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Falkensee Als die Holländer kamen
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00:19 07.11.2018
Der Falkenseer Hans-Ulrich Rhinow beim Treffen der Ortschronisten im Falkenseer Museum. Quelle: Fotos: Vivien Tharun (2)
Falkensee

Die Geschichte der Holländer im Havelland wird überschätzt, sagt Matthias Asche, der an der Universität Potsdam die Professur für Allgemeine Geschichte der Frühen Neuzeit hat. Im Heimatmuseum Falkensee spricht er am vergangenen Sonnabend über den Einfluss, den Fachkräfte aus den Niederlanden nach dem Dreißigjährigen Krieg im Havelland und der Mark Brandenburg hatten. Asche referiert zu diesem Thema vor dem Arbeitskreis der Ortschronisten des Osthavellands und einigen Interessierten.

Suchtbare Einflüsse

Mit Hilfe des Vorsitzenden der Brandenburgischen Historischen Kommission, Klaus Neitmann, hat der Arbeitskreis der Ortschronisten Asche als Referenten gewinnen können. Für seine Habilitation von 2003 an der Universität Tübingen hatte er sich ausgiebig mit dem Thema befasst. Obwohl viele niederländische Facharbeiter nur kurz blieben, sind ihre Einflüsse noch heute sichtbar.

Spuren des Kurfürsten

„Im 17. Jahrhundert wurden Künstler und Baumeister aus stark besiedelten Gegenden in die vom Krieg zerstörten Gebiete geholt“, sagt Asche. Eines der vom Dreißigjährigen Krieg beeinflussten Gebiete war das Havelland. Kurfürst Friedrich Wilhelm und seine Ehefrau Luise Henriette von Oranien waren Befürworter und Förderer dieses Zuzugs.

Der Dreißigjährige Krieg dauerte von 1618 bis 1648 an. Viele der zum Aufbau der zerstörten Regionen angesiedelten Niederländer waren bereits 1655 wieder abgewandert. Der aus dem Geschlecht der Hohenzollern stammende Kurfürst Friedrich Wilhelm hatte 1646 die niederländische Luise Henriette von Oranien geheiratet, weswegen Verbindungen in die Niederlade entstanden. Unter anderem wurde darum das Jagdschloss im damaligen Amt Bötzow im holländischen Stil umgebaut. Heute ist dieses Schloss als Schloss Oranienburg bekannt und aus Bötzow wurde damals Oranienburg.

Privilegien für Neuansiedlung

Mit niederländischem Fachwissen sollte das Havelland und Oberhavel weiter trockengelegt und aufgebaut werden. Dämme und Windmühlen nach „holländischer Art“ wurden errichtet. Lange blieben die Niederländer nicht, denn der Unmut in der Bevölkerung war groß: „Die Einwanderer hatten Privilegien, die die Havelländer Bauern nicht hatten“, sagte Asche.

Dazu gehörte zum Beispiel Steuerfreiheit für mehrere Jahre und eine Erbpacht, also das gepachtete Ländereien an Familienmitglieder weitergegeben werden konnten. Außerdem hatten dien Niederländer Ausreisefreiheit und durften jeder Zeit wieder gehen.

Dieses Glück hatten die ansässigen Bauern nicht, so Asche. Die Bauern waren im Grunde Leibeigene, die an ihren Wohnort gesetzlich gebunden waren. Diese Bevorzugung und die eigene Religion, die die Niederländer hatten (sie waren Calvinisten), führte zur Empörung in den lutherischen Gemeinden der Gegend. „Es gab Kanzelpredigen gezielt gegen die Immigranten“, sagt Asche.

Einfluss der Schweizer

Der Einfluss der Niederländer im Havelland sei zwar sichtbar, doch war zeitlich sehr begrenzt, sagt Asche. Beständiger sei der Einfluss der Schweizer Einwanderer gewesen, die zwar weniger Privilegien als die Holländer hatten, dafür aber dauerhaft blieben.

Der Falkenseer Ortschronist nutzte das Treffen am Sonnabend auch, um eine Veränderung im Arbeitskreis zu verkünden. Er tritt von seiner Leitungsposition des Arbeitskreises der Ortschronisten Osthavelland zurück. Als Grund nannte er sein Alter - er ist nun 87 Jahre alt. Sein Amt übernimmt die Historikerin Ines Oberling aus Falkensee, die sich unter anderem auch in der „Vorbereitungsgruppe Stolpersteine“ engagiert.

Von Vivien Tharun

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