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Falkensee Radler beklagen deutliche Defizite im Radwegenetz
Lokales Havelland Falkensee Radler beklagen deutliche Defizite im Radwegenetz
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16:10 26.09.2018
Falkenseer Radler diskutierten angeregt über Defizite im Falkenseer Radwegenetz. Quelle: Tanja M. Marotzke
Falkensee

Der kleine Fahrradständer vor dem Falkenseer Restaurant„Kronprinz“ platzte am Dienstagabend aus allen Nähten. Helme wurden abgesetzt, Hosenbeine heruntergekrempelt, denn die Heinrich-Böll-Stiftung hatte zum Thema „fahrradfaire Politik“ in ihren „Grünen Salon“ geladen.

Nachholbedarf ist da

Mehr Stellplätze am Bahnhof, einheitliche Radwege oder überhaupt Radwege– in Falkensee gibt es jede Menge Nachholbedarf in Sachen sicheres Radeln. Allein auf den Verbindungswegen in die umliegenden Gemeinden fehlen mehrere hundert Meter ausgebauter Radweg.

„Nach Schönwalde sind es 450 Meter, nach Brieselang 600 Meter – die werden jetzt gebaut. Der Ausbau Richtung Spandau und Dallgow wird derzeit mit den Nachbarn diskutiert“, sagte Thomas Zylla (CDU), Falkensees Bauamtsleiter und Fahrradbeauftragter.

„Die Defizite im Stadtgebiet sind da, der Ausbau aber oftmals nicht mit dem Beitragsrecht für Anliegerstraßenbau zu vereinen. Ein Radweg ist schön, muss jedoch zu einem hohen Prozentsatz von den Anwohnern getragen werden“, so Zylla weiter. Der Ausbau der Mainzer Straße und Erlenstraße, die komplett mit einem Radweg versehen werden sollten, sei beispielsweise an den hohen Beiträgen gescheitert.

Tempolimit abgelehnt

Entwicklung von Strategien, Diskussionen und lange Planungszeiten verhindern schnelle Lösungen. Dass es manchmal ganz einfach wäre für etwas mehr Sicherheit zu sorgen, weiß Falkenseerin Nicole von Hacht. „Die Haydnallee ist eine lange, schmale Straße, die nicht richtig ausgeleuchtet ist. Autos rasen hier mit Spitzengeschwindigkeiten durch – vorbei an unseren Kindern, die mit dem Rad zur Schule fahren.“ Ein gesonderter Radweg müsse her. Bis es soweit ist, könne ein Tempolimit Abhilfe schaffen, doch die Entscheidung der Verkehrsbehörde fiel dagegen aus. „Es wäre so einfach und kostengünstig und trotzdem tut keiner was. Kein Wunder, dass viele Kinder mit dem Auto bis vors Schultor gebracht werden“, sagte Nicole von Hacht. Und sowieso: Jahrelang habe die Politik Fahrradfahrer vernachlässigt und sich primär um die Bedürfnisse von Autofahrern gekümmert und das nicht nur in der Gartenstadt.

Beschilderung und Kreisverkehr

„Regelwerke zum Thema Straßenverkehr sind durch die Sicht der Windschutzscheibe geschrieben. Fahrradfahrern wird es schwer gemacht, sich an die Regeln zu halten, weil es keine einheitlichen Regeln gibt“, sagte Stefan Overkamp vom ADFC Brandenburg. So auch in der Straße der Einheit: Mal darf man, mal darf man nicht, Gehweg, Straße, Radweg – unübersichtlicher geht es kaum. „Hier werden in Kürze Umbeschilderungen vorgenommen und die Straße der Einheit für den Radverkehr vereinheitlicht“, so Thomas Zylla, der sich für die Entwicklung eines Falkenseer Radverkehrskonzepts aussprach. „Die Konzepterstellung wird vom Land mit 80 Prozent gefördert und auch darüber hinaus gibt es Möglichkeit Fördermittel zu beantragen – für Stellplätze beispielsweise“, so Ines Jesse (SPD), Staatssekretärin im Infrastrukturministerium Brandenburg. „Auf der Nordseite werden 2019 weitere Stellplätze gebaut, 2020 sollen dann auf der Südseite Fahrradboxen installiert werden“, so Zylla. Auch in die Planung für den neuen Kreisverkehr am Bahnhof wurden die Falkenseer Radler einbezogen. Sie sollen künftig gemeinsam mit den Autofahrern die Straße nutzen. Die Radler, die aus dem Fußgängertunnel kommen, sollen sich in den fließenden Verkehr einordnen. Wie lange das jedoch dauern soll, fragte sich nicht nur Lennart Meyer vom Jugendsprecherrat.

Von Laura Sander

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