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Feuerwehr musste 2016 seltener ausrücken

Wustermark Feuerwehr musste 2016 seltener ausrücken

2016 hatte die Feuerwehr in Wustermark (Havelland) weniger zu tun als noch im Jahr davor. Insgesamt 143 mal mussten die Kameraden ausrücken – 13 mal weniger als noch 2015. Ein Grund: Die Zahl der Fehlalarme und der Sturmschäden ist gesunken. Dennoch hatten die Feuerwehrleute einige Großeinsätze zu bewältigen.

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Jürgen Scholz (l.) beförderte in der Jahreshauptversammlung unter anderem den Priorter Christian Lehmann zum 1. Hauptlöschmeister.

Quelle: Julian Stähle

Wustermark. Über zwei Tage hielt im vergangenen Juni ein Feuer im Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses in der Elstaler Schulstraße viele Feuerwehrleute aus Wustermark und den Ortswehren in Atem. „Immer wieder flammte es auf, so dass wir am Folgetag noch mal löschen mussten“, blickt Wustermarkes Gemeindebrandmeister Jürgen Scholz zurück. „Von den acht Wohnungsbränden im Jahr 2016 war das der spektakulärste.“ Zum Glück sei niemand verletzt worden. Auch nicht im September, als die Feuerwehrleute zum einem brennenden Kühlschrank, der auf einem Balkon in Eulenspiegelsiedlung Elstal stand, gerufen wurde. Allerdings kam eine Bewohnerin wegen der starken Rauchentwicklung vorsorglich ins Krankenhaus.

„Insgesamt musste die Wustermarker Feuerwehr im Vorjahr 143 mal ausrücken – 13 mal weniger als 2015“, weiß Scholz. Das liege am Wetter, genauer gesagt am Wind, der nicht so oft für abgebrochene Äste oder umgeknickte Bäume gesorgt habe. Anderseits sei die Zahl der Fehlalarme leicht gesunken. Die liege immer so bei 40 pro Jahr, wobei die Masse von Brandmeldeanlagen im Güterverkehrszentrum, im Outletcenter und in Karls Erlebnis-Dorf ausgelöst würden.

13 Einsätze weniger als 2015

Neben den technischen Hilfeleistungen bei Verkehrsunfällen – neun waren es 2016 mit Personenschaden – gebe es eine Tendenz, über die sich der Gemeindebrandmeister ärgert. Es betrifft die vermehrten Einsätze, um Menschen aus Notlagen zu befreien. 17 gab es im Jahr 2016. Nicht dass die Wustermarker Feuerwehrleute so etwas nicht machen würden, sagt Scholz. Es gehe nicht um „normale“ Türöffnungen, um Rettungskräften einen Zugang zu Wohnungen zu verschaffen.

Aber: „Wir werden immer öfter zu Tragehilfen gerufen. Das heißt, wenn übergewichtige Menschen aus ihrer Wohnung zur Behandlung zum Arzt, zur Dialyse oder zur Therapie müssen. Im Notfall ist die Feuerwehr natürlich mit einem Tragetuch da, aber nur im Notfall. Es darf nicht zur Regel werden, dass nur ein Mann als Krankentransport kommt und genau weiß, dass er den Kranken nicht allein tragen kann und dann die Feuerwehr ruft“, erklärt Jürgen Scholz.

Öfter zu Tragehilfen gerufen

Technisch sind die Feuerwehren in Wustermark, Priort, Elstal und Hoppenrade/Buchow-Karpzow gut ausgestattet. Der Fuhrpark wurde zuletzt 2015 mit einem Tanklöschfahrzeug für die Einheit Wustermark ergänzt. „Wir erarbeiten 2017 den Gefahrenabwehrbedarfsplan für die nächsten Jahre. Dabei wird sicher die zu erwartende enorme Einwohnerentwicklung vor allem in Elstal eine Rolle spielen“, sagt der Gemeindebrandmeister auch mit Blick auf die räumlich begrenzte Situation im Elstaler Feuerwehrdepot.

Schon jetzt werden dort „alle Ecken und Flure genutzt, um Kleidung und Technik unterzubringen. Es ist einfach zu eng“, so Scholz. Allein 27 aktive Kameraden gibt es in Elstal, dazu kommen viele Mädchen und Jungen in der Jugendfeuerwehr. Deshalb sei klar: „Langfristig, also in den nächsten fünf bis zehn Jahren, müssen wir in Elstal ein neues Gerätehaus bauen. Wenn möglich, sollte das auch zentraler in Richtung Olympisches Dorf, Heidesiedlung, Eulenspiegelsiedlung, Radelandsiedlung und Bahnhof gelegen sein.“

Feuerwehr zahlenmäßig geschrumpft

Im vergangenen Jahr ist die Wustermarker Feuerwehr zahlenmäßig von 99 auf 92 aktive Kameraden geschrumpft. Das beeinträchtige zwar die Einsatzbereitschaft (auch am Tage) nicht, zeige aber ein Problem, mit dem vielen Wehren im Havelland zu kämpfen haben: „Die jungen Leute schließen die Schule oder die Ausbildung ab und gegen dann zum Studium oder auf Jobsuche in andere Teile Deutschlands. Nur die wenigsten kommen zurück“, erzählt Jürgen Scholz.

Umso mehr freue er sich über Regelung, dass bei Neueinstellungen in der Gemeindeverwaltung auch die Mitgliedschaft in der Feuerwehr eine Rolle spielt. Im Moment sind fünf Feuerwehrleute im Wustermarker Bauhof beschäftigt, zwei sind als Hausmeister angestellt. Außerdem würden auch einige Kameraden im Reinigungsbereich bei Firmen im Güterverkehrszentrum arbeiten, die für Einsätze freigestellt werden.

Von Jens Wegener

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