Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Falsches „Diebesgut“ auf Kunsthof Gräningen

Tag des offenen Ateliers Falsches „Diebesgut“ auf Kunsthof Gräningen

Etwas ganz Besonderes gibt es am Sonnabend, dem 7. Mai, zum landesweiten Tag des offenen Ateliers auf dem Kunsthof Gräningen zu sehen. Hans Zimmermann zeigt neben anderen Werken eine Kopie des Bildes „Die Alte“ von Ernst Liebermann, das am 10. April gestohlen worden ist. Die Kopie hatte sein Vater, der Heimatmaler Gerhardt Zimmermann, 1983 angefertigt.

Voriger Artikel
Premnitzer Freibad für die neue Saison bereit
Nächster Artikel
Nennhausen: Kirchen-Camp für 84 Kinder

Die Söhne Dirk, Joe und Vater Hans Zimmermann (von links) mit der Kopie des Bildes „Die Alte“, angefertigt von Großvater Gerhardt Zimmermann.

Quelle: Bernd Geske

Gräningen. Wer immer schon mal erleben wollte, wie ein Bild gezeigt wird, das eigentlich verschwunden ist, bekommt am Sonnabend, dem 7. Mai, dazu die Gelegenheit. Mit ihrem Kunsthof in Gräningen, am Wiesenweg 11, beteiligen sich Hans und Karin Zimmermann ab 10 Uhr am brandenburgweiten „Tag des offenen Ateliers“. Sie zeigen den Besuchern dabei auch eine Auswahl von Bildern des 1988 verstorbenen Heimatmalers Gerhardt Zimmermann, der ihr Vater bzw. Schwiegervater war. In dieser Sammlung befindet sich überraschenderweise eine Kopie des Ölgemäldes „Die Alte“ von Ernst Liebermann, das am Wahlsonntag 10. April aus dem Haus Fontanepark des Wohn- und Pflegezentrums Havelland (WPZ) in Rathenow gestohlen worden ist.

Eine Aufnahme des Originals, das gestohlen worden ist

Eine Aufnahme des Originals, das gestohlen worden ist.

Quelle: Polizei

Die Zimmermanns hatten die Kopie erst vor wenigen Tagen völlig unerwartet auf ihrem Speicher beim Heraussuchen der Bilder für den Tag des offenen Ateliers entdeckt. Selbstverständlich haben sie sich entschieden, das Gemälde jetzt auch zu zeigen. Da aber nur wenige Tage zuvor erst der dreiste Diebstahl des Originals durch die Medien gegangen war, bauten sie vor, damit niemand auf die Idee kommen konnte, sie am Sonnabend der Präsentation von Diebesgut zu beschuldigen. Sie informierten das Kulturzentrum Rathenow als Eigentümerin des Originals über ihr Vorhaben und setzten auch die Polizei davon in Kenntnis. Von der Pressestelle der Polizeidirektion West war jetzt zu erfahren, dass das Liebermann-Gemälde noch immer verschwunden ist und dass es in dem Fall noch keine heiße Spur gibt.

„Mein Vater hat 1983 das Original-Gemälde restauriert“, berichtet Hans Zimmermann, „und er hat damals vom einem etwas kleineren Ausschnitt des Bildes eine Kopie auf Hartfaserpappe angefertigt.“ Dass es sich um eine Kopie handelt, habe Gerhardt Zimmermann seinerzeit korrekt auf der Rückseite vermerkt und es mit seinem Namenszug signiert. Wenn das Bild nun am 7. Mai am Tag des offenen Ateliers gezeigt werde, versehe man es extra für die Gäste mit einer Erklärung, dass es sich um eine Kopie von Gerhardt Zimmermann handle. Der Polizei haben die Zimmermanns ein Foto von ihrer Kopie angeboten, weil es möglicherweise bei der Suche nach dem Original hilfreich sein könnte.

Ernst Liebermann - Maler und Grafiker

Ernst Liebermann war ein deutscher Maler, Grafiker und Illustrator.

Geboren wurde er 1869 in Langemüß bei Meiningen und er starb 1960 in Beuerberg (Bayern).

Er malte vor allem viele impressionistische Bilder mit romantischem Einschlag, meist Porträts, Akte und Landschaften.

Viele Bilder von ihm hängen heute in der Galerie Rosenheim. Für seine Ölgemälde werden zum Teil fünfstellige Beträge gezahlt.

Nicht verwechseln sollte man Ernst Liebermann mit dem berühmten Maler Max Liebermann, der in Berlin 1847 geboren wurde und 1935 gestorben ist.

Der Diebstahl des Ölgemäldes „Die Alte“ von Ernst Liebermann aus dem Rathenower Pflegeheim hatte durch die dreiste Art und Weise überregional Aufsehen erregt. Der oder die Täter hatten sich offensichtlich mit Absicht die Landratswahl am 10. April ausgesucht, weil sich an diesem Tag im Heim ein Wahllokal befindet. So gab es in der Tatzeit dort ein ständiges Kommen und Gehen von vielen nicht bekannten Leuten. Der Weg der Wähler zum Wahllokal führte sogar auf kurzer Strecke vom Eingang her am Gemälde vorbei, das über einer Sitzgruppe hing. Die Täter schnitten das 100 mal 120 Zentimeter große Bild aus dem massiven Rahmen heraus, dieser wurde später auf einer Toilette des Hauses gefunden. Von der Tat war im Laufe des Tages nichts bemerkt worden. Erst am Abend beim obligatorischen Rundgang wurde das Fehlen des Gemäldes festgestellt.

Von Bernd Geske

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Havelland
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg