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Falkensee Musikevent mit Vielfalt und Tiefgang
Lokales Havelland Falkensee Musikevent mit Vielfalt und Tiefgang
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13:22 17.09.2018
Stadtevent mit Nebel: Das Jugendforum Falkensee holte Schülerbands auf die Bühne. Quelle: Carsten Scheibe
Falkensee

In den letzten Jahren lud das Bündnis gegen Rechts stets im September zum sogenannten „Stadtevent“ ein. An mehreren Standorten in Falkensee wurde abends Musik gespielt. Das galt dann zwar als musikalisches Statement gegen Nazis und alles Übel von der rechten Gesinnungsseite. Viele Falkenseer freuten sich aber in allererster Linie über die live gespielte Musik und tingelten ganz unpolitisch von Bühne zu Bühne. Hansjörg Fabritz: „Das endete früher immer zwangsläufig im Schrääg 'rüber und von da aus ging es dann nach Hause.“

Musik zum Zuhören und Nachdenken

 

Heute ist die Situation eine andere. Der Flüchtlingsstrom polarisiert die Nation wie kaum ein anderes Thema der letzten Jahre und radikalisiert zunehmend die Meinungen. Auf einmal bekommt der politische Faktor des Stadtevents wieder mehr Gewicht. Zur Eröffnung der Abendveranstaltung um 18 Uhr vor der alten Stadthalle sagte Mitorganisator Ulf Hoffmeyer-Zlotnik: „In Zeiten wie diesen ist es nötiger denn je, Stellung zu beziehen. Wir haben uns bei der Organisation des 13. Stadtevents ganz bewusst entschieden, nicht gegen etwas zu sein, sondern für etwas einzustehen. Nämlich für Toleranz, Demokratie und Völkerverständigung. Wenn man sieht, was in anderen deutschen Städten passiert, dann ist es schön, dass es in Falkensee ganz anders geht. Darauf kann man stolz sein. Was man aber trotzdem auch in Falkensee wieder häufiger hört, das sind rechte Sprüche. Da muss man gegenhalten.“ 

Nachdenken und Reden über Chemnitz

Das sah auch Bürgermeister Heiko Müller so: „Was in Chemnitz passiert ist, das macht Angst. Ich wurde gefragt, was denn wäre, wenn so etwas in Falkensee geschieht. Ich habe gesagt, wenn es nötig wird, würde Falkensee schnell wieder in Schwung kommen und gemeinsam gegen rechte Tendenzen zusammenstehen.“ 

Musikmix in elf Spielstätten

Während Ulf Hoffmeyer-Zlotnik für fünf Euro Solidaritätsbändchen verteilte, die zum Betreten der elf musikalischen Spielstätten nötig waren, eröffnete Dennis Granzow, Dezernent vom Landkreis Havelland, auch gleich vor Ort noch die interkulturelle Woche des Landkreises: „Es gibt Dinge, für die es sich lohnt, in unserer Zeit einzustehen. Die Zeit ist reif, dass wir uns wieder auf unsere Werte besinnen.“

Percussion zum Auftakt

Nach der Eröffnung des Stadtevents, das von einem Percussion-Projekt der Kant-Schule unter der Leitung von Dietrich Kowalski akustisch begleitet wurde, zerstreuten sich die zu diesem Zeitpunkt gut einhundert Zuschauer und machten sich auf den Weg zu den ersten Musik-Acts. Und da gab es in diesem Jahr so einiges zu sehen und zu hören. In der Kirche Seegefeld kombinierten Djava etwa französische Musik mit arabischem Gesang. In der Stadthalle spielten die Stout Scouts irischen und schottischen Folk auf der kleinen Bühne. Alexis Sorbas brachte im Karyatis griechische Musik zum Klingen und im Bürgerhaus Finkenkrug waren Selva Negra mit einer Mischung aus Flamenco und Latin zu hören.

Jugendforum mit Bandabend

Zwei echte Highlights gab es. In der Galerie Schneeweiß spielten ZWO - deine Wohnzimmerband. Im urgemütlich illuminierten Garten spielten Rob und Flo stimmungsvolle Lieder. Ingo Buchholz sagt als Besucher: „Hier war es so schön, da sind wir gleich hängengeblieben.“ Das zweite Highlight: Das Jugendforum Falkensee hatte einen interschulischen Bandabend organisiert – fast direkt auf der Kreuzung Bahnhof- und Poststraße. Die Autofahrer bekamen so einen unmittelbaren Blick auf rockende Teenager auf einer Trockeneisnebel-umwaberten Bühne. Und einen fetten Bass auf die Ohren noch dazu.  

Musik bis Mitternacht

In den Abendstunden schien ganz Falkensee auf den Beinen. In großen Gruppen schlenderten sie von einem Veranstaltungsort zum anderen. Die Musiker spielten meist eine halbe Stunde lang und machten dann Pause, um sich auf das nächste Publikum vorzubereiten. An einzelnen Orten war bereits gegen 22:30 Uhr Schluss, an anderer Stelle ging es bis Mitternacht weiter.

Von Carsten Scheibe

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