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Feuerwehrhaus soll abgerissen werden

Friesack/Wutzetz Feuerwehrhaus soll abgerissen werden

Das Gerätehaus in Wutzetz steht leer, seitdem die Feuerwehreinheit vor zwei Jahren aufgelöst wurde. Weil es den historischen Dorfkern verschandelt und eine Sanierung sehr teuer wäre, plädieren die Friesacker Stadtverordneten mehrheitlich dafür, das Objekt in naher Zukunft abzureißen. Doch in Wutzetz selbst regt sich Widerstand.

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Bereits vor längerer Zeit gab es am Wutzetzer Feuerwehrgerätehaus einen Ortstermin mit Stadtverordneten und Bürgern. Die schauten sich das Gebäude im Ortskern an und sprachen über dessen Zukunft.

Quelle: Andreas Kaatz

Friesack/Wutzetz. Geht es nach der Mehrheit in der Friesacker Stadtverordnetenversammlung, dann sollte das alte Feuerwehrgerätehaus im Ortsteil Wutzetz endlich abgerissen werden. Das wurde in der Sitzung am Dienstagabend deutlich. Der wenig ansehnliche Bau mitten im Ortskern steht im Prinzip seit knapp zwei Jahren leer. Der Grund: Zum 31. Dezember 2015 war die Einsatzabteilung der Wutzetzer Feuerwehr aufgelöst worden.

Einer, der den Abriss seit Langem befürwortet, ist Friesacks Bürgermeister Klaus Gottschalk (SPD). „Wir sollten uns davon trennen“, appellierte er – und nannte dafür gleich mehrere Gründe: „So viele historische Rundlingsdörfer gibt es nicht mehr und deshalb sollten wir den Dorfkern aufwerten.“ Außerdem würde das Gebäude laufende Kosten verursachen, eine Sanierung wäre viel zu teuer. „Ich habe mir das Gebäude intensiv angeschaut. Es sind Instandhaltungsmaßnahmen notwendig. Da kommen schnell mal 20 000 Euro zusammen“, so Gottschalk.

Bei einem Abriss geht der Bürgermeister von rund 10 000 Euro aus, die dies kosten würde. Ebenfalls für einen Abriss ist unter anderem Stefan Plehn (CDU). Seiner Ansicht nach sei die Gebäudehülle nichts mehr wert. „Eine Instandhaltung kommt nicht in Frage. Runddörfer gibt es nicht mehr so häufig. Es wäre schön, wenn die Baulichkeit verschwindet“, so Plehn. Und Werner Töpfer wies darauf hin, dass bei einer Sanierung allein die Entsorgung der Wellasbestplatten eine Menge Geld kosten würde.

Nicht anwesend an dem Tag war der Wutzetzer Ortsvorsteher Steven Richter. Der hatte allerdings schon im vergangenen Jahr einen Vierzeiler an die Amtsverwaltung geschickt. Darin bekundete er unter anderem, dass er im Feuerwehrgebäude gerne die Festzelte, Festzeltgarnituren und auch Gartenbänke für den Ortsteil lagern möchte. Dadurch könnte man auch die Miete für die Lagerung an anderer Stelle sparen. Die Stadt gibt dafür derzeit 100 Euro im Jahr aus. Mit einem Nutzungskonzept, das Amtsdirektor Christian Pust eigentlich haben wollte, hatte dieses Schreiben allerdings wenig zu tun.

Im Gespräch ist zudem, dass die Frauengruppe sich im Gebäude einmieten könnte. Pust wies für diesen Fall allerdings darauf hin, dass man in diesem Falle um eine Instandhaltung auf keinen Fall herum komme. „Bei einer Vermietung muss alles sicher und dicht sein.“ Nach Ansicht von Klaus Gottschalk wäre für den Frauen-Treff allerdings der benachbarte Gemeinderaum viel mehr geeignet.

Einer der schärfsten Kritiker eines Abrisses ist indes weiterhin Thomas Malzahn (CDU), der in der Sitzung nicht dabei sein konnte. „Ich will alles in meiner Macht stehende tun, damit es nicht dazu kommt“, sagte der Wutzetzer am Mittwoch. Ihn wurmt noch immer, dass die Feuerwehreinsatzabteilung aufgelöst worden ist, wofür er auch der Amtsverwaltung die Schuld gibt. „Sie hat zu wenig getan, um die Feuerwehr zu erhalten.“

Was das Feuerwehrgebäude betrifft, so möchte er es unbedingt aus Traditionsgründen erhalten, aber auch aus Prinzip. „Wir wurden in der Vergangenheit immer wieder von Friesack im Stich gelassen“, beklagte er – und nannte als Beispiel die Geschichte um den Opel Blitz. Der sei irgendwann nach Friesack geholt und dann ohne Wissen der Wutzetzer verkauft worden. So befürchtet Malzahn nun auch, dass die Festzelte abhanden kommen könnten, wenn sie etwa in Friesack eingelagert würden. Auch deshalb sollte das Gerätehaus als Lagerraum erhalten bleiben. Und sicherlich könne man es als hässlich bezeichnen, dann treffe dies aber auch auf den Stromkasten im Dorfkern zu. Der sollte eigentlich künstlerisch gestaltet werden, passiert ist bisher nichts.

Falls es zum Abriss kommt, dann würde dies nach Ansicht von Pust nicht vor 2019 passieren. Er will nämlich versuchen, das Amt als Träger des Brandschutzes finanziell daran zu beteiligen. Doch dessen Haushalt für 2018 ist bereits beschlossen. Zudem müssen die Stadtverordneten vorher auch noch einen Beschluss zum Abriss fassen.

Von Andreas Kaatz

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