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Ferchesars ältester Brunnen ist neu hergestellt

600 Jahre altes Werk Ferchesars ältester Brunnen ist neu hergestellt

Der älteste Brunnen von Ferchesar (Havelland) kann jetzt in neuer Pracht bewundert werden. Die Brüder Werner (77 Jahre) und Heinz Berckholtz (73) haben das Bauwerk saniert und zum Teil erneuert. Der Brunnen ist wenigstens 600 Jahre alt, denn bei der urkundlichen Ersterwähnung Ferchesars 1438 gab es ihn schon.

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Die Gebrüder Werner (links) und Heinz Berckholtz am neu hergestellten alten Brunnen.

Quelle: Bernd Geske

Ferchesar. Der Urlauberort Ferchesar, auch bekannt als „Perle des Havellands“, ist um einen Anziehungspunkt reicher. Die beiden Brüder Werner (77 Jahre) und Heinz Berckholtz (73) haben den uralten Brunnen auf ihrem Hof an der Dorfstraße 26 B neu gestaltet, so dass sich Einheimische und Gäste nun ein gutes Bild davon machen können, wie er früher einmal jahrhundertelang ausgesehen hat. Die Historie hat es zudem so günstig gefügt, dass der Brunnen sich genau auf der Grenze des Grundstücks zur Straße befindet. Interessierte können das Bauwerk also vom Fußweg aus ausgiebig betrachten, ohne überhaupt privates Gelände betreten zu müssen.

Bei der Ersterwähnung 1438 gab es den Brunnen schon

Bevor Werner Berckholtz an die Arbeit ging, hat er noch einmal die alten Unterlagen gewälzt und alles zusammengestellt, was es Wissenswertes über den Brunnen gibt. „Es ist der älteste und einzige noch erhaltene Brunnen in Ferchesar, der einst aus Feldsteinen errichtet wurde“, erklärt er. Ein regelrechtes Baujahr sei nicht nachzuweisen. Alten Überlieferungen sei aber zu entnehmen, dass er schon zur Ersterwähnung Ferchesars im Jahre 1438 als Trinkwasserquelle genutzt worden ist. Es habe damals nur drei Brunnen im Ort gegeben, die alle eine Tiefe von rund zwölf Metern hatten. Aber nur der auf dem Berckholtz’schen Hof sei heute noch erhalten.

Er könne sich erinnern, dass der Brunnen in seiner Jugendzeit circa elf Meter tief war, berichtet Werner Berckholtz. Oben habe er einen Durchmesser von 2,20 Meter gehabt, unten aber nur noch rund einen Meter. Damit sind wir auch schon an dem Punkt, der den Brunnen so interessant macht. Seine Innenwand besteht aus in kreisrunder Form übereinander aufgeschichteten Feldsteinen, die alle einfach so aufeinander halten, ohne überhaupt mit Kalk oder Lehm verbunden worden zu sein. „Das hält von selbst“, schwärmt Werner Berckholtz, „die Feldsteine sind immer so ausgewählt und aufeinander gesetzt worden, dass sich verkeilen.“

Über Ostern aufgemauert

Zuletzt endete der alte Brunnen lange Zeit genau an der Erdoberfläche und war mit Bohlen abgedeckt. Über Ostern nun haben ihm die beiden Berckholtz-Brüder in gemeinsamer Arbeit wieder eine „Krone“ aufgesetzt und etwa einen Meter hoch einen sehr dekorativen Feldsteinrand aufgemauert. Wie sie erzählen, war das gar nicht so leicht. Sie hätten sich dafür eine Schablone in der entsprechenden Krümmung hergestellt und seien damit Stück für Stück um den Rand gewandert.

Eine Herausforderung sei es gewesen, stets solche Feldsteine an die nächste Stelle zu setzen, die auch gut dorthin passen. Nicht zuletzt haben die beiden Rentner noch ein modernes Sicherheitsgitter eingezogen, damit niemand tief in ihren Brunnen hinein fallen kann. Kindern, die möglicherweise eine Puppe oder einen Teddy hineinfallen lassen, kann so auch umgehend geholfen werden.

Von Bernd Geske

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