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Falkensee Malergruppe stellt gemeinsam im Kunstkontor aus
Lokales Havelland Falkensee Malergruppe stellt gemeinsam im Kunstkontor aus
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15:51 06.07.2018
Vanessa von Wendt legt ihre Motive auf dunklen Grund. Quelle: Marlies Schnaibel
Falkensee/Potsdam

Farblich war es Verführung und Wagnis zugleich: Galeristin Friederike Sehmsdorf vereint zehn Künstlerinnen und Künstler unter dem Titel „Die Farbe Rot“ in einer Ausstellung. Soviel Rot nebeneinander – und doch können die Werke ihre Selbstständigkeit behalten, erdrücken sich nicht und bescheren den Besuchern der Potsdamer Galerie Kunstkontor einen rauschhaften Bildergenuss.

Dazu tragen gleich drei Künstler aus dem Havelland bei: Vanessa von Wendt, Gudrun Brüne und Hermann Lüddecke.

Die Potsdamer Galerie Kunstkontor zeigt Kunst unter dem Thema „Rot“.

Der Falkenseer Maler Hermann Lüddecke, dem die Galeristin seit vielen Jahren verbunden ist, stellt sich mit zwei seiner großformatigen Bildern vor: mit „Bacchus“ und „Frau Venus“. In der erotisch aufgeladenen Malerei des Falkenseers fehlt die Farbe Rot nie. Nicht immer ist sie so vordergründig eingesetzt wie bei „Frau Venus“, deren Arbeitskleidung aus latexroter Korsage, mit weinroten halterlosen Strümpfen und roten Pumps einen optischen Angriff auf den Betrachter startet. Diese Frau scheint sich alles zu nehmen, was sie sich nehmen will, wirkt nicht als Objekt, sondern als Subjekt des Geschehens. Mit dieser Selbstsicherheit mischt sie die verschiedenen Rottöne, die sonst vielleicht so gar nicht zusammen gepasst hätten. Also Hermann Lüddecke mischt sie, dekliniert gewissermaßen die Farbe Rot.

Brillant gemalt

Mit seinen brillant gemalten Bildern begeistert Lüddecke seit Jahren die Damenwelt, Männer unter den Betrachtern reagieren schon mal eher leicht irritiert. Der 80-jährige Maler hat seinen Spaß dran und hört nicht auf, sein starkes und schönes Frauenbild auf die Leinwand zu bringen. Ohne ein bisschen Rot geht es dabei nie auf der Leinwand zu.

Als Zeichen des Schönen

Rot hat es bekanntlich in sich, keine Farbe beschäftigt den Menschen so stark. Nicht nur als Farbe der Erotik, wie Lüddecke sie gern einsetzt. Rot ist Liebe, Zuwendung, Leben, Hingabe, Aggression, Gefahr, Macht. Und das in ganz vielen Bereichen. „Aber Rot als Zeichen für das Schöne, das ist die populärste Verwendung“, sagte Friederike Sehmsdorf.

Kein Wunder also, dass rote Blumen in der aktuellen Ausstellung nicht fehlen. Die 33-jährige Falkenseer Malerin Vanessa von Wendt stellt sich mit feinsinnigen Arbeiten vor, setzt Blumen auf schwarzen Grund, lässt sie scheinbar schweben und verzichtet auf ein Oben und Unten. Das Wort Blumenmeer erhält hier eine eigene, originäre Bedeutung.

Feinsinniges neben Üppigem

Vanessa von Wendt, die in Düsseldorf Malerei studierte, die Meisterschülerin bei Markus Lüpertz war, die seit 2012 in Falkensee lebt, ist das erste Mal in der Galerie Kunstkontor vertreten. Ihre mittelformatigen Arbeiten wissen neben den großen Blumenstücken von Anna Vonnemann, die in barocker Üppigkeit schwelgen, zu bestehen. Nicht immer ist so viel Rot in den Bildern wie bei denen der Blumenexpertin Anna Vonnemann.

Rote Zora, Selbst in Rot, Rote Zwiebeln auf Blau – schon die Titel der Bilder verraten einiges vom Umgang mit dem Roten. Aber manchmal ist es eben auch nur ein kleines ironisches Zitat, etwa im Bild von dem Maler Nicolaus, der in seinem „Milieuschutzgebiet (Punx Palace)“ ein Berliner Stadtbild festhält, wie eine Persiflage auf die aktuelle politische Situation weht eine kleine rote Fahne auf dem Dach.

Milder Traum am Nachmittag

Wie eine apart-ironische Spielerei mutet das rote Herz zu Füßen der feinen Bronzefigur von Susanne Kraißler an. In seiner aggressivsten Form setzt die im havelländischen Strodehne lebende Malerin Gudrun Brüne das Farbthema der Ausstellung um. Ihr „Teufel“ scheint vor boshafter Kraft fast zu bersten. 1997 war das Bild entstanden, wenig später entstand das Bild „Traum am Nachmittag“ – ein feiner, schlafender Akt auf mildem Rot.

Mythos Rot

Die Ausstellung „Die Farbe Rot“ enthält Malerei, Grafik und Skulpturen von Künstlern aus Berlin und Brandenburg: von Gudrun Brüne, Caroline von Bodecker, Susanne Kraißler, Hermann Lüddecke, Bettina Moras, Peer Oliver Nau, Gisela Neuenhahn, Nicolaus, Anna Vonnemann und Vanessa von Wendt.

Gezeigt wird die Gruppenausstellung in er Galerie Kunstkontor, Bertinistraße 1A in Potsdam bis zum 1. September. Geöffnet ist dienstags und mittwochs von 15 bis 19 Uhr, donnerstags von 15 bis 20 Uhr, samstags von 13 bis 18 Uhr.

Die Galerie wurde von der Kunstwissenschaftlerin Friederike Sehmsdorf 2004 in der Elbeallee von Falkensee gegründet, nach acht Ausstellungen zog die Galerie nach Potsdam. Dort hat sie sich als Forum für zeitlose Kunst etabliert.

Rot als Farbe mit dem größten Mythos – dem wird diese Gruppenausstellung auf wunderbare Weise gerecht.

Von Marlies Schnaibel

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