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Havelland Falkenseer Familienakademie feiert Geburtstag
Lokales Havelland Falkenseer Familienakademie feiert Geburtstag
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17:17 27.05.2016
Ehrenamt hat ein Gesicht: Christina Liebig ist seit zehn Jahren Patengroßmutter, Sabine Mbata-Mbuta betreut das ASB-Tanzcafé und ist seit einem Jahr Demenz-Beraterin ,und Inga Schönhals leitet seit vier Jahren das Trödelstübchen der Eltern-Kind-Gruppe und ist ebenfalls Demenz-Beraterin (v.l.). Quelle: Laura Sander
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Falkensee

Die bunten Fähnchen flattern im Wind, zwei Mädchen wuseln mit ihren Fahrrädern durch die Menge. Aus dem Falkenseer Mehrgenerationenhaus ertönt leise ein Akkordeon, gefolgt von tosendem Applaus.

Am Freitag feierten in ganz Brandenburg Mehrgenerationenhäuser ihren zehnten Geburtstag. Falkensee macht dabei eine kleine Ausnahme: „Wir haben uns damals nicht gleich beworben. Wir freuten uns erst ein Jahr später, als das ehemalige Kultur- und Seminarhaus ins Aktionsprogramm aufgenommen wurde“, erinnert sich ASB-Geschäftsführer Ulf Hoffmeyer-Zlotnik. Seither bekommt das vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) betriebene Haus jährlich 30 000 Euro Fördergelder vom Bund sowie 10 000 Euro von der Kommune. „Natürlich sind wir für die Förderung sehr dankbar, gestiegene Lohnkosten und sonstige Kostensteigerungen in den vergangenen zehn Jahren machen es jedoch nicht einfach. Wir sind sehr auf ehrenamtliches Engagement angewiesen“, so Hoffmeyer-Zlotnik weiter.

Erfahrungsaustausch

„Es gibt so viele Angebote und tolle Ideen, die sich nicht umsetzen lassen, weil entweder die Mittel oder das Personal fehlen“, betonte auch Erzieherin Vivien Rodenwald. „Trotzdem ist es ein tolles Projekt und ich werde hier immer mit einem Lächeln empfangen. Alle Kulturen und Generationen kommen unter einem Dach zusammen und tauschen Erfahrungen aus“, so die dreifache Mutter, die sich seit Jahren im Mehrgenerationenhaus engagiert. „Es ist ein toller Ort der Begegnung und wir reden alle ganz viel miteinander. Für einige Menschen ist dies der einzige Ort, an dem sie unter Leute kommen“, weiß Dagmar von Kleist, die in der Falkenseer Familienakademie einmal in der Woche Karten spielt.

Vereinsamung ist schlimmer als jede Krankheit

Denn dass Vereinsamung oftmals wesentlich schlimmer ist, als jede Krankheit und sogar Pflegebedürftigkeit auslösen kann, weiß Brandenburgs Sozialministerin Diana Golze ( Linke). „Die Mehrgenerationenhäuser fördern das Miteinander von Menschen, die sich sonst nie begegnet wären und passen sich dem Bedarf vor Ort an“, sagte sie am Freitag. In Falkensee sind in den vergangenen Jahren neben Projekten für junge Familien, Kinder und Jugendliche auch viele Projekte für die ältere Generation entstanden. „Der demografische Wandel ist überall – auch im Mehrgenerationenhaus. Es ist mit seinen Angeboten zum Thema Demenz ein wichtiger Bestandteil der Demografie“, so Falkensees Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragte Manuela Dörnenburg.

Neue Ausrichtung des Förderprogramms

Und auch die Ausrichtung des Aktionsprogramms gehe in Zukunft in diese Richtung. „Der Schwerpunkt soll künftig stärker auf der Beschäftigung mit dem demografischen Wandel und der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund liegen“, so Golze. In Falkensee jedoch kein Grund zur Sorge. „Wir haben gute Vorarbeit geleistet. Sowohl für Flüchtlinge haben wir mit dem Willkommenscafé, einer Fahrradwerkstatt und Sprachkursen vielfältige Angebote geschaffen – ebenso wie für Senioren mit der Allianz für Demenz und der Demenzberatung“, so Hoffmeyer-Zlotnik. Zahlreiche Ehrenamtliche, Bundesfreiwillige und Praktikanten gestalten den Alltag im Haus. Unter ihnen ist auch Inga Schönhals. Sie ist seit vier Jahren ehrenamtliche Demenzberaterin und feierte am Freitag besonders ausgelassen. Denn neben zehn Jahren Aktionsprogramm feierte die Falkenseerin auch ihren eigenen Geburtstag.

Von Laura Sander

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