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Havelland Fast alles kann glücklich machen
Lokales Havelland Fast alles kann glücklich machen
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22:15 14.09.2015
Fordert den Amtsinhaber heraus: Norbert Kunz. Quelle: Privat
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Falkensee

Im 19. Jahrhundert war ein beliebtes Gesellschaftsspiel, das Merkbuch der Bekenntnisse zu beantworten. Entworfen hatte der französische Schriftsteller Marcel Proust den Fragebogen. MAZ hat ihn mit einem kleinen Falkensee-Teil erweitert.

MAZ: Was würden Sie mit Ihrem Leben anfangen, wenn Sie noch einmal 20 wären?

Kunz:Unterstellt, ich hätte das nötige Kleingeld, Italienisch lernen und mindestens ein Jahr lang das Land bereisen. Davon allein drei Monate in Oberitalien verbringen und dort Speckknödel und Pasta genießen. Studieren würde ich danach wieder dasselbe. Außer Sport vielleicht.

Sie fliegen per Zeitmaschine zurück. Welches Ereignis der Geschichte würden Sie gern miterleben?

Kunz:Ich würde mich gerne bei Eva für den Apfel, bei Kopernikus für das heliozentrische Weltbild, bei Charles Darwin für die Evolutionstheorie und bei Hannah Arendt für die Entdeckung der Banalität des Bösen bedanken. Außerdem bei Deep Purple für „Made In Japan“.  

Sie dürfen eine Million Euro spenden. Wer bekommt das Geld?

Kunz:Derart viel Geld zu verschenken, ruft immer ein schlechtes Gewissen hervor, weil soundso viele zwangsläufig leer ausgehen. Gegenwärtig würde ich wahrscheinlich Flüchtlinge und Flüchtlingsinitiativen unterstützen.

Welchen Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Kunz:In der Regel solche, die auf menschliche Unvollkommenheit zurückzuführen sind. 

Was macht Sie glücklich?

Kunz:Nichts Bestimmtes. Das kann je nach Laune eine leckere Currywurst genauso sein wie ein gewonnenes Fußballspiel, ein langer, wortreicher Abend mit netten Menschen, ein interessantes Buch, schöne Musik, jemandem eine Freude zu bereiten oder, wie zuletzt, der bestandene Master meiner Tochter.  

Zur Person

Geboren wurde Norbert Kunz 1958 in Karlsruhe, 1973 Eintritt in die SPD und zu den Jungsozialisten,

Während der Schüler- und Studentenzeit wirkte er in der Schülervertretung (unter anderem als Landesschülersprecher in Hessen und Vorsitzender des studentischen Dachverbandes der BRD) mit, Studium der Sozialwissenschaften.

Mitarbeiter des SPD-Parteivorstandes war Norbert Kunz bis 1990, danach arbeitete er in der SPD-Bundestagsfraktion, davon sieben Jahre im Büro von Wolfgang Thierse.

Aus Protest gegen die von ihm als unsozial kritisierten Schröder’sche Politik der Agenda 2009/10 trat er aus der SPD aus und in PDS/Linke ein.

Norbert Kunz wohnt seit 1999 in Falkensee, er ist verheiratet und hat eine Tochter.

Auf dem MAZ-Wahlforum am 22. September wird sich Norbert Kunz neben den anderen Bürgermeisterkandidaten – Heiko Müller (SPD), Barbara Richstein (CDU), Ursula Nonnemacher (Grüne) und Andreas Breinlich (AfD) – den Fragen der MAZ-Leser stellen. Das Forum findet in der Aula der Falkensseer Kant-Gesamtschule statt und beginnt um 18.30 Uhr.

Was macht Sie fassungslos?

Kunz:Immer wieder Dummheit beziehungsweise Gedankenlosigkeit in Verbindung mit selbstgefälliger Rechthaberei. 

Welchen Fehler würden Sie gern ungeschehen machen?

Kunz:Den einen gibt es nicht. Dafür eine stattliche Anzahl anderer.

Bei wem holen Sie sich am liebsten Rat?

Kunz:Das kommt ganz auf den Rat an, den ich brauche. 

Vor welcher Arbeit in Haus oder Garten drücken Sie sich, so gut es geht?

Kunz:Vorm Bügeln. Davon bekomme ich Rückenschmerzen, egal, ob im Stehen oder im Sitzen. Außerdem hat sich mir der Sinn dieser Tätigkeit nie richtig erschlossen.

Was ist Ihr Lieblingstier?

Kunz:Keines eigentlich. Jede Kreatur verdient Bewunderung. In Kindheitstagen gab es aber zuhause einen Wellensittich, dem meine Mutter den Ausruf „Papa ist ein Spinner“ beibrachte – auf Badisch natürlich („De Babbe isch’n Schbinner.“) Das Federvieh hat mich damals beeindruckt, obwohl ich seine Meinung nicht teilte. 

Sie erwachen aus einem 100-jährigen Schlaf. Wonach fragen Sie?

Kunz:Ist sie immer noch Kanzlerin? Falls ja: Welcher Lümmel hat mich geweckt? 

Über wen haben Sie sich zuletzt geärgert?

Kunz:Über Vieles und Viele. In letzter Zeit immer wieder über den Republikaner Donald Trump, ein kleingeistiges Großmaul, das hoffentlich niemals Präsident der USA wird. Und richtig wütend? Da hätte ich manches auf Lager, das aber wahrscheinlich nicht zitierfähig wäre. Über Brandstifter und Verharmloser zum Beispiel.

Worüber haben Sie das letzte Mal gelacht?

Kunz:Gelacht habe ich über ein Facebook-Foto von den zwei Toiletten-Türen eines spanischen Restaurants. Auf der einen Tür stand „bla“, auf der anderen „blablablablabla“. Das ist zwar nicht politisch korrekt. Davon versteht mein Zwerchfell aber nichts. 

Wie würden Sie Falkensee in einem Satz beschreiben?

Kunz:Ein liebenswertes Fleckchen Erde vor den Toren der Metropole. 

Was gefällt Ihnen an Falkensee am meisten?

Kunz:Es sind meistens die kleinen Zufluchtsorte. Etwa der Strandkorb am See, in dem man auch während der kalten Monate sitzen und seinen Gedanken nachhängen kann. Ah ja, und natürlich die Türkische Torte im Café Wenzel.

Was stört Sie an Falkensee am meisten?

Kunz:Ganz klar der Autoverkehr von der Nauener Chaussee bis zur Spandauer Straße, der Schönwalder Straße und der Bahnhofstraße und die wenigen Fahrrad- und Gehwege. 

Ihr Lebensmotto?

Kunz:Menschen verändern sich. Das eine und einzige Lebensmotto kann es nicht geben. Was mir aber wichtig ist: Man muss lernen, mit den eigenen Widersprüchen klar zu kommen. Und, wenn’s gestattet ist: Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann.

Von MAZ-online

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