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Falkensee Straßenbahn als Alternative zur S-Bahn
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17:18 26.09.2018
Die erste autonome Straßenbahn der Welt: Ob sie auch mal nach Spandau oder Falkensee fährt, wird diskutiert. Quelle: Rainer Schüler
Falkensee

Hinter dem Schreibtisch von Falkensees Bürgermeister Heiko Müller (SPD) hängt ein Gemälde aus dem Jahre 1961, das eine S-Bahn im Bahnhof Falkensee mit Zielanzeiger Nauen zeigt. Doch bevor wieder eine S-Bahn nach Falkensee kommt, rechnet Marc Oliver Wille von der Bürgerinitiative Schönes Falkensee (BISF) eher mit einer Straßenbahn, die Falkensee erreicht.

Genau das wurde vor Kurzem von einer Spandauer Verkehrsinitiative vorgeschlagen. „Wir haben den Entwurf zum aktuellen Nahverkehrsplan und ÖPNV-Bedarfsplan des Landes Berlin analysiert und festgestellt, dass frühestens 2035 das Projekt S-Bahn realisiert werden könnte, wenn nicht noch später“, erläuterte Wille und glaubt daher: „Wir haben eher eine Straßenbahn als eine S-Bahn in Falkensee.“

Option für Bahngleise in der Spandauer Straße offen halten

Dabei geht die Bürgerinitiative Schönes Falkensee (BISF) davon aus, das Spandau laut Prioritätenliste des Berliner Nahverkehrsplanes in den Jahren 2025 bis 2030 auch wirklich ein Straßenbahn-Netz bekommt. „Wenn die Straßenbahn schon bis zur Stadtgrenze geführt wird, wäre es naheliegend darüber nachzudenken, auch Falkensee über die Spandauer Straße mit der Tram zu erschließen", sagt Wille.

Aus Sicht der Bürgerinitiative schließt sich damit der Kreis zum geplanten Ausbau der Spandauer Straße in Falkensee. Wille: „Wenn man sich die sinnvolle Option offenhalten will, die Straßenbahn perspektivisch von Spandau nach Falkensee weiterzuführen, ist die derzeit vom Landesbetrieb vorgeschlagene Ausbau-Variante geradezu kontraproduktiv.“ Vielmehr, so der BISF-Verkehrsexperte, sollte die Straßenplanung unter Einbeziehung einer möglichen Straßenbahn neu überdacht werden. Die beiden vom „Bürgerbündnis 100 Linden“ vorgeschlagenen Alternativen, so meint er, würden diesbezüglich besser passen.

Bürgermeister Müller setzt auf die S-Bahn

Bürgermeister Heiko Müller bleibt skeptisch. „Straßenbahn wäre dann ein Thema, wenn es in Spandau eine gäbe.“ Auch die von zwei Spandauer Straßenbahn Initiativen errechneten Bauphasen (2025 bis 2030) und die von Wille prognostizierte Zeitachse (bis 2030 fertig), hält Müller nicht für machbar. „Da die Straßenbahn mit neuen Trassen ein neuer Verkehrsträger ist, brauchen wir ein Planfeststellungsverfahren – und das kostet Zeit“, sagt das Stadtoberhaupt und weiß dies aus Erfahrung: „Lasst uns lieber auf Dinge konzentrieren, die machbar sind.“

Müller glaubt dabei, dass der S-Bahn-Express-Plan, den der Berliner S-Bahn-Chef Peter Bucher bereits 2016 ausgearbeitet und in Falkensee vorgestellt hat, noch eine Chance zur Realisierung hat: „Da sind Teile der Infrastruktur bereits vorhanden.“ Bereits vorausschauend neu gebaut oder aus dem Jahre 1961.

Lenkungs-Kommission tagt zweimal im Jahr

Trotzdem glaubt Marc Oliver Wille an die schnelle Realisierung einer Tram-Anbindung. Während die Länder Berlin und Brandenburg auch nächstes Jahr noch zwischen einem dritten Regionalbahngleis und einer S-Bahn Richtung Nauen diskutieren, steht die Straßenbahn in Spandau schon in den Startlöchern. „Ich staune, wie konkret die Planungen schon sind", sagt Wille und sieht noch einen Vorteil: „Der Neubau von Straßenbahnstrecken ist nach der gesetzlichen Grundlage eine Angelegenheit des Landkreises und nicht des Landes. Vielleicht gelingt die Abstimmung hier dann schneller."

Die Lenkungs-Kommission im Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg in Potsdam, die nun das Pendler-Problem mit dem Infrastrukturplan „2030“ in der Arbeitsgruppe Pendler-Korridor Falkensee/Nauen bearbeitet, trifft sich nach Auskunft von Ministeriums-Pressesprecher Steffen Streu zweimal im Jahr. Ob Falkensee eine S-Bahn oder zusätzliche Regionalbahnen bekommt, diese Entscheidung kann also noch dauern. Und jetzt kommt noch die Idee der Straßenbahn für den Falkenseer Raum hinzu.

Von Ulrich Hansbuer

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