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Feierlaune trotz ernster Lage

Paaren im Glien Feierlaune trotz ernster Lage

Das 8. Havelländer Erntefest wurde am Wochenende im Erlebnispark von Paaren im Glien gefeiert. Trotz ernster Töne zur Lage der Bauern fanden die Teilnehmer Freude an den präsentierten Waren und geschmückten Fahrzeugen. Der schönste Traktor kam aus Dyrotz.

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Drei-Königinnen-Treffen: Zur Krönung der 8. Havelländer Erntekönigin waren ihre Vorgängerinnen vor Ort.

Paaren im Glien. Natürlich sei das diesjährige Erntefest im Erlebnispark Paaren kein Vergleich zum vorigen Jahr, als an selber Stelle das Landeserntefest ausgetragen wurde. Doch Geschäftsführer Steffen Krebs zeigte sich mit den Besucherzahlen des 8. Havelländer Erntefestes, trotz regnerischen Beginns, zufrieden. „Bereits um 14 Uhr hatten wir über 3000 Besucher“, so Krebs.

Schmuckstück aus Dyrotz

Schmuckstück aus Dyrotz.

Quelle: Ulrike Gawande

Mit der Gemeinde Wustermark habe man zudem in diesem Jahr wieder einen starken Partner an der Seite, der sich auf der Veranstaltung mit seinen Vereinen präsentierte. Aus Wustermarks Ortsteil Dyrotz kommt auch der Gewinner der Wahl des schönsten Erntewagens, der für seine besondere Detailgenauigkeit ausgezeichnet wurde. Mit einer Erntekrone geschmückt, hatte der Wagen, gezogen von einem luftgekühlten Deutz-Trecker, neben Obst-, Korn- und Gemüsedekoration sogar eine Milch- und eine Weinecke zu bieten.

Insgesamt 26 Fahrzeuge hatten sich an der Wahl und dem anschließenden Ernteumzug beteiligt. „Klasse, statt Masse“, sei deshalb das Motto, so Krebs. Die Wahl des schönsten Wagens sei der Jury sehr schwer gefallen, da sich alle Teilnehmer viel Mühe mit ihren Fahrzeugen gegeben hätten, berichtet Krebs. Frisch gekürt wurde auch Anne Köppen zur neuen, bereits 8.Havelländer Erntekönigin.

Weniger positiv fielen hingegen die Grußworte des Vorsitzenden des Havelländer Kreisbauernverbandes, Dirk Peters aus. Die positive Nachricht stellte er voran: „Die Landwirte konnten der Bevölkerung auch in diesem Jahr wieder ausreichend qualitativ hochwertige Produkte anbieten.“ Damit seien die guten Nachrichten aufgebraucht, denn obwohl ein Bauer mit der Natur und in der Natur arbeite, habe das Wetter in diesem Jahr für zahlreiche schlaflose Nächte gesorgt. So sei das Osthavelland noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen, so Peters, die Ernte für das Westhavelland, mit den sandigeren Böden, sei jedoch eine Katastrophe. Peters: „Bei der Witterung machen uns die langen, trockenen Phasen zunehmend zu schaffen.“ So sei auch die Maisernte ein Totalausfall. Der Mais sei schlichtweg vertrocknet. Ein Blick auf die umliegenden Felder genügte, um die Aussage des Fachmanns bestätigt zu bekommen.

Doch das viel größere Problem, so Peters, sei zusätzlich zum Wetter, der Preisverfall für landwirtschaftliche Produkte. Bis zu 25 Prozent seien die Preise in den Keller gegangen: Sowohl für Getreide, wo die Ware aus Russland den Markt beherrsche, als auch bei den Milchbauern, die trotz großer und moderner Anlagen aufgrund des niedrigen Milchpreises vielfach nicht mehr überlebensfähig seien. Der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes dankte den Bauern für ihre Arbeit und dafür, dass ihr Engagement nicht auf dem Feld oder an der Stalltür aufhöre.

Am Rande des Festgeschehens stand Alexander Flatscher mit einem kleinen Kalb und einem Schild, auf dem provozierend auf den Preisverfall der Milch hingewiesen wurde. Der 17-Jährige aus dem Salzburger Land absolviert derzeit ein Praktikum auf dem Havellandhof in Ribbeck. Auch in Österreich kenne man die Probleme mit sinkenden Milchpreisen, so Flatscher. Doch seien die Betriebe in seiner Heimat kleiner. „Oft sind es Familienbetriebe und es gibt keine Angestellten“, erzählt der Schüler, der später einmal den Hof übernehmen will. So stehen nur sechs Milchkühe daheim auf der Weide. Die Milch werde meist weiterverarbeitet, und die Produkte genutzt, um auch Urlauber auf dem Hof zu versorgen. Flatscher glaubt, bestätigt durch Gespräche mit Besuchern des Erntefestes, dass viele Menschen die Konsequenzen aus den sinkenden Milchpreisen nicht sehen wollen. „Viele sagen, sie würden mehr bezahlen, aber eigentlich wollen sie nur das Billigste kaufen“, bedauert der Österreicher, dem sein Praktikum im Havelland viel Spaß macht.

Von Ulrike Gawande

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