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Falkensee Verdienstorden für Falkenseerin
Lokales Havelland Falkensee Verdienstorden für Falkenseerin
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07:36 13.06.2018
Dagmar von Kleist in ihrem Garten, für den sie gar nicht so viel Zeit hat, weil sie viele andere Projekte umtreiben. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Falkensee

Wohnen im Alter – darüber haben sich Dagmar von Kleist und ihr Mann schon rechtzeitig Gedanken gemacht. Als die beiden Berliner 1995 nach Falkensee zogen, bauten sie sich ihr Haus mit Blick in die Zukunft. Und das hieß für sie: keine Treppen, kein Keller, kein Dachgeschoss.

Wohnen im Alter – das lässt die heute 75-Jährige auch außerhalb der eigenen vier Wände nicht los. Seit Jahren betreut sie eine gleichnamige Arbeitsgemeinschaft in Falkensee, sucht Ideen und Mitstreiter, bringt Leute zusammen, setzt Projekte in Gang. Und das macht sie so engagiert, dass ihr ehrenamtliches Tun heute in Potsdam mit dem Verdienstorden des Landes Brandenburg gewürdigt wird.

Überrascht von der Nominierung

Fast wird Dagmar von Kleist ein bisschen bange, bei der ganzen Würdigung. Erst gab es den Wilhelm-Wolf-Ehrenamtspreis der CDU Brandenburg, dann war sie gestern zur Ehrenamts-Frühstücksrunde beim Falkenseer Bürgermeister eingeladen, den Bürgerpreis der Stadt erhielt sie schon vor ein paar Jahren. Nun also sogar der Verdienstorden. „Wie kommen die auf mich“, hatte sie sich unsicher gefragt, als sie von der Nominierung erfuhr, „andere machen doch viel mehr als ich.“ Aber gefreut hat sie sich dann doch ganz doll, gesteht sie.

Treppen als Problem

Das Thema mit dem Wohnen im Altern hat sie schon viele Jahrzehnte bewegt. „Viele fangen erst an, sich damit zu beschäftigen, wenn sie von den Problemen überrollt werden“, hat sie schon früher beobachtet. Die gebürtige Berlinerin hatte Medizin studiert, hatte danach in der Orthopädie und in einer Allgemeinmedizinischen Praxis am Berufsförderungswerk, schließlich in einer Klinik gearbeitet. „Da habe ich oft Leute getroffen, die aus dem Krankenhaus entlassen wurden und auf einmal nicht mehr wussten, wie sie in ihrer Wohnung zurechtkommen sollten“, erinnert sie sich. Viele Bäder lagen im Obergeschoss, Treppen konnten die alten Menschen nicht mehr steigen.

Strukturelle Probleme

Das sind strukturelle und gesellschaftliche Probleme, die da gelöst werden müssen. „Und es werden immer mehr Menschen, die das betrifft“, sagt Dagmar von Kleist. Für manche ist das Wort vom „demografischen Wandel“ ein Schreckgespenst geworden. Das kann eine einzelne Frau nicht lösen. Aber die einzelne Frau Dagmar von Kleist hat keine Angst, das Problem anzugehen. Ihr frisches Naturell gibt ihr die Kraft, angstfrei auf jeden zuzugehen und anzusprechen. Politiker, Investoren, Nachbarn – sie holt alle ins Boot. Sie ist Ideenbörse und Netzwerkerin in einem.

„Aber die Dinge brauchen Zeit“, weiß sie, dass es mitunter aber soooo viel Zeit braucht, hat sie nicht gewusst. Seit sieben Jahren kämpft sie um ein Projekt an der Falkenseer Schillerallee, wo barrierearmes und seniorengerechtes Bauen ermöglicht werden soll. Mit der gleichen Energie und Hartnäckigkeit geht sie auch ein anderes Thema an: Sie wirbt nach holländischem Vorbild für ein Demenzdorf. Und auch für die Sorgen mit dem Pflegenotstand hat sie schon eine Idee, für die sie Leute in Falkensee zusammenbringen will.

Freude bei den Literaturladys

Wenig Zeit zum Ausruhen für die Rentnerin, die aber daneben auch Zeit für andere Dinge findet. Als eine der bekannten Falkenseer Literaturladys gestaltet sie unterhaltsame Programm mit. Weihnachten gibt es ein neues.

Von Marlies Schnaibel

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