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Falkenseer diskutieren vorgelegte Entwürfe

Stadthallle Falkenseer diskutieren vorgelegte Entwürfe

Die Bürger in Falkensee (Havelland) diskutieren lebhaft über die sechs vorgelegten Architekturentwürfe für die Neugestaltung des Areals der alten Stadthalle. Ein Favorit setzte sich in der Publikumsgunst von seinen Mitbewerbern ab.

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Informativ und anschaulich: Die Entwürfe wurden auf dem Papier und im Modell vorgestellt.

Quelle: Marlies Schnaibel

Falkensee. Mit einem „Och ne, dann können wir ja auch die alte Stadthalle stehen lassen“, kommentierte ein Mann den Entwurf Nummer 1. Der Falkenseer war am Sonnabend ins Rathaus gekommen, um sich die sechs Architekturentwürfe für die künftige Bebauung des Areals „alte Stadthalle“ anzusehen. Er und viele andere wollten das sehen.

Die Entwürfe wurden ausführlich vorgestellt und diskutiert

Die Entwürfe wurden ausführlich vorgestellt und diskutiert.

Quelle: Marlies Schnaibel

Ja, so schön kann Bürgerbeteiligung sein: Ohne Pause strömten Falkenseer am Sonnabend ins Rathauses. Dort war ihre Meinung gefragt – und das zu dem zentralen Bauvorhaben in der Stadt.

Die alte Stadthalle steht seit dem vergangenen Jahr leer

Die alte Stadthalle steht seit dem vergangenen Jahr leer.

Quelle: Marlies Schnaibel

Entwürfe von sechs Architekturbüros wurden anonym vorgestellt. Die neuen Anlagen trugen Namen wie „Falkenblick“, „Palais am Park“ oder „GUTe_hof“. Auf Schautafeln waren Skizzen, Lagepläne und Erläuterungen der Kandidaten zu erkunden, in der Raummitte stand ein Modell des zentralen Platzes. Wie bei einem Baukasten konnten die Besucher nach und nach alle sechs Entwürfe einfügen und schauen und ihre Meinung abgeben.

Und das taten sie unverblümt und diskutierfreudig. Dabei gab es viel Lob für die Art und Weise, wie hier die Bürger anschaulich mit dem Thema konfrontiert wurden. Mitarbeiter der Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung BSM aus Berlin hat diese Art der Präsentation vorbereitet. Das Büro hat Erfahrung mit solchen Dingen, es steuerte schon viele Wettbewerbe, etwa für das Reichstagsgebäude in Berlin oder das Bürgerzentrum Herzberg.

Stadtplanung nach Baukastenprinzip

Stadtplanung nach Baukastenprinzip: Welche Variante ist die Beste?

Quelle: Marlies Schnaibel

Am Sonnabend waren vier BSM-Mitarbeiter vor Ort. Sie hörten zu, schrieben mit, fassten zusammen. Das Ergebnis dieses Tages wird der Jury übergeben. Geht es nach den Bürgern am Sonnabend, dann steht der Gewinner wohl schon fest. Die größte Zustimmung fand Variante 2, die auf einem Sockelgeschoss vier einzelne Häuser mit Innenhöfen aufragen lässt.

„Jede Variante hat etwas Positives“, sagte Jutta Fischer, die aus Finkenkrug kam und sehen wollte, was für das Stadtzentrum von Falkensee möglich ist. Selbst bei der von vielen wegen seiner massigen Bauweise abgelehnten Variante 1, sah sie Interessantes: „Da sind viele, kleinere Wohnungen geplant, das brauchen wir.“ Aber insgesamt zählte auch sie zu den Befürwortern von Variante 2.

Christoph Toschka vom BSM-Büro gehörte zu den Mitarbeitern, die die Modelle vorstellten und die Meinungen der Falkenseer einsammelten. Alle Entwürfe planen mit einer Tiefgarage und einer Einzelhandelsetage im Erdgeschoss. „Die Meinungen der Bürger zeigen einen Trend, sind aber auch vielfältig“, sagte er. Dabei erntete Variante 2 viel Lob, für die moderne, chice Bebauung, für die Offenheit, die Aufenthaltsqualität. Variante 1 wurde von den meisten abgelehnt – zu wuchtig. Wenig Zustimmung auch für Variante 3, einer Art „Speicherstadt, eine Stadt in der Stadt“.

Zwar freute sich Elke Märtins darüber, dass hier mal das Satteldach der Umgebung aufgenommen wurde. Aber andere lehnten die sehr dichte, monotone Bebauung ab. „Die Häuser sind zu hoch, sie sind ja höher als die nahe Kirche“, bemängelte Martina Dahms. Irgendwie unentschlossen wirkte Variante 4 auf die Betrachter; als „zu wuchtig“, wenn auch mit guter Fassadengestaltung wurde Variante 6 bewertet.

Viele Diskussionen gab es um Variante 5. Die Einreicher hatten sich nicht an die Vorgabe gehalten, wonach der Stadthallenvorplatz offen zu halten sei, sondern bis an die Bahnhofstraße herangebaut und dort eine neue Stadtbibliothek geplant. Nicht uninteressant, aber nicht wettbewerbskonform. „Die Abgeordneten hatten beschlossen, den Stadthallenvorplatz als Platz für Begegnungen und als Hinführung zum Gutspark offen zu halten“, sagte Gerd Gunkel.

Der Abgeordnete der grünen Fraktion war einer der vielen Volksvertreter, die am Sonnabend genauso neugierig auf die Entwürfe waren wie die anderen Falkenseer. Drei Abgeordnete gehören zur neunköpfigen Jury, die am Dienstagabend Abend über die sechs Entwürfe berät und den Gewinner kürt.

Von Marlies Schnaibel

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