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Falkenseer Musikkneipe feiert sich selbst

20 Jahre ein Original Falkenseer Musikkneipe feiert sich selbst

Vor 20 Jahren gründete Heiko Richter die Falkenseer Musikkneipe „Schrääg rüber“. Aus dem Kneiper wurde ein Eventgastronom und Veranstaltungsmanager für große Termine. Die Kneipe aber bleibt die Seele vom Ganzen.

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Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht: Heiko Richter mit den Tresenperlen Julia (l.) und Anke.

Quelle: Marlies Schnaibel

Falkensee. Am „Schrääg rüber“ kommt keine Internetsuchmaschine vorbei. Die Sache mit dem Doppel-ä macht der Falkenseer Musikkneipe so schnell keiner nach. Ein Werbeeffekt, den sich Kneipengründer Heiko Richter vor zwanzig Jahren nicht hätte träumen lassen.

Aber auch ohne „ÄÄ“ ist die Kneipe an der Bahnhofstraße unverwechselbar. Die Geschichte der Kneipe ist es auch. Die hatte ja fast mit einer Rathausbesetzung begonnen. Richter, damals noch mit Haaren, die zudem bunt wie seine Turnschuhe und Hosen waren, war mit Gleichgesinnten ins Rathaus gezogen, um den Bürgermeister zu sprechen. Sie gingen nicht eher, bis Jürgen Bigalke kam und eine Lösung anbot: Die jungen Leute könnten den Klub „Huckebein“ haben. Prima, fanden die. Gar nicht prima, fanden die Anwohner. Und die wurden bald erlöst, denn Heiko Richter und Raoul Marschke hatten die Idee, etwas auf die Beine zu stellen. Einen Laden für Schallplatten oder Second-Hand-Klamotten. Die Idee mit der Kneipe kam ihnen, als sie die Räume im ehemaligen Amtsgericht sahen. Die Geburtsstunde von „Schrääg rüber“ vor 20 Jahren.

Die Kneipe als Kunstwerk

Die Kneipe als Kunstwerk.

Quelle: Marlies Schnaibel

Das Ganze begann klein und chaotisch. Mit zwei Lampen, einer Uhr und einem Automaten. Mit einem dutzend Besucher beim ersten Himmelfahrtstag. Und das Ganze wurde groß. Die Kneipe ist eine Wohlfühlhohle mit Fußballambiente geworden, und die Himmelfahrtstage sind eine Messe für sich. 1000 Leute tummeln sich in der Kneipe und auf der Bahnhofstraße. Richter muss deren Sperrung für den Tag beantragen und bezahlen. Und „muss jedes Jahr ein Formular mehr ausfüllen“, sagte er mit Blick auf das deutsche Genehmigungswesen.

Die 1000 Leute sind längst nicht der Rekord, der sich mit dem „Schrääg rüber“ verbinden lässt. Richters Superzahl lautet 4591. So viele kamen nämlich im Jahr 2000, als er das weltgrößte Klassentreffen organisierte. Das brachte Falkensee einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde. „Der Klassentreffen-Rekord ist eine Marke, die das Schrääg hinterlassen hat“, sagte Richter nicht ohne Stolz.

Dann ging es immer weiter mit dem Jung-Gastronomen und seiner Crew. Die hatte er 2001 um die Tresenperlen erweitert. Als Falkensee sein 40-jähriges Stadtrecht feierte, organisierte er erstmals ein Stadtfest an der Stadthalle. Die Kontakte zu den Falkenseer Geschäftsleuten wurden ausgebaut. Im Festzelt feierten die Feuerwehr, die Abiklassen und überhaupt die Falkenseer.

Heiko Richter wurde der Mann für große Feste. Die Falkenseer würdigten seinen Einsatz nicht nur mit dem Bürgerpreis im Jahr 2012, sondern vertrauten ihm auch die neue Stadthalle an. Aus dem Kneiper und Eventgastronomen wurde so auch ein Veranstaltungsmanager. Mit der Schlagerparty am vergangenen Sonntag hat er schon mal gezeigt, dass sich auch der dortige Saal komplett mit Leuten und guter Laune füllen. „Aber das Schrääg bleibt mein Hauptquartier“, versichert er.

Von Marlies Schnaibel

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