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Havelland Feuerwehr rettet Mann aus Premnitzer See
Lokales Havelland Feuerwehr rettet Mann aus Premnitzer See
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20:33 26.02.2018
Am Ufer des Premnitzer Sees landete auch ein Rettungshubschrauber, der vorsorglich alarmiert worden war. Quelle: Ramona Staedler
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Premnitz

Die Freiwillige Feuerwehr Premnitz musste am Donnerstagnachmittag einen Mann retten, der in das Eis des Premnitzer Sees eingebrochen war. Weil er sich schon längere Zeit im kalten Wasser befand, war vorsorglich ein Rettungshubschrauber alarmiert worden. Der Mann wurde mit einer Unterkühlung in ein Krankenhaus eingeliefert, dabei kam der Hubschrauber aber nicht zum Einsatz, der am Ufer des Sees gelandet war.

Der Mann hat der Feuerwehr sein Leben zu verdanken

Wie die Polizei mitteilt, war der Alarm dort um 15.56 Uhr eingegangen. Es habe sich heraus gestellt, dass es um einen 29-jährigen Mann handelt, der im Bereich Premnitz wohnt. Beim Eintreffen von Rettungskräften und Polizei sei er noch ansprechbar gewesen. Mit großer Wahrscheinlichkeit hat der Mann der Premnitzer Feuerwehr sein Leben zu verdanken.

Mit diesem Foto von dem eingebrochenen Mann warnt die Premnitzer Feuerwehr vor dem Betreten des Eises Quelle: Feuerwehr Premnitz

Er hatte sich offenbar ohne zwingenden Grund auf das Eis begeben. Dabei schob er ein Fahrrad neben sich her. Vermutet wird, dass er den Weg zwischen Karl-Marx-Straße und Bergstraße abkürzen wollte.

Den Feuerwehreinsatz hat der Premnitzer Wehrführer Holger Willing geleitet. Wie er berichtet, war die Rettung alles andere als einfach, weil das Eis des Sees sehr dünn und brüchig war. Außerdem war der Mann nicht nahe am Ufer, sondern relativ weit draußen auf dem See eingebrochen.

Feuerwehr setzt Eisschlitten ein

Die Feuerwehrleute versuchten zunächst, mit einem Eisschlitten genannten Hilfsmittel zum Loch zu gelangen. Das ist eine Vorrichtung, die unter das Schlauchboot der Feuerwehr montiert wird. Weil das Eis aber dünn war, brach der Eisschlitten so ein, dass ein schnelles Vordringen unmöglich wurde.

Die Zeit war knapp, denn es war davon auszugehen, dass sich der Mann bereits zehn Minuten im kalten Wasser befand. Er hatte vergeblich versucht, selbst aus dem Eisloch heraus zu klettern. Leute am Ufer hatten ihm eine Plastikplatte zugeworfen, mit deren Hilfe er sich am Rand des Loches an der Oberfläche halten konnte. Sein Fahrrad war verschwunden, es ruht auf dem Grund des Sees. Der hat in weiten Bereichen eine beträchtliche Tiefe, weil er einst als Tongrube angelegt worden ist.

Mit Seilen vom Schlauchboot und Ufer aus dem Loch gezogen

Die Feuerwehrleute drangen schließlich mit ihrem Schlauchboot ohne Eisschlitten und über ausgelegte Leiterteile zum Eingebrochenen vor. Sie warfen ihm einen Rettungsring zu, an dem er sich festhalten konnte. Mit Seilen vom Schlauchboot aus und einem zweiten Seiltrupp vom Ufer her zogen sie den 29-Jährigen Stück für Stück behutsam aus dem Loch heraus. In einem Rettungswagen wurde er erstversorgt.

„Dieser Mann hat sich in extreme Lebensgefahr gebracht“, sagt Wehrführer Holger Willing. Er habe sich sehr leichtsinnig verhalten. Einsätze wie diesen habe die Premnitzer Feuerwehr sehr selten, teilt er mit. Die Rettung von Eingebrochenen aus einem Loch im Eis werde aber jedes Jahr geübt. Die Premnitzer Feuerwehr ist mit 13 Kräften und vier Fahrzeugen im Einsatz gewesen.

Etwa eine halbe Stunde war der Verunglückte im Wasser

Etwa eine halbe Stunde befand sich der Verunglückte im Wasser, hat Karsten Herrmann vom Rettungsdienst Havelland mitgeteilt. Es habe eine Unterkühlung vorgelegen. Der Rettungsdienst habe den Patienten in den vorgeheizten Rettungswagen gebracht, desse nasse Kleidung entfernt, ihn mit einer Rettungsdecke versorgt, körperwarme Infusionen gegeben und ins Krankenhaus transportiert.

Der Rettungsdienst, so Karsten Herrmann, empfehle in solchen Fällen: Bringen Sie sich als Helfer niemals selbst in Gefahr. Rufen Sie über die 112 nach professioneller Hilfe (Feuerwehr, Rettungsdienst). Schieben Sie dem Verunglückten Hilfsmittel zu, an denen er sich festhalten kann (Leiter, Zaunfeld, Bretter).

Nasse, kalte Kleidung am besten mit der Schere entfernen

Der Verunglückte soll nach der Rettung nicht bewegt werden. Er soll vorsichtig transportiert werden. Damit soll vermieden werden, dass das kalte Blut aus den Extremitäten nicht zu schnell zum Herzen transportiert wird – das könnte den sogenannten Bergetod verursachen. Reiben an den Extremitäten aus diesem Grund auch unterlassen. Nasse, kalte Kleidung am besten mit Schere entfernen – in Decken (Rettungsdecke) einwickeln. Den Verunglückten nicht alleine lassen (Bewusstsein und Atmung überwachen). Wenn ein Verunglückter ansprechbar ist, warme (gezuckerte) Getränke verabreichen, aber keinen Alkohol.

Von Bernd Geske

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