Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Fest zum Sanierungsbeginn der Bockwindmühle

Bamme Fest zum Sanierungsbeginn der Bockwindmühle

Zum bundesweiten Mühlentag am Pfingstmontag haben viele Gäste die Bockwindmühle in Bamme besucht. Sie ließen sich die Technik erklären und konnten auch frisch gebackenes Mühlenbrot genießen. Schon am Dienstag nach Pfingsten ist Sanierungsbeginn. Die Gemeinde Nennhausen wird 260 000 Euro für Arbeiten an der Mühle investieren.

Voriger Artikel
Blinde orientieren auf Fernseher mit Sprachhilfe
Nächster Artikel
Trauer um Teenager in Falkensee

Rund um die Bockwindmühle saßen die Besucher. Sie schauten sich die Mühle an und ließen sich das frische Mühlenbrot schmecken.

Quelle: Norbert Stein

Bamme. Erstmals öffneten am Pfingstmontag 1994 über 500 Mühlen bundesweit ihre Türen für interessierte Besucher. Seitdem steht auch im Land Brandenburg der zweite Pfingstfeiertag im Zeichen historischer Mühlen. Dafür hatten am Pfingstmontag viele lokale Akteure und Vereine landesweit in 59 historische Mühlenbauwerke zu Erkundungstouren eingeladen.

Auch der Förderverein Bockwindmühle Bamme beteiligte sich am Aktionstag. Auf dem Mühlenberg öffnete der 2010 gegründete und heute 33 Mitglieder zählende Förderverein die 1334 erbaute Bockwindmühle. Zahlreiche Besucher nutzen die vorerst letzte Möglichkeit zur Besichtigung der vermutlich ältesten Bockwindmühle in der Mark Brandenburg. Noch in diesem Monat kommen Handwerker auf den Mühlenberg und machen die Bockwindmühle zur Baustelle. Sie wird umfassend saniert. Die Gemeinde Nennhausen als Eigentümerin investiert dafür mit Unterstützung einer europäischen Leader-Förderung 260 000 Euro. Der Förderverein übernimmt die Planungskosten von 29 000 Euro.

Dietmar Großmann hat frisches Mühlenbrot gebacken

Dietmar Großmann hat frisches Mühlenbrot gebacken.

Quelle: Norbert Stein

Offizieller Start für das Sanierungsvorhaben ist schon am Dienstag nach Pfingsten mit der Auftragsvergabe. In den nächsten Tagen werde die Bockwindmühle als Baustelle eingezäunt und mit den ersten Arbeiten begonnen, erklärt Günther Haseloff, der als Architekt das Sanierungsvorhaben vorbereitet hat und auch in der Umsetzung fachlich begleitet. Beim Aktionstag auf dem Mühlenberg stellte er das Sanierungskonzept vor und beantwortete Fragen interessierter Besucher.

Den Mühlenkasten und Mühlenbock werden sich die Handwerker als erstes vornehmen, erklärte er zum Bauablauf. Der Mehlbalken, das Dach, die Flügel, die Technik, die Innenausstattung und weitere Arbeiten würden dann folgen. Nicht unerwähnt ließ der Architekt, dass man auch den Baumbestand etwas lichten muss, damit genügend Wind auf dem Berg kommt, um mit der Mühle zu Schauzecken wieder Korn malen zu können.

Früher war der Berg unbewaldet. Verläuft alles nach Plan, sollte die Sanierung in gut einem Jahr abgeschlossen sein, sagte Haseloff im Gespräch mit dem Nennhausener Gemeindevertreter Thomas Richter. Die Bockwindmühle sei eine Besonderheit und sei gut für die touristische Entwicklung der Region, meinte Richter. Die Entscheidung der Gemeindevertretung, für die Sanierung zu stimmen, sei richtig gewesen, betonte er. Das sieht auch Gemeindevertreter Alexander von Stechow so. Er war ebenfalls nach Bamme gekommen, wie auch Martin Gorholt (SPD), der sich in seiner Zeit als Kulturstaatssekretär für die Sanierung der Bockwindmühle eingesetzt hatte. Die Mühle gehöre historisch zum Dorf und sei für Bamme eine Bereicherung, bekannte der Ortsvorsteher Burkhard Küchler.

Cornelia Großmann und Günter Seidemann führten Besuchergruppen

Cornelia Großmann, die Vorsitzende des Fördervereins, und ihr Stellvertreter Günter Seidemann erklärten abwechselnd auf dem Mühlenboden Besuchergruppen Aufbau und Funktionsweise der Mühle. Dorothea Tarkler und ihr Mann Udo aus Nauen waren wie viele weitere Besucher sehr beeindruckt. „Es ist schön, dass die Mühle nun saniert wird und erhalten bleibt“, sagte Dorothea Tarkler. Günter Seidemann hatte der Besuchergruppe zuvor noch erläutert, dass die Müllermeister früher ihre Gesellen mit einem „Glück zu!“ auf die Wanderschaft verabschiedeten.

Um die Bockwindmühle herum saßen die Besucher an Tischen. Sie tranken Kaffee, ließen sich Schmalzstullen gut schmecken und genossen den Nachmittag. Dietmar Großmann holte frisch gebackenes Brot aus einem transportablen Backofen. 200 Mühlenbrote waren es insgesamt – sie gingen am Mühlentag weg wie warme Semmeln.

Von Norbert Stein

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Havelland
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg