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Havelland Familienbetrieb im Deutschen Haus
Lokales Havelland Familienbetrieb im Deutschen Haus
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06:10 13.04.2016
Ulrich Rothämel und Tochter Petra. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Dallgow-Döberitz

Die Döberitzer Manöverpfanne ist bei den Damen beliebt. Durchaus. Das Gericht ist mit den fünf Sorten Fleisch nicht nur bei den hungrigen Männern gefragt. „Sind ja nur so kleine Stückchen, so Medaillons“ , sagt Ulrich Rothämel, der in Dallgow-Döberitz das „Deutsche Haus“ führt. Ein Restaurant, das in Bahnhofsnähe und auf Rohrbecker Gebiet liegt und fast 100 Jahre als Familienbetrieb geführt wird. Eine Brandenburg-Fahne weht vor dem Haus.

Ulrich Rothämel hatte vor mehr als 50 Jahren das erste Mal das „Deutsche Haus“ betreten. „Eigentlich durch Zufall“, erzählt der 73-Jährige. Ein Bekannter fragte ihn, ob er mitkomme ins „Deutsche Haus“ zum Skatspielen. Rothämel sagte ja. Bedient hat eine junge Gisela. „Beim Abschied hab ich gesagt, ich komme wieder“, erinnert er sich, musste aber erst Mal für 18 Monate den Grundwehrdienst in Eggesin ableisten. Aber dann kam der junge Mann wieder. „Es hat alles gepasst“, sagt er heute rückblickend, nicht nur weil er gelernter Kellner war. Jahrzehntelang haben Gisela und Ulrich Rothämel das Haus geführt. Die goldene Hochzeit, das 100-jährige Bestehen des Familienbetriebes – alles war schon im Blick. Doch dann ist Gisela Rothämel im Januar ganz plötzlich gestorben. „Ich bin ihr Verwalter, ihr Ideen-Verwalter“, sagt Ulrich Rothämel. In Gedanken unterhält er sich oft mit ihr, was hätte Gisela gemacht? „Aber es kommt keine Antwort“, sagt er.

Er sagt das traurig, aber ganz ohne Sentimentalität. Ulrich Rothämel lebt sein Leben mit eiserner Disziplin. „Vater ist willensstark“, bekräftigt Tochter Petra. 40 Minuten täglicher Frühsport gehören dazu. Seit mehr als 40 Jahren raucht er nicht mehr, trinkt keinen Alkohol. „In dem Beruf ist die Versuchung und Gefahr groß“, weiß er. Selbst die Russen hätten seine Abstinenz akzeptiert. Er bekam Wasser statt Wodka zum Anstoßen.

„Deutsch-Russisches Haus“ wurde zu DDR-Zeiten manchmal zu der Gaststätte gesagt, wegen der ess- und trinkfreudigen Gäste aus der Garnison Dallgow. Der Name „Deutsches Haus“ war unter dem Banner des Sozialismus aber nicht beanstandet worden, er hat die Jahrzehnte überdauert. Auch wenn das Haus ein Vorleben als Gaststätte „Zum Deutschen Kaiser“ hatte.

Ulrich Rothämel hat die Geschichten oft gehört, die alten Fotos oft gesehen. 1894 eröffnet, hatte das Gasthaus viel preußisches Militär zu Gast, selbst Kaiser Wilhelm Zwo schaute vorbei. Mit dem Ende der Monarchie gingen auch in der Gaststätte das Licht aus. Sie war einige Zeit geschlossen. Davon hörten eines Tages Marie und Max Ludewig, die in Spandau einen Zigarrenladen führten. Sie kauften 1920 das Haus. Der Grundstein für das Familienunternehmen war gelegt.

„Die Zeiten waren schwer“, erzählt Ulrich Rothämel aus der Familiengeschichte, selbst ein roter Salon mit gewissen Damen aus Berlin musste herhalten, den Laden am Laufen zuhalten. 1935 übernahm die Tochter Margarethe mit ihrem Mann Max Pfeifer den Gasthof, der dann als „Deutsches Haus“ firmierte. Hier wurde das Kriegsende überstanden, der Schankraum wurde eine Weile Lazarett. Dann durfte der Gasthof wieder öffnen. 1970 ging das Haus erneut an eine Tochter über, Gisela, inzwischen schon Rothämel, führte von da an das Restaurant.

Die Frau war für vieles bekannt, unter anderem für ihre Soljanka. „Es ist bis heute unsere meist verkaufte Suppe“, sagt Ulrich Rothämel. Schnitzel, Leber, Sülzfleisch, Rinderroulade, Königsberger Klopse – die Speisekarte entspricht dem Namen des Hauses: Hier wird auf Tradition gesetzt. „Kann sein, dass die neue Generation die Karte verjüngt, mehr Vegetarisches, vielleicht Veganes“, blickt Ulrich Rothämel in die Zukunft. Der Enkel ist Koch, die Enkelin Restaurantfachfrau – sie wollen das Haus übernehmen.

Aber erst einmal behalten sie ihren Kurs und ihr Niveau bei. Das ist ganz aktuell wieder ausgezeichnet worden. So hängt für die Saison 2015/16 das Siegel „Brandenburger Gastlichkeit“ am Eingang. In der Kategorie Landgasthof“ haben die Rohrbecker sehr gut abgeschnitten. Unangemeldet waren die Tester gekommen, hatten geprüft und ausgewertet. Aber geärgert hat sich Ulrich Rothämel dann doch ein wenig. „Es gab einen Punkt Abzug wegen Sprühsahne aus der Dose“, sagt Tochter Petra. Das kratzt an der Ehre. Bei ihnen gibt es frische Sahne, die ist mit einem Sahnesyphon aufgeschlagen. „Nach der Wende habe ich genau einmal so eine Dose gekauft und ausprobiert“, erzählt Ulrich Rothämel und schüttelt sich leicht, „nie wieder.“

Von Marlies Schnaibel

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