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Havelland Feuerwehr blickt auf 125 ereignisreiche Jahre
Lokales Havelland Feuerwehr blickt auf 125 ereignisreiche Jahre
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00:17 26.03.2017
Nach einer Übung: Momentan gehören der Einsatzabteilung der Friesacker Wehr 43 Kameraden an.   Quelle: Privat
Friesack

 Als Karl-Heinz Dochan 1974 in die Friesacker Feuerwehr eintrat, ging es noch etwas rustikaler zu als heute. Ein Tanklöschfahrzeug gab es nicht, das kam erst vier Jahre später. Auch ansonsten konnten die Kameraden damals von heutiger Technik wie dem Rettungssatz mit Schere und Spreizer nur träumen. „Als wir einmal zu einem Unfall zwischen Tankstelle und Briesen gerufen wurden, hatten wir nur Seile und Brecheisen dabei“, sagt er. Das Auto, das bei Glatteis gegen einen Baum gefahren war, musste mit Seilen auseinandergezogen werden. Manchmal wurde auch eine Firma benachrichtigt, die dann mit dem Schneidbrenner zu Hilfe kam.

„Mein Vater war früher in der Feuerwehr“, erzählt Dochan, der aus der Teupitzer Gegend stammt und als Kind den Feuerwehrautos hinterhergerannt ist. Heute fährt der 67-Jährige nur noch mit raus, wenn Not am Mann ist. In seinem Leben hat er viel Zeit bei und mit der Feuerwehr verbracht. „Man muss schon eine kleine Meise haben, um das alles mitzumachen“, sagt Dochan.

Feuerwehrgründer Robert Repke. Quelle: privat

Auch er wird dabei sein, wenn die Friesacker Feuerwehr Anfang April ihr 125-jähriges Bestehen feiert und gleichzeitig die Kameraden, die 2016 bei Einsätzen waren, würdigt. Am 8. April gibt es dazu im Gerätehaus eine Festveranstaltung mit mehr als 250 Gästen. Dann wird auch wieder des „Urvaters“ der Feuerwehr, Robert Repke, gedacht. Der Bäckermeister war 1892 im zweiten Versuch mit der Gründung erfolgreich, nachdem der Ziegeleibesitzer Beyer zwölf Jahre zuvor noch am Geld gescheitert war. Es wurde höchste Zeit.

Denn in den Jahrhunderten zuvor brannte die Stadt ein ums andere Mal ab, so auch vor Pfingsten 1614. Kirche, Rathaus, Schloss und Pfarrhaus wurden neben vielen anderen Gebäuden ein Opfer der Flammen. Die danach erlassene Feuerordnung konnte aber auch nicht verhindern, das schon 1619 die ganze Stadt wieder von einem Feuer zerstört wurde und mit ihr auch sämtliche Akten der Bredows. Weitere Brände ereigneten sich unter anderem 1623, 1666, 1674, 1680 oder auch 1687.

Heutzutage werden die Feuerwehrleute indes zum Glück nicht mehr allzu häufig zu Bränden gerufen, auch wenn es 2007 mit den drei Feuern in der Berliner Straße eine außergewöhnliche Häufung gab. „Vor allem die technischen Hilfeleistungen nach Unfällen auf der B 5 prägten und prägen den Alltag der Feuerwehr“, sagt Ortswehrführer Björn Rackwitz. Nach der Wende waren es fast jede Woche die so genannten Discounfälle, bei denen viele Jugendliche verunglückt sind. „Das war für alle sehr belastend“, so Rackwitz, der mit seinen Kameraden auch des Öfteren zur „Fünften Abfahrt“ gerufen worden ist. Eine Stelle auf der B 5 nördlich der Stadt, an der sich unerklärlicherweise viele Unfälle ereignet haben, trotz gerader Strecke.

Hintergrund

Die Feuerwehr Friesack ist am 3. April 1892 gegründet worden. 33 Personen sind gleich zu Beginn als aktive Mitglieder eingetreten. Im Jahr darauf waren es schon 51 Kameraden 110 passive Mitglieder.

Ausgebildet wurde die Wehr von einem Steglitzer Feuerwehrmann. Später übernahmen die Friesacker die Ausbildung der Wusterhausener und Kyritzer Wehr.

Zu Ehren des Feuerwehrgründers und ersten Wehrleiters Robert Repke findet am 2. April gegen 14.45 Uhr an seinem Grab eine Kranzniederlegung statt.

Am 13. Mai wird es einen Löschangriff nass geben. Zuvor ist ab 10 Uhr ein Umzug durch die Stadt geplant.

Am 17. Juni sind die Friesacker zum Tag der offenen Tür eingeladen.

Der Einsatzabteilung der städtischen Feuerwehr gehören 43 Kameraden an, in der Jugendwehr machen 18 Jungen und Mädchen mit.

Rackwitz war auch ein unfreiwilliger „Hauptdarsteller“ bei einem außergewöhnlichen Unfall im Jahre 2008. Da ließ eine Gasexplosion die frühere Gaststätte „Alter Fritz“ in der Altstadt einstürzen. Der Ortswehrführer befand sich in dem Moment nahe am Haus, tausende Glassplitter verletzten ihn im Gesicht. Der Helm, den er trug, steht mit seinen Einschlägen nun in einer Vitrine im Gerätehaus. „Das war ein Tanz auf der Rasierklinge“, erinnert er sich. Wie durch ein Wunder gab es bei der Explosion keine Toten.

Ständig verbessert hat sich vor allem seit der Wende die Ausstattung mit Fahrzeugen. 1989 bestand das Domizil nur aus dem alten Spritzenhaus von 1900, in dem zwei Autos standen. Vier Jahre später verfügte die Wehr auch über zwei mit Wassertanks ausgestatteten Urals aus NVA-Beständen. Das moderne Gerätehaus ging 2002 in Betrieb, nachdem schon 1997 die neue Fahrzeughalle der Stolz der Feuerwehrleute war. Derzeit besteht der Fuhrpark an der Kleßener Straße aus sechs Einsatzfahrzeugen – darunter das umgebaute Güllefahrzeug mit 12 000 Liter-Tank – sowie zwei weiteren Autos, die dem Landkreis gehören.

Fast 24 Jahre ist Dirk Kniestedt in der Feuerwehr. Mit 18 trat er ein. Damals hatten ihn die Schilderungen einiger Feuerwehrleute – sie waren gerade von einem Einsatz an der Haager Kreuzung auf der B 5 zurückgekehrt – neugierig gemacht. Er folgte der Einladung, schaute bei der Feuerwehr vorbei und blieb. „Ich finde die Kameradschaft gut. Wenn man Hilfe braucht, kann man jemanden anrufen und dann kommt er vorbei“, sagt der 44-Jährige.

Nicht nur er würde sich wünschen, das noch mehr Friesacker mitmachen. Derzeit wird verstärkt geworben. Notfalls sorgt man aber selbst für die nächste Generation, so wie Vize-Amtswehrführer Stefan Scharschmidt, der seine Partnerin Silke Dähne bei der Feuerwehr kennengelernt hat. Sie sind kürzlich Eltern geworden.

Von Andreas Kaatz

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