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Havelland Falkenseer sollen bei alter Halle mitbestimmen
Lokales Havelland Falkenseer sollen bei alter Halle mitbestimmen
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00:18 11.06.2017
1974 wurde begonnen, 1984 wurde die Stadthalle mit ihrem Kulturteil fertiggestellt. Quelle: Marlies Schnaibel
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Falkensee

So etwas haben die Falkenseer eigentlich noch nie gemacht: Sie stellen die Entwürfe eines Architektenwettbewerbs den Bürgern vor, die können ihre Meinung sagen, bevor eine Jury dann entscheidet. Dabei geht es um einen wichtigen Platz in Falkensee: um das Areal der alten Stadthalle. Am Sonnabend sind die Entwürfe für die Neugestaltung des Platzes im Rathaus öffentlich zu sehen.

Die Stadthalle im Jahre 1987. Quelle: Archiv

Der Abriss der Halle wird dabei nicht mehr in Frage gestellt. Mit Grafitti beschmiert steht das Gebäude an der Grenze zum Verfall. Seit der Eröffnung der neuen Stadthalle ist die alte Halle leer und ungenutzt. In den letzten Jahren vor der Schließung dümpelte sie so dahin, immer mehr Auflagen erschwerten Veranstaltungen, das Geruchsproblem im Haus bekam keiner in den Griff. „Es wurde nach der Wende eigentlich nichts so recht an dem Haus gemacht“, konstatiert Brigitte Kerl.

Einen echten Plan für das Haus gab es wohl nicht. „Die neue Stadthalle ist auch schön“, sagt die Falkenseerin, aber sie will auch daran erinnern, dass es in der alten Stadthalle viele schöne Ereignisse gab. Katja Ebstein und die Gruppe City waren zu hören, nach der Wende waren die Konzerte des Polizeiorchesters stets ausverkauft, Helga Hahnemann brachte die Leute zum Lachen, Betriebe feierten hier.

Dabei war der Start der Halle durchaus holprig. 1974 begann der Bau, zuerst wurde die Sporthalle errichtet. In der DDR gab es für solche Vorhaben den schönen Begriff „Initiativbau“. Damit war klar, dass viele das Vorhaben wollten, dass die Mangelwirtschaft aber kein bilanziertes Material dafür zur Verfügung stellen konnte. Der Weiterbau der Halle zog sich über zehn Jahre hin. „Lange stand der zweite Bauteil als Rohbau, selbst von Abriss war zwischendurch mal die Rede“, erinnert sich Brigitte Kerl, die damals im Rat der Stadt gearbeitet hat.

Treppenhaus im Chic seiner Zeit. Quelle: Marlies Schnaibel

Aber 1984 konnte die Halle dann doch eröffnet werden, die beliebte Radiosendung „Alte Liebe rostet nicht“ berichtete von hier; ein Mitschnitt der Sendung kann (teilweise) in der Dauerausstellung des Museums gehört werden.

Der Aufbau der Halle war nur möglich, weil tausende Falkenseer mitgeholfen hatten: Betriebe, Schüler und Sportler leisteten unzählige (unbezahlte) Arbeits- und Aufbaustunden. Schüler, vor allem von der Erweiterten Oberschule Falkensee, fuhren ins Ziegelkombinat Zehdenick und halfen beim Ziegelbrennen. „Schüler brannten 160 000 Ziegel“ titelte damals die Märkische Volksstimme.

„An der Halle hängt viel Herzblut“, weiß auch Bürgermeister Heiko Müller (SPD), „viele haben mitgewirkt, da ist eine große Verbundenheit bei den Alt-Falkenseern.“ Deshalb ist die Wehmut zu verstehen, die einige beim Abriss der Halle empfinden. Aber nun sind alle Alt- und Neu-Falkenseer eingeladen, sich bei der Neugestaltung des Platzes einzubringen.

Über ein öffentliches Ausschreibungsverfahrens hatte die Stadt Falkensee einen Interessenten gefunden, der das Areal umgestalten will. Auf dem Platz soll ein neues Wohn- und Geschäftsgebäude entstehen, das einen Beitrag zur Aufwertung des Stadtzentrums Falkensee leisten kann. So der Auftrag der Stadtverordneten an den Investor, der einen Wettbewerb um die gestalterisch und nutzungsmäßig beste Entwurfslösung durchgeführt hat.

Pläne werden Sonnabend vorgestellt

Sechs Architekturbüros waren eingeladen, um Entwürfe für die Neugestaltung des Areals an der Stadthalle von Falkensee zu entwerfen.

Die Entwürfe werden am Sonnabend, 10. Juni, zwischen 10 und 15 Uhr im Kleinen Sitzungssaal im Rathaus von Falkensee öffentlich ausgestellt.

Bürger haben dabei die Möglichkeit, sich die Entwürfe anzuschauen und ihre Hinweise und Meinung zu den Entwürfen abgeben. Diese Meinungen werden schriftlich festgehalten und einer aus Architekten besetzten Jury zur Verfügung gestellt.

Diese Jury entscheidet am 13. Juni 2017 über den Siegerentwurf zur Gestaltung des Bereiches.

„Einzelhandel, Gastronomie, Wohnen, Orte für Begegnungen sollen in dem neuen Gebäude möglich sein“, sagt der Bürgermeister. Das neue Areal soll viele Funktionen aufnehmen an der wichtigen Achse zwischen Bahnhof und Rathaus, gelegen an der markanten Stelle neben Seegefelder Kirche und Gutspark. Der Bürgermeister selbst kennt die Entwürfe der Architekten noch nicht und ist auch auf Sonnabend gespannt.

Von Marlies Schnaibel

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