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Feuerwehren proben Giftunfall und Hausbrand

Großübungen in Nauen und Paulinenaue Feuerwehren proben Giftunfall und Hausbrand

Feuerwehren aus dem Bereich Nauen und dem Amtsbereich Friesack rückten am Sonnabend zu zwei Großübungen aus. In Nauen wurde ein Giftunfall geprobt, in Paulinenaue der Brand in einer Seniorenunterkunft. Vieles klappte gut. Doch auch Schwachstellen traten zu Tage.

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Ein Säureunfall wurde in Nauen simuliert.

Quelle: Julian Stähle

Nauen/Paulinenaue. Gleich zwei große Einsatzübungen absolvierten Feuerwehren aus dem Bereich Nauen und dem Amtsbereich Friesack am Samstagvormittag. Am Ende zogen die Einsatzleiter eine positive Bilanz, allerdings wurden auch gravierende Schwachstellen sichtbar. „In Nauen hätte es im Ernstfall einigen Einsatzkräften womöglich das Leben kosten können“, sagte Kreisbrandmeister Lothar Schneider. In Paulinenaue sei erneut sichtbar geworden, dass die digitale Funktechnik in einigen Netz-Bereichen eben nicht oder schlecht funktioniert“, so Stefan Scharschmidt von der Amtsfeuerwehr Friesack.

Gegen 10.30 Uhr rückten zunächst die Feuerwehren aus Nauen, Markee und Börnicke im Gewerbegebiet Ost bei der Transportfirma Wernicke an. Das Szenario: Gefährliche Stoffe waren aus Behältern von einem Lkw-Wechsellager ausgelaufen. Schnell wurde klar, dass man mehr Kräfte benötigt, die mit Atemschutzgeräten und Chemikalienschutzanzügen die Lage erkunden mussten. Feuerwehren aus Groß Behnitz, Klein Behnitz und Tietzow rückten nach, wie auch der Gefahrstoffzug Havelland Ost.

Eine  Dekontaminierungsstrecke musste aufgebaut werden

Eine Dekontaminierungsstrecke musste aufgebaut werden.

Quelle: Julian Stähle

Am Lkw angekommen wurde eine enorme Menge an auslaufender Salpetersäure festgestellt. Über dem gesamten Firmengelände zog eine giftige Chemiewolke auf. Unter Vollschutz dichteten die Kameraden das Leck an einem Behälter ab. „Mit der Einsatzstärke von 65 Leuten und der Einsatzzeit bin ich zufrieden. Es sind aber Fehler beim Erstangriff und bei der Erstlageerkundung gemacht worden“, sagte der Kreisbrandmeister. Außerdem habe es zu lange gedauert, bis die Dekontaminationsstrecke aufgebaut war, um die Kleidung der Einsatzkräfte abzusprühen.

Nach dem Einsatz wurde die Kleidung desinfiziert

Nach dem Einsatz wurde die Kleidung desinfiziert.

Quelle: Julian Stähle

„Es zeigte sich auch, dass die moderne Technik für den Katastrophenschutz dringend gebraucht wird. Die liegt in der Zentrale in Beeskow, wird aber aus irgendwelchen Gründen nicht an die Landkreise ausgegeben“, so Lothar Schneider.

Bereits um 9.12 Uhr wurde am Samstag Feueralarm im Amtsbereich Friesack ausgelöst. Ein Brand war im Dachgeschoss einer Wohnstätte für Senioren in Paulinenaue ausgebrochen. „Wir wollten mit dieser Übung zum einen erkunden, wie viele Einsatzkräfte am Wochenende greifbar sind und natürlich, das Evakuieren von Menschen trainieren“, so Stefan Scharschmidt von der Amtsfeuerwehr Friesack.

Im Dachgeschoss des Wohnhauses musste in Brand gelöscht werden

Im Dachgeschoss des Wohnhauses musste in Brand gelöscht werden.

Quelle: Privat

Die Pflegedienstleitung der Wohnanlage im Gutshof Paulinenaue „spielte“ mit, auch deren Personal musste aus der Freizeit geholt werden, um die älteren Menschen zu betreuen, was gut klappte. „Von den maximal verfügbaren 260 aktiven Feuerwehrleuten im Amtsbereich Friesack kamen 65 zum Einsatzort, nur die Kameraden aus Haage und Zootzen fehlten“, so Scharschmidt. Die Bewohner (außer die bettlägerigen Menschen) wurden sicher durchs Treppenhaus ins Freie gebracht. Das Feuer im Dach (der Hausmeister hatte zuvor eine Nebelmaschine eingeschaltet) konnte gelöscht werden. Im Freien baute das Katastrophenteam des ASB ein Notzelt für die älteren Menschen auf. „Schwächen gab es erneut beim Digitalfunk. Der funktioniert in Paulinenaue schlecht. Aber wir wissen jetzt, wie wir darauf reagieren müssen“, so Scharschmidt.

Für die 80 Einsatzkräfte gab es nach Ende der Übung auch eine Stärkung. Dafür sorgte die in solchen Katastrophenfällen zuständige Versorgungseinheit aus Priort.

Von Jens Wegener

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