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Fast zehn Stunden im Einsatz

Bilanz der Feuerwehr nach Unfall mit Gefahrgutlaster Fast zehn Stunden im Einsatz

Nach dem Unfall mit einem Gefahrgutlaster auf der Autobahn waren am Mittwoch verschiedene Feuerwehren aus dem Havelland vereint im Einsatz: Dieser wurde vom Brieselanger Gemeindewehrführer Marco Robitzsch geleitet. Er lobte in seinem Fazig das Zusammenspiel der Wehren.

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Die Feuerwehrleute hatten fast zehn Stunden auf der Autobahn zu tun.

Quelle: Julian Stähle

Brieselang. Ein Unfall auf dem westlichen Berliner Ring hatte am Mittwoch in der Umgebung für ein Verkehrschaos gesorgt. Ein Flüssiggastransporter war zwischen den Anschlussstellen Spandau und Potsdam-Nord umgekippt, die Autobahn musste in dem Bereich voll gesperrt werden. Von Anfang an vor Ort waren zahlreiche Feuerwehrleute aus der Region.

War der Einsatzleiter nach dem Unfall auf der Autobahn

War der Einsatzleiter nach dem Unfall auf der Autobahn: Marco Robitzsch, Gemeindebrandmeister von Brieselang

Quelle: Andreas Kaatz

Die Einsatzleitung hatte an dem Tag der Brieselanger Gemeindewehrführer Marco Robitzsch, denn die Brieselanger Wehr ist für diesen Autobahnabschnitt zuständig. „Es war ein sehr aufwändiger Einsatz“, sagt er. Um 7.17 Uhr erfolgte die Alarmierung. Was auf ihn zukommt, wusste er zu dem Zeitpunkt noch nicht. „Da war von einem Verkehrsunfall mit Personenschaden in Richtung Dreieck Werder die Rede. Zudem hieß es, dass Motoröl ausläuft“, sagt Robitzsch. Wenig später traf er mit seinem Kommandowagen an der Unglücksstelle ein, gefolgt vom Rüstwagen aus Brieselang. Da waren bereits Feuerwehrleute aus Potsdam-Mittelmark zu Gange, die eher alarmiert worden sind, weil anfangs unklar war, wo sich der Unfall ereignet hat. Da bis Potsdam-Nord (Fahrtrichtung Dreieck Werder) die Stützpunktwehr Brieselang zuständig ist, übernahm Robitzsch die Einsatzleitung und orderte erst einmal zwei Tanklöschfahrzeuge aus Nauen und Falkensee nach.

„Es stellte sich heraus, dass es sich um einen Gefahrgutlaster handelte“, sagte Robitzsch. Zwar trat augenscheinlich kein Gas aus, die Behälter waren unbeschädigt. „Trotzdem hatte aber nicht nur ich eine Nase voll Gas“, meinte der Einsatzleiter und alarmierte sicherheitshalber neben dem Gefahrgut-Gerätewagen aus Nauen auch den ABC-Erkundungswagen aus Dallgow. Die Spezialisten gaben jedoch Entwarnung. Die Messungen ergaben, dass kein Gas austritt.

Daraufhin konnten die restlichen Lkw vorbeigeleitet werden. Ein Hühnertransporter stand zwar im Schatten, doch lange hätten es die Tiere nicht mehr ausgehalten. „Wir hätten für eine Kühlung sorgen müssen, doch das hätte zu viel Personal gebunden“, so Robitzsch. Der Transporter wurde als erstes weitergeschickt, andere folgten. „Wir hatten noch riesiges Glück“, meint er. „Es trat kein Gefahrstoff aus, wir hatten keine 30 Grad Hitze, keine weiteren Tiertransporter und auch keine Busse.“

Probleme gab es dann aber in der weiteren Folge. „Eigentlich sollte das Gas abgepumpt, der Lkw aufgerichtet und abgeschleppt werden. So war der Plan.“ Doch dann stellte sich heraus, dass die Ventile an Hänger und Zugmaschine so konstruiert sind, dass sie sich erst öffnen lassen, wenn der Lkw aufgerichtet ist. Somit schlug der erste Versuch fehl. Der Hängerzug musste als erstes auf die Räder gestellt werden.

Schon zuvor hatte der Einsatzleiter einen Löschangriff aufbauen lassen. Schaum- und Wasserstrahlrohre waren auf den verunglückten Lkw gerichtet, um schnell handeln zu können, falls ein Brand ausbricht. Zudem kamen noch drei Löschfahrzeuge aus Nauen, Priort und Wustermark hinzu. Insgesamt 50 Feuerwehrleute waren zu dem Zeitpunkt im Einsatz. Zwei Trupps mit Pressluftatmern und einer in Hitzeschutzanzügen standen schwitzend Gewehr bei Fuß, um sofort mit dem Löschen beginnen zu können.

Nachdem der Sicherheitsbereich vergrößert worden war, machte sich das Bergungsunternehmen daran, mit einem Kran den Hänger aufzurichten. In diesem befanden sich 7,5 Tonnen des Gasgemisches. Alles ging gut, das Abpumpen klappte. Danach folgte die viel schwerere Zugmaschine, die 9,5 Tonnen geladen hatte.

Etwa gegen 17 Uhr hatte die Feuerwehr ihre Arbeit beendet. Mit dem Ablauf ist Marco Robitzsch zufrieden. Das Besondere an dem Einsatz sei gewesen, dass er aufgrund der vielen Feuerwehrleute, auch aus anderen Wehren, sehr komplex war und dass er sehr lange gedauert hat. Kapp zehn Stunden waren die meisten Einsatzkräfte vor Ort. Einige, die zur Spätschicht mussten, wurden im Laufe des Tages ersetzt. Andere kamen direkt aus der Frühschicht zur Autobahn, waren platt. „Wenn es noch länger gedauert hätten, hätten wir mehr Leute austauschen müssen. Als absolut positiv ist hervorzuheben, dass die Zusammenarbeit unter den Wehren sehr gut ist“, sagte Robitzsch. Er ist froh, dass an dem Tag nichts Schlimmeres passiert ist.

Angesichts solcher Einsätze merkte Bürgermeister Wilhelm Garn an, dass die bisher vom Land bereit gestellten Fördermittel für die Stützpunktwehr Brieselang noch zu wenig sind.

Von Andreas Kaatz

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