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Havelland Falkenseer Familienvater im Drogensumpf
Lokales Havelland Falkenseer Familienvater im Drogensumpf
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07:35 25.05.2016
Der Falkenseer zeigte sich einsichtig. Quelle: dpa
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Nauen

Drogen in nicht unerheblicher Menge fand die Polizei in Peter Kleins* Falkenseer Wohnung. Nach einem Tipp waren die Ermittler dem zweifachen Familienvater auf die Spur gekommen. Bei der Hausdurchsuchung am 25. März vergangenen Jahres wurden 756 Gramm Cannabis, knapp 86 Gramm Kokain, 96 Gramm Amphetamin und rund 18 Gramm MDMA, eine weit verbreiteten Partdroge, sowie diverses Drogenzubehör und 2410 Euro in bar sichergestellt. Die Drogen hatten einen Warenwert von rund 10 700 Euro, was einem Verkaufswert von etwa 15 500 Euro entspricht. Anfang der Woche musste sich der 41-Jährige wegen Drogenhandels vor dem Nauener Amtsgericht verantworten und wurde zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Cannabis und Kokain

Klein, der Anfang der 1990er Jahre seine ersten Erfahrungen mit Drogen gemacht hatte, handelte seit Anfang 2014 in seiner Wohnung mit Betäubungsmitteln. Meist verkaufte er an Bekannte, deren Namen er für sich behielt. Auch seine Berliner Drogenquelle nannte er vor Gericht nicht. „Ich habe zu dieser Zeit selber viel Cannabis geraucht und täglich rund ein Gramm Kokain konsumiert. Vor meinen Kindern und meiner Lebensgefährtin, mit der ich seit etwa sechs Jahren zusammenlebe, habe ich das – so gut es ging – verheimlicht“, so der gelernte Maurer, der zum damaligen Zeitpunkt wiederholt in die Arbeitslosigkeit abgerutscht war. „Ich habe mit dem Dealen angefangen, um mir meine eigene Sucht zu finanzieren und Schulden zu begleichen. Als ich nach der Durchsuchung aufgehört habe, wurde ich zwei Mal verprügelt. So wollten sie mich zwingen weiter zu machen – heute bin ich glücklicherweise meine Schulden los“, so der Angeklagte, der nach eigener Aussage seinen Drogenkonsum seit November 2015 stark eingeschränkt habe und nun vollständig von den Drogen los sei. „Ich besuche seit November freiwillig eine Berliner Einrichtung und nehme an Gesprächsrunden zum Thema Drogenkonsum teil, bis ich einen richtigen Therapieplatz bekomme“, sagte der 41-Jährige.

Gute Chance auf Heilung

„Er ist jetzt viel klarer im Kopf als noch vor einem Jahr“, bestätigt auch Lebensgefährtin Jessica Altmann*. Gute Chancen dauerhaft von den Drogen loszukommen bescheinigt auch ein psychologisches Gutachten. Klein habe es immer wieder aus eigener Kraft aus der Abhängigkeit geschafft. Er sei immer in der Lage gewesen seine Kinder zu betreuen, den Haushalt zu führen und Arbeiten zu gehen – trotz des täglichen Drogenkonsums, so das Gutachten. Sein Drogenzubehör wieder zu bekommen, lehnte der 41-Jährige ebenfalls ab.

2 Jahre auf Bewährung

Dank seines Lebenswandels und des umfassenden Geständnisses, dass Klein vor Richter und Staatsanwalt ablegte, sah das Gericht von der geforderten Haftstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten ab. Da der Angeklagte in der Vergangenheit jedoch bereits straffällig in Erscheinung getreten war, unter anderem wegen Drogenhandels und Diebstahls, und aufgrund der erheblichen Menge der beschlagnahmten Drogen wurde er zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Das konfiszierte Geld erhielt der Falkenseer nicht zurück, da es sich aufgrund der szenetypischen Stückelung höchstwahrscheinlich um Einnahmen aus Kleins Drogengeschäften handelte. Sollte sich der Verurteilte in den kommenden drei Jahren an seine Bewährungsauflagen halten und 200 gemeinnützige Stunden ableisten, wäre er danach von seiner Strafe befreit. Sollte er sich abermals auf krumme Geschäfte einlassen, muss er die vollen zwei Jahre im Gefängnis absitzen.

*Name geändert

Von Laura Sander

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