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Falkenseer Ex-Trainer verteidigt sich

Auf Facebook relativiert der Mann rechte Hetz-Beiträge Falkenseer Ex-Trainer verteidigt sich

Die Ermittlungen des Staatsschutzes gegen den Falkensee Ex-Trainer, der im Netzwerk Facebook rechte Hetzbeiträge geteilt und mit einem Luftgewehr posiert hatte, dauern an. Auf Facebook hat er sich nun zu den Vorwürfen geäußert und seine Beiträge relativiert.

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Ein Fußballtrainer aus Falkensee steht in der Kritik. Er hatte über Monate rechte Beiträge im Internet geteilt.

Quelle: dpa

Falkensee. Die Ermittlungen des Staatsschutzes gegen den Falkensee Ex-Trainer, der im Netzwerk Facebook rechte Hetzbeiträge geteilt und mit einem Luftgewehr posiert hatte, dauern an. Das Bild mit dem Gewehr hatte er, wie berichtet, unter anderem mit „Töte sie gleich alle“ kommentiert. Der Trainer war bei der Frauenspielgemeinschaft Falkensee (FSG), die vom SV Falkensee-Finkenkrug (FF) und Blau-Gelb Falkensee betrieben wird. Gegenüber der MAZ hatte er zwar zugegeben, für die Beiträge verantwortlich zu sein, zum Inhalt wollte sich der Ex-Trainer jedoch nicht äußern.

Ex-Trainer äußert sich zu Vorwürfen

Das hat er nun auf Facebook getan, wo er seine Beiträge relativierte und damit auf den MAZ-Beitrag über ihn reagierte. Man könne Rassismus häufig von zwei Seiten sehen, und Politik habe im Fußball nichts zu suchen, hat er dort unter anderem geschrieben. Ebenso wie „Deutsche Presse, halt die Fresse“- das wiederum ist ein Ausruf, der unter anderem in der Hooligan-Szene beliebt ist.

Diesen streitbaren Beitrag des Ex-Trainers hat nun Patrick Rathmann, Abteilungsleiter der FSG Falkensee, auf Facebook gelesen mit „gefällt mir“ markiert. Auf eine MAZ-Anfrage, warum er das getan hat, reagierte Rathmann nicht. Dafür äußerte sich Sven Steller, Abteilungsleiter Fußball bei FF, gelassen. Ihm sei der Post nicht bekannt. „Ich kann und werde es auch zukünftig nicht leisten, von allen Menschen, mit denen ich auf Facebook befreundet bin, permanent alle Aktivitäten anzuschauen“, so Steller. Vereinsarbeit sei ein Hobby, welches er gerne ausübe, aber welches auch nur begrenzte Zeitkapazitäten zulasse, schrieb der Abteilungsleiter, der ebenfalls noch mit dem Ex-Trainer auf Facebook befreundet ist.

„Wahlkampf auf Kosten des Vereins“

Stattdessen geht Sven Steller in die Offensive. Er wittert in der MAZ-Berichterstattung „Wahlkampf auf Kosten des Vereins“. Immerhin gebe es einen engen zeitlichen Bezug zur bevorstehenden Bürgermeisterwahl in Falkensee, und es seien die Bürgermeisterkandidaten Barbara Richstein (CDU) als Vereinsvorsitzende und Norbert Kunz (Die Linke) im ersten MAZ-Text zum Thema zu Wort gekommen. Ein dritter Bürgermeisterkandidat indes wollte sich zum Thema nicht öffentlich äußern. Norbert Kunz kann über den Vorwurf des Wahlkampfs nur den Kopf schütteln. „Hätte die Vereinsführung von Anfang an unmissverständlich gesagt, dass man so etwas nicht dulde, das Thema wäre erledigt. Statt Tacheles zu reden, erklärt man sich jetzt auch noch selbst kurzerhand zum Opfer“, kritisiert der Linke. Tatsächlich hatte die Vorsitzende Barbara Richstein nach einem Gespräch mit dem Ex-Trainer keinen Anlass gesehen, ihn des Amtes zu entheben. Er sei von allein zurückgetreten, hieß es.

Hartmut Lenski, Vorsitzender des Fußballkreises Havelland mit 103 Vereinen, hat den Vorfall mit dem Ex-Trainer mitbekommen. Er wolle das Thema im weiteren Zusammenhang auf der kommenden Staffeltagung ansprechen. „Wir können nur dazulernen“, so Lenski. Integrationsarbeit sei im Kreis ein wichtiges Thema, es spielten schon in einigen Mannschaften Flüchtlinge mit. Im Fußballkreis Havelland laufe zudem in der kommenden Saison ein Projekt zur Integration von Flüchtlingen, das vom Landessportbund begleitet werde. „Dabei werden wir eine reine Flüchtlingsmannschaft von Babelsberg 03 in den laufenden Spielbetrieb integrieren und entsprechend begleiten“, so Hartmut Lenski. Zusätzlich sei eine gemeinsame Trainerausbildung mit Flüchtlingen geplant. „Möglicherweise auch noch eine Schiedsrichterausbildung“, sagt Lenski.

Von MAZonline

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