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Havelland Fesches und Freches im Künstlerhof
Lokales Havelland Fesches und Freches im Künstlerhof
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00:17 26.04.2017
Renée Dressler und ihr Bild „Verschämt und frech“ Quelle: Hans-Peter Theurich
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Brieselang

Als gelungenes Atelierfest fand die Eröffnung der Frühlingsschau von „Lenz und Kunst“ am Sonnabend im Brieselanger Künstlerhof statt. Ungewöhnliche große Pastellbilder von Renée Dressler hingen neben starken Damen des Falkenseer Malers Hermann Lüddecke. Exotisches präsentierte der Keramikkünstler Guido von Martens: Er hatte von seiner Chinareise im letzten Jahr Seladon, eine mintgrüne Glasur, mitgebracht. Daraus sind elegante Porzellanschalen geworden. Viele Havelländer und Berliner Kunstfreunde nutzten die Schau, um sich mit den neuesten Arbeiten vertraut zu machen und in froher Runde zu fachsimplen.

Zarte Mädchenakte hat Renée Dressler in große Pastelle umgesetzt und damit einen enormen malerischen Effekt erreicht. „Zuerst war der Titel da, etwa ‚Jung und eitel‘. Dann habe ich die Idee umgesetzt. Am Anfang waren meine Modelle noch etwas zurückhaltend, aber später haben wir sehr viel gelacht“, erzählt die Malerin.

Vor allem das Werk „Verschämt und frech“ macht gute Laune: Eine junge Frau leckt der anderen herzhaft das Gesicht ab. Es erscheint wie eine unbeschwert-fröhliche Antwort auf jene Debatten, in denen es um sexuelle Ausrichtungen aller Couleur geht. Selbst ein scheinbar harmloses Bund Spargel, auf einer Platte appetitlich angerichtet, erhält erotische Energie durch den Titel: „Veronika…“

Die vielen Gäste auf dem Fest zeigten sich angetan von den Mädchenakten. Mindestens ein roter Punkt fand seinen Weg zu einem Bild: es hatte einen Käufer.

Die drallen Damen Hermann Lüddeckes treiben ihr unverhohlen erotisches Dasein auf wandfüllenden Gemälden. Da erscheint „Frau Venus“ in rotem Lack als Domina, ein Mini-Amor in Gummistiefeln spielt mit Pfeil und Bogen. „Mich interessieren die Figuren und die Formen. Malen macht mir Freude und diese Freude nehme ich ernst“, erklärte er. So bekommt Madame Butterfly ganz spontan einen Schmetterling auf die Hand gesetzt, während vor ihr ein japanischer Sumo-Ringer trainiert. Oft zeigt der Maler aus Falkensee die Frauenakte mit Affen oder Schweinen. Wie kommt es dazu, will der Künstler so verborgene animalische Seiten des Menschen andeuten? Nö, aber wenn der Betrachter vor seinen Bildern anfängt zu philosophieren, dann freut sich Hermann Lüddecke.

In den luftigen Regalen vor den großen Fenstern der Galerie stehen zartgrüne Schalen mit interessantem, wie gerissen wirkenden Goldrand: Das Porzellan ist so fein gearbeitet, das es fast wie Glas erscheint. Die Glasur passt perfekt dazu und legt sich wie ein grüner Hauch um die Gefäße.

2016 verbrachte Guido von Martens als Artist in Residence, also als eingeladener Künstler, einige Woche im chinesischen Shangyu. In der Porzellan-Hochburg wird der Ton, das Kaolin für die feinen Gefäße, abgebaut. 27 seiner Arbeiten befinden sich im Museum of Modern Ceramic Art in Shangyu. In der Ausstellung „Lenz und Kunst“ sind nun auch im Havelland die Werke Guido von Martens` mit der original chinesischen Glasur zu bewundern.

Michael Heckert ist selbst Maler und lebt seit einigen Jahren in Brieselang. Hermann Lüddeckes Arbeiten erinnerten ihn an den südamerikanischen Künstler Botero: „Und Art-déco-Anklänge sehe ich. Auch die Pastelle von Renée Dressler sind fantastisch und bringen frischen Wind in den Speckgürtel!“

Die Ausstellung läuft bis zum 15. Juni: Märkischer Künstlerhof, Brieselang, Platz des Friedens; geöffnet donnerstags zwischen 14 und 21 Uhr.

Von Judith Meisner

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