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Havelland Familienlotsen stehen Müttern nach der Geburt zur Seite
Lokales Havelland Familienlotsen stehen Müttern nach der Geburt zur Seite
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19:30 16.04.2019
Die ehrenamtliche Familienlotsin Manja Weisker (l.) bei ihrem Besuch bei Familie Michels in Elstal. Quelle: Andreas Kaatz
Havelland

Dass Thore sich wohlfühlt, sieht man gleich. Er strahlt übers ganze Gesicht. „Er ist pflegeleicht und immer fröhlich“, berichtet Mutter Ann-Kathrin Michels. Die 30-Jährige hat heute Besuch von Familienlotsin Manja Weisker. Die ehrenamtliche Mitarbeiterin des Netzwerks Gesunde Kinder im Havelland schaut wieder einmal vorbei und erkundigt sich, ob sie helfen kann, ob es Fragen gibt.

Fragen hat Ann-Kathrin Michels diesmal nicht. Trotzdem sind ihr die Besuche immer willkommen. Schon mit ihrem ersten Sohn Thies wurde sie vom Netzwerk betreut. „Damals hatten mich die Hebammen angesprochen; und wenn ich wollte, konnte ich mich an sie wenden“, sagt sie. „Dann ist man nicht ganz so auf sich allein gestellt.“ So ging es beispielsweise um Kita-Plätze.

Merkblätter mitgebracht

Jetzt erkundigt sich Manja Weisker, ob bei dem sechs Monate alten Thore schon mit der Beikost angefangen wurde, und gab den Tipp, ihn am besten erst dann hinzusetzen, wenn er es auch alleine kann. Außerdem rät die Lotsin: „Sie können ihn auch schon aus dem Becher trinken lassen.“ Thores Mutter will es mal probieren.

Nachdem die Lotsin Merkblätter – unter anderem zur Ersten Hilfe – überreicht und einen Blick ins Vorsorgeheft vom Kinderarzt geworfen hat, ist der Besuch auch schon wieder zu Ende.

Selbst vom Netzwerk betreut

Manja Weisker kennt solche Besuche aus eigenem Erleben. „Ich bin als Netzwerk-Teilnehmerin zum Netzwerk gekommen.“ So hatte sie nach der Geburt ihres ersten Kindes Kontakt zu Hebammen, die für das Netzwerk arbeiteten. Die hatten ihr damals angeboten, dort betreut zu werden.

Das Netzwerk Gesunde Kinder

Die Angebote im Havelländischen Netzwerk gesunde Kinder sind für die Teilnehmer kostenlos.

Im Jahre 2007 fing es mit 324 Familien an, im vergangenen Jahr waren es 987.

Die Angebotspalette des Netzwerks wird ständig erweitert. So gibt es unter anderem ein monatliches Schwangerenfrühstück in der Nauener und Rathenower Klinik, und in Premnitz findet zweimal monatlich ein Babytreff statt.

In Falkensee wird viermal im Jahr beim TSV ein Netzwerk-Zwergensport für Familien mit Kindern von 12 bis 24 Monaten angeboten.

Am 18. September findet wieder ein Fachtag der Netzwerke Gesunde Kinder, Kinderschutz und Frühe Hilfen statt. Thema wird diesmal die Situation von Kindern psychisch kranker Eltern sein.

Manja Weisker sagte zu. Als sie mit dem zweiten Kind schwanger war, musste sie ihre Arbeit als Gesundheits- und Krankenpflegerin frühzeitig einstellen und bewarb sich vor fast sechs Jahren um eine Mitarbeit.

Betreuung von 13 Familien

„Im Moment habe ich 13 Familien, um die ich mich kümmere“, sagt sie. Sie betreut diese über einen Zeitraum von drei Jahren, macht jeweils zehn Besuche in bestimmten Zeitabständen. „Ich bin gerne mit Menschen zusammen und helfe auch gern“, sagt sie.

„Es ist ganz gut, wenn jemand von außen kommt und den Familien mit Tricks und Kniffen das Leben erleichtern kann.“ Weil sie Krankenschwester ist, betreut sie die Familien schon ab der Geburt der Kinder und hat auch einen Blick dafür, wenn ein Kind eventuell eine Förderung benötigt.

Verschiedene Fragen

Die Fragen, die sie gestellt bekommt, sind ganz unterschiedlicher Natur. Da gibt es Probleme beim Stillen. Oder eine Mutter erkundigt sich, ob sie mit mit dem Kind, das Durchfall hat, zum Arzt gehen muss. Oder was ist, wenn der Junge immer noch nicht krabbelt? Manja Weisker versucht dann zu helfen oder nennt Ansprechpartner.

„Für Manche bin ich mit der Zeit eine vertraute Person, der man das Herz ausschütten kann. Einige schicken Fotos von ihren Kindern“, sagt die Familienlotsin. „Ich freue mich, wenn ich helfen kann und habe das Gefühl, was Gutes zu tun“, sagt sie. Für sie ist dieses Ehrenamt so etwas wie eine Mischung aus Seelsorger, Krankenschwester und Sozialarbeiter.

Steigende Teilnehmerzahlen

„Steigende Teilnehmerzahlen und die Mehrfachteilnahme von Familien belegen die Akzeptanz in allen sozialen Schichten“, freut sich Projektkoordinatorin Andrea Thiele vom Netzwerk. Dieses sei offen für alle Schwangeren sowie Familien mit Kindern bis zu drei Jahren.

Zwölf Jahre besteht das Netzwerk jetzt, allein 2o18 waren es 987 Teilnehmer. Um als Netzwerk weiter aktiv bleiben zu können, werden noch ehrenamtliche Fachkräfte aus dem pädagogischen oder medizinischen Bereich zur Verstärkung der Familienlotsen gesucht.

Von Andreas Kaatz

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