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Havelland Feuerwehrleute im Belastungstest
Lokales Havelland Feuerwehrleute im Belastungstest
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02:15 06.03.2017
Im Käfig müssen sich die Feuerwehrleute kriechend fortbewegen und den richtigen Weg finden. Quelle: Julian Stähle
Falkensee/Wustermark

Endlosleiter, Laufband, Ergometer und Hantelstange sind einige der Geräte, an denen sich Andreas Müller und Florian Reimers gleich austoben müssen. Sie sind aber nicht im Fitnessstudio, sondern im Atemschutzzentrum des Landkreises Havelland auf dem Areal der Feuerwehr Falkensee. Die beiden gehören zur Wustermarker Feuerwehr, haben den „Übungs-oder Atemschutzlauf“, wie sie es nennen, schon mehrfach absolviert. „Trotzdem ist es immer wieder spannend und anstrengend, denn man muss zeigen, dass man noch tauglich ist für den Ernstfall, wenn Atemschutzgeräteträger gefragt sind“, weiß der erfahrene Andreas Müller (52). Sein Kollege Florian Reimers ist zwar erst 25, aber auch schon 16 Jahre bei der Feuerwehr. „Noch nie hatte ich Schwierigkeiten bei dem Lauf“, sagt er und will seine jugendliche Power einbringen.

Es ist kein Test alt gegen jung, sondern die beiden fungieren als Zwei-Mann-Trupp, so wie es bei Einsätzen gefordert ist. Zunächst legen sie im Vorraum ihre Sachen an. Mit einer Sicht- und Funktionsprüfung kontrollieren sie gegenseitig, ob die Pressluftflaschen gefüllt und dicht. Und ob die Warneinrichtung in Takt ist, die beim Erreichen der Reserve (50bar) anschlägt. Das ist der Kern der Übung: „Sie müssen an den Geräten und beim Überwinden des Parcours mit 1600 Litern Luft aus der Flasche auskommen“, erklärt Frank Rößler vom Atemschutzzentrum.

Etwa ein Prozent der Feuerwehrleute, die jedes Jahr den Übungslauf absolvieren, schaffen es beim ersten Mal nicht. Sie können aber wiederholen. „Man ist ja nicht jeden Tag gut drauf, hat mal schlecht geschlafen oder hatte Stress auf der Arbeit“, weiß Andreas Müller. Einige Feuerwehrleute werden erst gar nicht zum Test zugelassen, wenn ihre gesundheitlichen Werte es nicht erlauben. Alle drei Jahre müssen die Kameraden zum Check bei einem Arbeitsmediziner. Vor dem Atemschutzgerätelauf noch mal extra: Puls und Blutdruck müssen stimmen, um den Belastungen stand zu halten. Bei Florian Reimers und Andreas Müller hat alles im Vorfeld gepasst.

Florian Reimers (l. ) und Andreas Müller von der Wustermarker Feuerwehr absolvierten den Übungslauf mit Atemschutzgeräten. Quelle: Julian Stähle

Jetzt gehen die beiden in den ersten Übungsraum – liebevoll Folterkammer genannt. Im Wechsel absolvieren sie vier Geräte: zehn Meter klettert Andreas Müller auf der Endlosleiter. „Das ist der einzige Unterschied. Die älteren Kameraden ab 50 müssen nur einmal zehn Meter schaffen, die jüngeren zweimal zehn Meter“, sagt Müller. Derweil fährt Florian schon auf dem Ergometer. Zwischen 1,50 und 2 Minuten, bis ein bestimmter Kilojoule-Wert erreicht ist. Ebenso ist es auf dem Laufband. Beim sogenannten Schlaghammer kommt es darauf an, 18 mal die Gewichte zu ziehen, was beiden keine Probleme bereitet.

Während der gesamten Übung werden die Feuerwehrleute überwacht, werden ihre Werte kontrolliert. „Wenn einer zu hohen Puls bekommt, geht er von der Strecke runter“, sagt Andreas Müller.

Dem ersten Übungsteil folgt im zweiten Raum der Parcours. Beide müssen in voller Montur mit Maske durch einen Käfig, mal kriechend, mal gehend, müssen in dem Irrgarten Klappen und Türen öffnen, um den richtigen Weg zu finden. „Damit wird getestet, wie die Feuerwehrleute im Einsatz unter beengten Verhältnissen zurecht kommen“, erklärt Atemschutzzentrum-Experte Frank Rößler.

Auch die letzte Etappe, den dunklen Behälter, schaffen die beiden Wustermarker. Andreas Müller klettert zuerst ins Dunkle, bringt dort eine Leiter zu einer Luke, um dort heraus zu kommen und gleichzeitig den Einstieg seines Trupp-Partners zu ermöglichen.

Nach etwa 25 Minuten kommt die Wahrheit ans Licht: Beide haben bestanden, es ist noch ausreichend Luft in ihrer Flasche. Die Anstrengung ist ihnen anzusehen, beide sich klatsch nass, aber zufrieden. „Ich weiß, dass ich mich auf den Partner verlassen kann“, sagt Andreas Müller. Und Florian Reimers ergänzt: „Und ich weiß, dass der Opa es wieder geschafft hat.“

Von Jens Wegener

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