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Feiern und beten

Elstal Feiern und beten

Das Bildungszentrum Elstal besteht seit 20 Jahren. Sonnabend lud es zum Tag der offenen Tür und stellte sich und seine Kirche vor, die sich auf einer ehemaligen Militärliegenschaft angesiedelt hat.

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Die Studentenband hatte christliche Pop- und Rocksongs im musikalischen Gepäck.

Quelle: Vanessa Mehwitz

Elstal. Am Sonnabend öffnete das Bildungszentrum Elstal seine Türen und hieß Freunde von außerhalb und Bewohner des Ortes herzlich willkommen. Anlass hierfür war das 20-jährige Bestehen des Campus. 1997 hatte der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) seinen Deutschlandsitz hierher verlegt.

Sonnabend stand ganz im Zeichen der Begegnung. Dazu zählten auch Spielplatz, Hüpfburg und Kletterwand. Am Haus des Gemeindejugendwerks startete die Geocachingtour. Anhand von Koordinaten konnte man hier über das Gelände gehen, Dosen suchen, Rätsel lösen und so den Campus interaktiv kennenlernen.

Wer die weniger spielerische Variante bevorzugte, konnte jederzeit Studenten und Mitarbeiter ansprechen und sich vom Leben in der Gemeinde erzählen lassen. Hier bot sich die Gelegenheit, mal konkret nachzufragen, was die Baptisten eigentlich so machen. Das scheint vor allem für viele Bewohner des Ortes noch unklar, so auch für Monika Rogge: „Wir haben damals den Baubeginn miterlebt und uns dann gefragt, was das eigentlich für eine Gemeinde ist. Man dachte manchmal schon an eine Sekte, aber wenn man herkommt, dann sieht man, dass das gar nicht so ist.“ Die Baptisten-Gemeinde ist eine evangelische Freikirche, die keine Kirchensteuer erhebt, keiner strengen Liturgie in Gottesdiensten folgt und Freiwilligkeit an erster Stelle setzt. „Wir legen viel Wert auf Inklusion vieler Kulturen und verschiedener Generationen. Heute finden zudem verschiedene Minivorlesungen zum Thema Ethik und Seelsorge statt“, so Michael Gruber, Leiter im Bereich Kommunikation.

So konnten die Besucher im Kaminzimmer das Seminar zum Thema „Leichte Sprache“ von Pastorin Andrea Schneider besuchen und erfahren, wie man mit geistig eingeschränkten Menschen verständlich kommunizieren kann. „Es geht darum, sich bewusst einfach auszudrücken“, so die Pastorin.

Ein Projekt ganz anderer Art zeigte Joachim Gnep in seiner Porträt-Gallery. Einige Tage zuvor wurden vor dem örtlichen Supermarkt professionelle Fotos von Freiwilligen aus Elstal geschossen, um diese am Tag der offenen Tür zu präsentieren. „Den meisten geht es so, dass man sich ungern selbst auf Fotos sieht. Wir wollten mal zeigen, dass jeder, gerade mit seinen kleinen Macken und Narben, einzigartig und daher wunderschön ist. Zudem ist das Projekt ein guter Anknüpfungspunkt mit den Menschen“, schilderte Gnep. Wessen Interesse hier geweckt wurde, der kann gern zur nächsten Ausstellung am Donnerstag in der Begegnungsstätte Elstal kommen.

Um sich nach all den Eindrücken zu stärken, wurde neben Kaffee und Kuchen auch Gegrilltes, Süßes an der Candy-Bar sowie Erfrischungen an der Cocktailbar angeboten. Zudem war die Feuerwehr Elstal mit einer Gulaschkanone vor Ort.

Der Höhepunkt der Festveranstaltung war jedoch der Gottesdienst, der weniger klassisch, sondern mit poppigen, melodischen Songs moderner konzipiert ist. Hier kamen unter anderem der Präsident des BEFG, Michael Noss, und Studentin im 6. Semester, Lucie Meißner, in einer Gesprächsrunde zu Wort. „Ich studiere gerne hier in Elstal. Was sich in den letzten 20 Jahren hier entwickelt hat, ist einfach toll. Uns fehlt aber noch ein richtiger Andachtsraum, eine Kirche, in der wir zusammenkommen können“, wünschte sich die Studierende. Mit dieser Bitte ist die junge Frau nicht allein und man kann in naher Zukunft damit rechnen, dass Pläne in diese Richtung gemacht werden. Dieser Wunsch wurde auch vom Wustermarker Bürgermeister Holger Schreiber unterstützt, der in der Gesprächsrunde seine Dankbarkeit über die Baptisten-Gemeinde in Elstal ausdrückte: „Ich freue mich, dass unsere Senioren hier so schön wohnen können. Das ist nicht selbstverständlich. Zudem ist es schön zu sehen, dass aus einem ehemals militärisch geprägten Ort, ein Ort mit positiver Botschaft wurde.“

Von Vanessa Mehwitz

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