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Falkenseer setzen auf Stoffbeutel

Weniger Plastiktüten Falkenseer setzen auf Stoffbeutel

Beim Kleiderkauf oder im Supermarkt – ab dem 1. Juli muss man in deutlich mehr Geschäften für Plastiktüten bezahlen. Der jährliche Verbrauch von Kunststoff-Tragetaschen soll laut EU-Richtlinie bis Ende 2025 auf höchstens 40 Tüten pro Einwohner und Jahr sinken. In Falkensee ist man auf einem guten Weg und setzt der Umwelt zuliebe auf Stoffbeutel.

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Kundin Elke Büttner braucht keine Tüte – sie hat meistens einen Beutel oder einen Korb dabei.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Ob beim Kleiderkauf, in der Drogerie oder im Supermarkt – Kunden müssen ab Juli in deutlich mehr Geschäften für Plastiktüten bezahlen. Rund 260 Unternehmen haben sich verpflichtet, die Tragetaschen nicht mehr gratis herauszugeben und so die Belastung für die Umwelt einzudämmen.

Um Hemdchentüten kommt man nicht herum

Vorreiter ist Bäckermeister Dirk Ziehm aus Falkensee. Bei ihm gibt es die Plastiktüte schon seit Jahren nur gegen Geld. „10 Cent müssten unsere Kunden in den drei Falkenseer Filialen für eine stabilere Tüte bezahlen. Um die kleinen sogenannten Hemdchentüten kommt man jedoch nicht herum, wenn man Lebensmittel verkauft – die gibt es weiterhin gratis“, so Ziehm. Mit nur rund 20 bis 30 herausgegebenen Flattertütchen pro Woche hält sich die Nachfrage im Geschäft in der Friedrich-Engels-Allee jedoch in Grenzen. „Die meisten Leute kommen mit dem Auto und stellen das Kuchenpaket oder ihre Brötchentüte aus Papier einfach auf den Beifahrersitz. Viele haben auch einen Stoffbeutel dabei“, sagt Jeanette Oppermann, die seit fünf Jahren in der Falkenseer Traditionsbäckerei hinter dem Verkaufstresen steht. „Die Leute haben Verständnis dafür, dass sie für die große Tüte zahlen sollen und fragen immer seltener“, so Oppermann.

Die Nachfrage ist sogar so weit zurückgegangen, dass Dirk Ziehm keine neuen Plastiktaschen mehr bestellt. Sehr zur Freude von Elke Büttner. „Man wird richtig gezwungen eine alternative Transportmöglichkeit dabei zu haben. Ich finde das toll und merke, dass auch ich immer häufiger daran denke“, so die Falkenseerin. Auch Bäckerei-Stammkunde Uwe Parpart hat seinen Jutebeutel immer dabei. „Ich bin generell gegen Plastiktüten und finde es gut, dass die aktuelle Diskussion das Bewusstsein der Menschen schärft. Dass jedoch die großen Konzerne das Geld für die Tüten behalten und sich bereichern, halte ich für falsch“, so Parpart. Vielmehr müssten die Einnahmen einer Steuer gleichkommen, findet der Falkenseer.

Facebook-User sind sich einig

Im sozialen Netzwerk Facebook herrscht ebenfalls Einigkeit in der Tüten-Debatte. „Ich habe schon früher nur im absoluten Notfall eine Tüte gekauft, wir haben immer eine Tasche dabei. Von mir aus könnten die Plastiktüten ruhig 20 Euro kosten – so etwas erzieht“, äußert sich Userin Jeanette Kontowt. Tanja Lachmann gibt jedoch zu bedenken, dass gerade beim Kleiderkauf eine Tüte dazugehört. „Grundsätzlich habe ich beim Lebensmitteleinkauf eine Tasche dabei, aber irgendwie passt es nicht so recht die schicke neue Bluse in den eigenen Beutel zu packen. Außerdem benutze ich Plastiktüten wiederum als Müllbeutel“, so Lachmann. „Der einzige Gewinner ist der Handel“, findet auch Dirk Weber. „Früher wurden die Plastetüten als Müllbeutel benutzt, jetzt kaufe ich Müllbeutel von der Rolle. Tüten werden nicht eingespart, aber der Einzelhandel macht mehr Umsatz.“

Dass die Rossmann-Filiale im Akazienhof die kleinen kostenlosen Flattertüten abgeschafft hat, ist den meisten Falkenseern in den vergangenen Wochen bereits aufgefallen. Das sei jedoch nur ein Anfang. „Ich fände es besser, würden alle Plastiktüten komplett verboten werden. Daran könnte man sich schnell gewöhnen“, so Facebook-Userin Hanna Wickert. „Ich finde auch, die Tüten müssten einfach weg. Nur die Gebühr bringt nicht viel und hilft vor allem auch nicht der Umwelt“, so Ninja Scheere aus Falkensee.

Von Laura Sander

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