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Fielmann AG bleibt dabei: „Keine Altlasten“

Rathenower Rathaus Fielmann AG bleibt dabei: „Keine Altlasten“

Rathenower Stadtverordnete haben wiederholt als Argument gegen einen möglichen Kauf des Rathauses an der Berliner Straße von der Fielmann AG vorgebracht, das sei zu unsicher, dort gebe es unbekannte Altlasten im Boden. Günter Schmid, Vorstand der Fielmann AG, sagt dazu jetzt: „Wir haben dort keine Altlasten.“

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Dieser Blick zeigt in etwa den Bereich hinter dem Rathenower Rathaus, der Eigentum der Fielmann AG ist.

Quelle: Bernd Geske

Rathenow. Noch immer ist nicht geklärt, wo sich künftig das Rathenower Rathaus befinden wird. Die alte Brauerei solle zum neuen Rathaus ausgebaut werden, hatten trotz deutlich gestiegener Kosten die Stadtverordneten im November mit 20 zu 8 Stimmen gegen das Anraten der Verwaltung entschieden. Mit der Begründung, das Brauerei-Projekt sei einfach nicht zu finanzieren, hatte Bürgermeister Ronald Seeger (CDU) es trotzdem nicht in den Haushalt 2016 einstellen lassen. Nachdem er dann auf der Sitzung im Dezember durch einen Beschluss mit 11 zu 10 Stimmen gezwungen werden sollte, die Brauerei doch in den Haushalt aufzunehmen, zog der Bürgermeister den ganzen Etat zurück. Seitdem ruht der See.

Als zweite Variante ist die ganze Zeit über stets auch der Kauf des jetzigen Rathauses an der Berliner Straße von der Fielmann AG behandelt worden. Dort residiert die Stadtverwaltung seit 1997 nach einem Mietmodell, zu Beginn sogar mit Kaufoption. Mehrere Stadtverordnete hielten in den Diskussionen immer dagegen, auf der Fläche, die einst zum DDR-Betrieb Rathenower Optische Werke (ROW) gehörte, gebe es im Boden viele unbekannte Altlasten. Nach dem Kauf könne deren Beseitigung eine ungeahnt hohe Kostenbelastung für die Stadt nach sich ziehen.

Neue Nahrung hatte diese Befürchtung im November erhalten. Wilfried Löbel, Miteigentümer des weitgehend brachliegenden Askania-Geländes schräg hinter dem Rathaus, das einst ebenfalls zu ROW gehörte, teilte mit: Eine Untersuchung auf dem Askania-Gelände sei 1992 und 1993 zu dem Ergebnis gekommen, dass die Beseitigung der Altlasten auf diesen Flächen damals rund drei Millionen D-Mark gekostet hätte. Wilfried Löbel ließ durchblicken, auf den Flächen der Fielmann AG könne es ähnliche Altlasten geben. Ein Käufer werde Grundstücke von der Fielmann AG aber nur erwerben, betonte er, wenn das Unternehmen dafür eine Altlastenuntersuchung vornehmen lasse.

Danach befragt, hat Günter Schmid, Vorstand der Fielmann AG, jetzt gesagt: „Es besteht keine Notwendigkeit für eine Untersuchung. Wir haben dort keine Altlasten.“ Das gesamte ROW-Gelände sei 1992 und 1993 von der Treuhandanstalt geprüft worden. Die Fielmann AG habe ihre Teilfläche erworben mit der Zusicherung von der Treuhandanstalt, dass darauf keine Altlasten festgestellt worden seien. An einer Stelle auf der zur Fielmann AG gehörenden Fläche seien allerdings im Grundwasser tatsächlich Schadstoffe nachgewiesen worden, hat Günter Schmid erklärt. Die Ursache dafür finde sich aber auf dem Askania-Gelände. Dort habe es früher das sogenannte „Fasslager“ gegeben. In diesem Bereich seien Schadstoffe ins Erdreich gelangt. Weil das Grundwasser von dort aus in nordwestlicher Richtung unter der Stadt hindurch fließe, seien die Schadstoffe naturgemäß auch in dem Bereich der Fielmann-Fläche nachzuweisen, der in der Fließrichtung liege. Das sei auch bei den zuständigen Behörden so dokumentiert. „Das Altlastenproblem auf der Askania-Fläche ist bis heute nicht abgestellt worden“, sagt Günter Schmid. Werde das Erdreich des ehemaligen Fasslagers dort endlich saniert, dann höre auch beim Fielmann-Grundstück der Schadstoffeintrag auf.

Angesprochen auf den immer noch denkbaren Umbau der alten Brauerei zum Rathaus, hat Günter Schmid die Realisierung des Projektes als „unverantwortlich wegen des Kostenrisikos“ und „Verschwendung von Steuermitteln“ bezeichnet. Gefragt nach dem auch noch möglichen Kauf des jetzigen Rathauses von der Fielmann AG, hat er gesagt: „Ein besseres Objekt gibt es für die Stadt nicht. Es ist nach den Vorgaben der Verwaltung so umgebaut worden.“

Von Bernd Geske

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