aus eigener Kraft nachspüren.

Patricia Holland Moritz, die in Berlin-Lichtenberg wohnt, aus Chemnitz stammt, bereits vier Romane verfasst hat und als zweiten Fulltime-Job den Verlag Allegria leitet, hat ihr Publikum mit der geschilderten Einleitung sofort am Haken.

45 Krimi-Interessierte waren dabei

Etwa 45 Personen waren Donnerstagabend in die Falkenseer Stadtbibliothek gekommen, um sich eine Portion Mord und Totschlag abzuholen. Wenn auch nur im literarischen Sinne. Die Autorin las aus ihrem Roman „Mordzeitlose“, der im Gmeiner-Verlag erschienen ist. Die Handlung spielt im botanischen Umfeld – dem Milieu der Triebhaftigkeit, wie Patricia Holland Moritz andeutet.

Die Lesung war Teil des neunten Krimimarathons Berlin-Brandenburg. Die Falkenseer Stadtbibliothek beteiligt sich bereits zum vierten Mal an der mörderischen Lesung. Leiterin Christiane Radon: „Wir durften uns aus einem Pool regionaler Autoren jemanden aussuchen, der bei uns liest, und haben uns für Frau Moritz entschieden.“

Sie liebt den direkten Kontakt zum Leser

Die versierte Autorin hatte genau die richtigen Stellen aus ihrem Roman ausgewählt, um das Publikum ganz allmählich mit den Charakteren des Buchs vertraut zu machen. Ein echter Cliffhanger beendete die Lesung: Nicht wenige Besucher nutzten anschließend die Gelegenheit, um sich am Stand der Falkenseer „Leseratte“ den Roman zu kaufen und ihn sich von der Autorin signieren zu lassen. „An einer Lesung schätze ich den direkten Kontakt zum Leser. Hier bekomme ich sofort ein Feedback, wie meine Zeilen ankommen. Ich spüre, ob der Text funktioniert oder nicht. Außerdem ist man dann immer auch eine Autorin zum Anfassen und macht Werbung in eigener Sache“, so Patricia Holland Moritz .

Sie möchte keine klassischen Whodunits schreiben: „Mich interessiert die Psyche des Täters. Dann beschäftige ich mich auch gern mit den Opfern, die oft vernachlässigt werden: Was macht die Tat eigentlich mit ihnen, ist die Frage?“

Zwei Jahre Zeit für ein Buch

Nach der Lesung konnten die Gäste aus dem Publikum ihre Fragen stellen. Wie lange denn die Autorin für ein Buch benötigt, wollte jemand wissen. Patricia Holland Moritz: „Ein Jahr recherchiere ich und bereite alles vor, ein Jahr dauert es dann noch, bis ich das fertige Buch beim Verlag abgebe.“Ein Berliner Magazin habe ihr mal die innovativste Mordmethode attestiert. Ein Mann, der auf einem Eisblock sitzt, erhängt sich, indem das Eis ganz langsam schmilzt, erzählte sie

Der Krimimarathon geht an verschiedensten Orten noch bis zum 18. November weiter.

Von Carsten Scheine

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