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Falkensee Eine Hundefriseurin braucht starke Nerven
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09:45 10.10.2018
In ihrem Salon kümmert sich Ursula Stewin um jedes noch so haarige Problem der vierbeinigen Kunden. Quelle: Tanja M. Marotzke
Falkensee

Erst schneiden, dann waschen und föhnen. Anschließend werden noch die Krallen gekürzt und die Ohren gezupft. Ein Tag im Hundesalon von Ursula Stewin kann für so manchen Vierbeiner ganz schön aufregend sein. „Bei großen Hunden dauert allein das Schneiden manchmal bis zu vier Stunden“, sagt Ursula Stewin vom Falkenseer Hundesalon Piccolino. Seit 15 Jahren arbeitet die 65-Jährige als selbstständige Hundefriseurin. Die MAZ hat ihr anlässlich des Welthundestages am Mittwoch über die Schulter geschaut.

Immer eine Hand am Tier

„Eine Hand ist immer am Hund, mit der anderen kann man arbeiten“, sagt Stewin eine der Grundregeln für einen Hundefriseur. So kann sie den Hund ruhig halten und sich mit der anderen Hand um die Pflege des Fells kümmern. Wenn die Hunde zu aufgedreht sind, greift Ursula Stewin auch mal auf die Leine zurück, die wie an einem kleinen Kran befestigt, über dem Frisiertisch schwebt. Dann hat sie beide Hände zum Arbeiten frei.

Herrchen und Frauchen lenken nur ab

Dabei ist die 65-Jährige am liebsten mit den Tieren alleine. Nicht nur, dass Herrchen oder Frauchen ständig dazwischenreden würden. Sie lenken den Hund auch ab. „Ich versuche immer eine Verbindung zu dem Hund aufzubauen, das gelingt aber nicht, wenn er ständig zu seinem Besitzer schaut“, so Stewin.

Hinzu kommt noch, dass der Vierbeiner dann ständig den Kopf bewegt und eine ordentliche Friseur so nur schwer zu realiseren sei. Für die Hundefriseurin gilt übrigens: Je größer der Hund desto besser. „Je kleiner ein Hund ist, desto filigraner muss man arbeiten, was gar nicht so einfach ist, wenn sich das Tier ständig bewegt.“

Im Laufe der Jahre hat die Hundefriseurin jedoch gelernt auch mit störrischen Vierbeiner umzugehen. „Die wichtigsten Eigenschaften eines Hundefriseurs sind Einfühlungsvermögen, Ruhe und die Liebe zum Tier“, sagt sie.

Labrador ist der Renner

Der Labrador zählt bei den Osthavelländern zu den beliebtesten Hunderassen. Das Umfrage der MAZ unter den Kommunen.

Demnach leben die meisten Hunde in Falkensee. Hier sind 3599 Vierbeiner gemeldet. Auf Platz eins liegt der Mischling (254), gefolgt vom Labrador (141). Der Schäferhund schafft es in Falkensee nur auf den fünften Platz (94).

1774 Hunde gibt es in Nauen. Hier ist der Labrador am beliebtesten. 1200 sind es in Brieselang.

Mit 110 gemeldeten Tieren zählt der Labrador-Retriever in Schönwalde.Glien zu den beliebtesten Hunderassen. Insgesamt sind in der Gemeinde 1254 Hunde gemeldet.

Auch unter den 1000 Dallgower Hunden macht der Labrador das Rennen.

In Wustermark muss sich der Labrador den ersten Platz mit dem Schäferhund teile (jeweils 62 Tiere). Insgesamt sind in der Gemeinde 850 Hunde gemeldet.

Der Schäferhund setzt sich auch in Ketzin durch. Unter den insgesamt 691 Hunden sind 53 Schäferhunde.

Der Schäferhund, samt aller Schäferhundmischlinge, steht auch in Friesack auf Platz eins, hier sind insgesamt 940 Hunde gemeldet.

Die Ruhe würde sich auf den Hund übertragen und das Schneiden ist fast ein Kinderspiel. Aufpassen muss die 65-Jährige aber vor allem an den Ohren. „Wenn man einen Hund schneidet, dann passiert das wahrscheinlich am Ohr“, erzählt Ursula Stewin.

Regelmäßig wird der Laden geflutet

Natürlich läuft auch bei der Falkenseerin nicht immer alles reibungslos. Vor allem, wenn es ans Baden der Vierbeiner geht, wird der Salon regelmäßig unter Wasser gesetzt. „Wenn ein nasser Hund mit langem Fell aus der Wanne springt und sich schüttelt, ist der ganze Salon nass“, sagt Stewin. Aber auch das gehöre einfach zu ihrem Alltag.

Wobei sie noch keinen Hund erlebt habe, der das Baden wirklich genossen habe. „Die Besitzer freuen sich immer, wenn sie ihren Hund in der Wanne sehen und denken er genießt es, aber das ist meist gar nicht so“, sagt sie. Vor allem im Herbst und Winter, wenn Hunde mit langem Fell den Dreck und Modder formlich anziehen, sei eine Felldusche in den meisten Fällen aber unverzichtbar.

Hin und wieder hat Ursula Stewin aber auch Vierbeiner auf dem Tisch, die sich völlig gegen eine Behandlung sträuben. „Die fangen dann schon mal an zu beißen. Dann entscheide ich aber auch, sie nicht zu schneiden, das macht in diesen Fällen keinen Sinn.“

Viele Hundebesitzer informieren sich zu wenig

Als Hundefriseurin hat Ursula Stewin zudem immer die aktuellen Trends im Blick und weiss welche Hunde gerade in Mode sind. „Gerade bei jungen Familien sind Havaneser oder die russische Rasse Bolonka Zwetna beliebt“, so Stewin. Viele Hundebesitzer würden sich im Vorfeld zu wenig über ihre künftigen Mitbewohner informieren, so der Eindruck der Hundefriseurin.

„Viele Kunden kommen mit ihren Havanesern zu mir und wussten überhaupt nicht, dass diese Rasse langes Fell hat, dass auch gepflegt werden muss“, so die Hundefriseurin. „Beim Züchter hatte er doch noch so kurzes Fell“, bekommt sie dann häufig als Antwort zu hören. Einige Rassen, wie die Havaneser, aber auch der Pudel und Malteser, benötigen regelmäßige Fellpflege. „Mit denen müssen sie im Grunde alle acht Wochen zum Friseur oder sie schneiden das Fell selbst“, sagt Ursula Stewin.

Zu ihrer Berufung hat die 65-Jährige übrigens aus einer Not heraus gefunden. „Ich war 52 und arbeitslos. Da habe ich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt“, sagt sie. Heute sind etwa 80 Prozent ihrer Kunden Stammkunden, die ihre Vierbeiner vorbeibringen.

Von Danilo Hafer

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