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Fester Job für Asylbewerber aus Kamerun

Vogt Plastic GmbH Premnitz Fester Job für Asylbewerber aus Kamerun

Die Vogt Plastic GmbH im Industriepark Premnitz hat Anfang November den Asylbewerber Johnson Semol Mankong eingestellt. Sein Vertrag war zunächst befristet auf drei Monate. Weil er sich in kurzer Zeit gut eingearbeitet hat, bot ihm das Unternehmen eine Festanstellung an. Jetzt fehlt nur noch die Zustimmung der Behörden.

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Johnson Semol Mankong mit seinem Kollegen René Jaintzyk bei der Arbeit.

Quelle: Bernd Geske

Premnitz. Die Statistiken sagen, dass nur sehr wenige Flüchtlinge in relativ kurzer Zeit zu festen Arbeitsverhältnissen kommen. Die Vogt Plastic GmbH im Industriepark Premnitz zeigt jetzt gegen den Trend, dass so etwas schnell und gut funktionieren kann. Das Unternehmen hatte zum Anfang November den Asylbewerber Johnson Semol Mankong (25 Jahre) aus Kamerun zunächst befristet für drei Monate eingestellt. Weil er sich zügig eingearbeitet hat, bot ihm die Firma am letzten Freitag eine Festanstellung an. Der junge Mann aus Afrika konnte sein Glück kaum fassen. Jetzt warten alle nur noch auf die Zustimmung aller beteiligten Behörden.

„Bei uns hatte sich gezeigt, dass wir einige Arbeiten parallel zum normalen Produktionsprozess zu erledigen haben“, erklärt Betriebsleiter Johannes Wolf. Er selbst habe Johnson Semol Mankong, der in der Premnitzer Gemeinschaftsunterkunft wohnt, bei verschiedenen Gelegenheiten in der Stadt kennen gelernt, berichtet er. Zudem habe es auch ein Interesse der Geschäftsführung gegeben, einem Asylbewerber die Chance zu bieten, sich in das Arbeitsleben zu integrieren. Darum sei dem jungen Mann aus Kamerun der Job angeboten worden. Man habe ihn zunächst als Produktionshelfer im Instandhaltungsbereich eingesetzt, bald habe er dann bestimmte wiederkehrende Wartungsaufgaben selbstständig erledigen können.

Man habe gleich gesehen, so der Betriebsleiter, dass Herr Mankong schon handwerklich tätig gewesen sei. Von Beruf sei er Automechaniker. „Wir haben jetzt schon den Effekt“, sagt Johannes Wolf, „dass klar zu sehen ist, dass wir einen Mann mehr in der Anlage haben.“ Kleines Problem: Der Afrikaner spricht von Hause aus Französisch, versteht schon ganz gut Deutsch – nur spricht er es aber kaum. Den angestammten Leuten bei der Vogt Plastic GmbH wiederum ist die französische Sprache reichlich fremd. Johnson Semol Mankong war gerade im Deutschkurs, als das Arbeitsangebot kam. Da ist er natürlich lieber in die Firma gegangen.

„Es war ein enormer bürokratischer Aufwand, die Arbeitserlaubnis für Johnson zu bekommen“, sagt Wolfgang Hundt, Vorsitzender der Deutsch-Französischen Gesellschaft Premnitz, der eine Patenschaft für einige Asylbewerber aus Kamerun übernommen hat. Man müsse der Vogt Plastic GmbH sehr dankbar sein, dass sie die Geduld aufbrachte, zwei Monate zu warten, bis von der Ausländerbehörde endlich die Zustimmung kam. Zuerst habe es so ausgesehen, als würde alles noch viel länger dauern...

Er sei sehr glücklich, den Arbeitsplatz zu haben, teilt Johnson Semol Mankong mit. Vom ersten Moment an hätten die Kollegen ihn wie einen der Ihren behandelt. Sie hätten ihn gedrückt, umarmt und freundlich gezeigt, was wie zu erledigen sei. In Premnitz und Umgebung habe er eine Reihe von Menschen kennen gelernt, die ihm geholfen und sein Leben reich gemacht hätten. Nun habe er nur noch den Wunsch, eine Familie zu gründen.

„Wir haben gute Erfahrungen gemacht“, sagt Betriebsleiter Johannes Wolf, „und wir würden es schön finden, wenn mehr Unternehmen einen Versuch mit Asylbewerbern machen würden.“ Es sei kein großes Risiko. Ein aktuelles Problem gibt es derzeit aber doch. Traditionell geht die Vogt Plastic GmbH am 24. Dezember in den Weihnachtsurlaub. Üblicherweise freut sich die ganze 28-köpfige Belegschaft darauf. Nur in diesem Jahr ist erstmals einer traurig: Johnson Semol Mankong. Da er erst seit November in der Firma tätig ist, kann er einfach nicht verstehen, nun schon frei machen zu müssen.

Von Bernd Geske

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