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Havelland Falkenseer Gruppengespräche für Trauernde
Lokales Havelland Falkenseer Gruppengespräche für Trauernde
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07:20 27.05.2016
Silke Barkowski begleitet Trauernde. Quelle: Marlies Schnaibel
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Falkensee

Schmerz, Angst, Leere, Wut, Befreiung – Trauer hat ganz viele Seite. Jeder Mensch hat seinen eigenen Weg und seine eigene Zeit der Trauer. Mancher geht diesen Weg allein, andere finden Kraft in der Gruppe. Und genau das ist ab Montag in Falkensee möglich. Der Diakonieverein im Kirchenkreis Falkensee bietet solche Gespräche an. Sie sind offen für alle Konfessionen und Weltanschauungen. Die beiden Therapeuten Silke Barkowski und Stefanie Eißler führen sie.

Silke Barkowski gehört zu den Gründungsmitgliedern des Diakonievereins, der seit 2012 arbeitet. Von Anfang an war der Verein auch Träger für Ehe- und Familienberatung. „Wir wollen aber mehr sein“, sagt Silke Barkowski. Die Hilfe für Trauernde gehört für sie dazu. Sie selbst hat eine Ausbildung zur Trauerbegleiterin absolviert, hat lange in Staakens Trauerkreis hospitiert. Nun will sie neben Einzelbegleitung auch Gruppengespräche anbieten.

„Es geht dabei um mehr als um empathisches Zuhörer und Reden“, sagt sie. Es geht um den Austausch in der Gruppe. Und der kann sehr befreiend und anregend sein. Das moderne Leben bringt es mit sich, dass die Familien oft räumlich getrennt sind. Das fehlt jemand zum Reden. „Viele wollen ihre Kinder nicht mit ihrem Kummer belasten“, erzählt Silke Barkowski. In der Gruppe stellen viele fest, dass sie mit ihren Sorgen und Empfindungen nicht alleine sind. Hier können sie in der anonymen Gruppe Fragen stellen, wie sie es sich zu Hause vielleicht nicht getraut hätten: Wie muss ich trauern? Darf ich so viel weinen? Oder: Bin ich normal, weil mir keine Tränen kommen? Wie ertrage ich die Geburts- und Sterbetage? Muss ich als Witwe schwarz tragen? Darf ich einen neuen Partner kennenlernen, kann ich das meinen Kindern zumuten? Welchen Sinn hat mein Leben?

„In der Gruppe besteht eine größere Freiheit, über solche Dingen zu reden“, sagt Silke Barkowski. Natürlich überwiegen hier die Trauer und der Schmerz. „Mich hat aber erstaunt, dass es in den Gruppen gar nicht immer tieftraurig zuging, dass nicht nur geweint und getröstet wurde, sondern dass es auch andere, selbst heitere Momente gab“, sagt sie. So eine Gruppe ist für viele eine Art „Geselligkeit“, die sie sich erlauben. Und es ist eine Möglichkeit, auf das Leben zurückzublicken, den roten Faden des eigenen Lebens zu erkennen und vielleicht auch manchen Knoten in diesem Faden zu lösen.

Die Gruppe für Trauernde kann Ort für Gefühle und Gedanken sein. Und die sollen auch in die Zukunft gehen. An acht Gruppennachmittagen können sich die Menschen in Falkensee treffen. Zweimal im Monat. Dazwischen geben Silke Barkowski und Stefanie Eißler den Teilnehmern Texte mit an die Hand. Das kann ein Psalm aus der Bibel ebenso sein wie eine Erzählung oder ein Märchen. Bei allem wird der Tod nicht ausgelagert. Und so haben sich die beiden Falkenseerinnen passend einen Satz der Autorin Mascha Kaléko ausgewählt: „...den eigenen Tod, den stirbt man nur, doch mit dem Tod der anderen muss man leben.“

Von Marlies Schnaibel

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