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Falkenseer Männchen machen Furore

Museum zeigt Neuzugänge Falkenseer Männchen machen Furore

Geschenkt, gekauft, gefunden: Das Stadtmuseum stellte Neuzugänge vor. Das reicht vom Kognakschwenker bis zur Krankentrage. Präsentiert wurden Spielzeug, Dokumente, Geschirr und mehr.

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Die Museumsleiterin Gabriele Helbig mit den Figuren aus dem Plastverarbeitungswerk.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Sie sind gelb, rot, blau. Es gibt sie aber auch in Grün, Weiß oder Schwarz – die Falkenseer Männchen haben Furore gemacht. Zumindest in den 60er-Jahren waren sie gefragt. Sie kamen aus einem Falkenseer Betrieb und gingen um die Welt. Der hiesige Betrieb lieferte die Männchen nach Karl-Marx-Stadt zum VEB Spika Spielwerk.

Auf diese Verbindung sind die Mitarbeiter des Falkenseer Museums durch eine Besucherin aufmerksam geworden. Die brachte im vergangen Jahr zur Sandmännchen-Ausstellung einen grünen Karton mit dem Brettspiel „Sandmann, lieber Sandmann“ und wollte es dem Museum schenken. Über Ebay hätte sie locker 30 Euro für den DDR-Klassiker bekommen können. „Wo ist die Geschichte, wo die Beziehung zu Falkensee?“ hatten sich die Museumsleute gefragt und sich auf Spurensuche begeben. Die führte zu den bunten, wenn auch etwas brüchigen Figuren aus dem VEB Plastverarbeitung Falkensee, der kleine Betrieb befand sich in der Falkenhagener Straße.

Die Plastmännchen gehörten zur Sammlung von Dingen, die das Falkenseer Museum im vergangenen Jahr neu in den Fundus aufnehmen konnte. Viele Geschenke und einige Ankäufe sind darunter. Am Freitagabend wurden sie im voll besetzten Haus interessierten Besuchern vorgestellt. Darunter auch Falkensees Bürgermeister Heiko Müller, der zu denen gehörte, die sich schließlich die Neuerwerbungen genau anschauten. Müller blätterte im Adressbuch Falkensee von 1931, suchte und fand seine beiden Großväter in dem Verzeichnis. Es war das erste Buch dieser Art von Falkensee, und es war zudem ein Geschenk, das Verleger Bubendey dem damaligen Bürgermeister von Falkensee Ernst Freimuth vermacht hatte, eine handschriftliche Widmung ziert den Titel des Buches.

Einige interessante Dokumente sind im vergangenen Jahr in den Besitz des Museums gekommen. So ein „Quarantäneschein des Umsiedlerlagers Agneshof-Falkensee“ von 1948. Er vermerkte, wer wann eingeliefert wurde, wann entlaust und wann wieder entlassen wurde. Aus dem Nachlass von Alfred Zirkenbach stammt ein Zettel, den der Rat der Gemeinde Falkensee ihm am 9.9.61 zugestellt hatte: „Auf Grund des vom Rat des Kreises Nauen verkündeten Ernte-Notstandes“, war der Falkenseer für den Sonntag zum Arbeitseinsatz verpflichtet worden.

Becher, Gläser, Tassen

Becher, Gläser, Tassen: Gesammelt für das Falkenseer Museum.

Quelle: Marlies Schnaibel

Neben federleichten Plastmännchen und Papieren fiel eine Gabe besonders schwer ins Gewicht: Sechs Lithografieplatten. „Als Steinmetz Herbert Müller im vergangenen Jahr sein Geschäft aufgab und das Grundstück aufräumte, fand er die Platten“, erzählte Museumsleiterin Gabriele Helbig. Es sind Originalvorlagen für Lithografien des Malerpaares Hans Zank und Willi Gericke, die aus Spandau stammten und nach 1945 bis zu ihrem Tod in Falkensee gelebt hatten. Die sechs Sandsteinplatten sind in einem guten Zustand zeigen Spandauer Motive.

Der von den Ausmaßen größte Neuzugang ist eine Krankentrage. Museumsmitarbeiter Bert Krüger stellte das Stück vor. Er und Gabriele Helbig hatten es beim Abriss des Trafowerkes aus dem Schutt geborgen, an der Trage ist ein kleines Schild befestigt mit dem Logo „CFF“. Die Chemische Fabrik Falkensee hatte sich früher auf dem Betriebsgelände befunden.

CFF

CFF: Frühe Werbung des Falkenseer Betriebes.

Quelle: Marlies Schnaibel

Falkenseer Geschichte wird auch erlebbar an einer Blatthacke aus dem VEB Landmaschinenbau, an einem Kognakschwenker aus dem VEB Quarzschmelze Staaken oder am Service mit Jagdmotiven, das einst zur Ausstattung des Stasigästehauses am Falkenhagener See gehört hatte.

Als die Museumsleiterin ein dickes Glas vorstellte, aus dem man einst Berliner Weiße trank und in dessen Rand ein wenig unbeholfen „Zum Finkenkrug“ eingraviert war, kommentierten das die Zuhörer mit einem fast sehnsuchtsvollen „Ach“. Ein seltener Fund, denn die beliebte Ausflugsgaststätte war 1945 abgebrannt. „Aufmerksame Falkenseer haben das Glas auf dem Flohmarkt entdeckt“, sagte Gabriele Helbig und dankte den Frauen und Männer, die mit ihrer Aufmerksamkeit und ihrem Wohlwollen das Museums Jahr für Jahr mit ihren Gaben unterstützen.

Von Marlies Schnaibel

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