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Fiese Mücken wollen unser Blut

Angriff in der Dämmerung Fiese Mücken wollen unser Blut

Sie nerven, sie stechen. Sie kommen meist in Scharen. Mücken, Stechmücken. Das Westhavelland ist voll von ihnen. Sie sind so agressiv, dass sich das sogar auf den Tourismus auswirkt. Mücken halten Touristen fern.

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WESTHAVELLAND. Sie kommen mit Einbruch der Dämmerung und bleiben angriffslustig bis kurz vor Mitternacht. Die Mücken sind da. Niemand wird behaupten, er habe noch nicht mit der bloßen Hand oder einer Klatsche zugeschlagen, um sie los zu werden. Erwischt man eine, kommen meist Dutzende nach ‒ lebend logischerweise. Die männlichen Mücken sind eher harmlos. Sie nerven nur. Die Weibchen dagegen stechen und saugen Blut. Das Eiweiß, das die Mücken so aufnehmen, ist Voraussetzung für die Eierproduktion. Oder anders gesagt: Sie ärgern uns nicht nur mit dem hellen Gesummse sondern nehmen auch noch unser Blut, um sich zu vermehren. Ob beim Spaziergang, im Garten, auf dem Balkon ‒ egal wo: Mücken sind überall. "Wenn die Fische nur halb so gut beißen würden wie die Mücken, würde es ein guter Fang werden", meint an der Havel bei Strodehne ein Angler.

Das Westhavelland mit seinen vielen Gewässern ist für Mücken ein willkommener Tummelplatz. Hochwasser und Hitze haben in den vergangenen Wochen beste Voraussetzungen zur Vermehrung geschaffen. Probleme macht vor allem die Stechmücke. "Aber auch die Gnitzen", meint Luisa Säger, vom Naturparkbesucherzentrum in Milow. Gnitzen sind Bartmücken. Einmal abgesehen von den unangenehmen Stichen, sind für Menschen beide Arten normalerweise ungefährlich. Weltweit gibt es über 3500 Mückenarten, davon 104 in Europa. Da ist man mit zwei Arten im Westhavelland noch gut bedient. Aber haben wir eigentlich eine Mückenplage, wie vielerorts gesagt wird? Die Meinungen gehen auseinander. Die Antwort ist wichtig und René Riep, Geschäftsführer des Nabu-Regionalverbandes Rathenow, ist deshalb auch während seines Urlaubs zu einer Stellungnahme bereit. Von einer Plage möchte er noch nicht unbedingt sprechen. "Sehr viele Mücken gibt es aber auf jeden Fall", sagt er. Das wirksamste Mittel gegen Mücken sei immer noch Insektenspray. Oder man nimmt aufgeschnittene Zitrone und reibt sich mit dem Saft ein ‒ das raten in erster Linie diejenigen, die gegen Insektenspray allergisch sind. "Mücken hat es bei uns schon immer gegeben und es wird sie auch immer geben", sagt Martina Thiele. Die Diskussion um Mücken und üble Gerüche infolge des Hochwassers schade nur dem Tourismus, meint die Vorsitzende des Fördervereins Kolonistenkirche Großderschau. Weniger Besucher im Kolonistenmuseum und anderen touristischen Einrichtungen des Dorfes seien die Folge.

Fred Heinrich, Gastwirt in Strodehne, sieht es ähnlich. "Hochwasser und die Mücken haben uns in den letzen Wochen rund 30 Prozent Umsatzeinbuße beschert", sagt er.

Einige Freizeitkapitäne kommen wegen des Geruchs und der Mücken gar nicht mehr an Land sondern bleiben auf dem Boot.

Und wie hilft man sich, wenn die kleinen Biester doch Blut gesaugt haben? "Auf keinen Fall kratzen", sagt ein Apotheker. Zwar jucken die Stichstellen fürchterlich ‒ wer kratzt, riskiert eine Entzündung und aus dem Juckreiz wird Schmerz. Es gibt vielerlei Mittelchen, mit denen man Mückenstiche behandeln kann. Übrigens: Biertrinker sind besonders gefährdet. Der Geruch von Bier und Schweiß lockt Mücken besonders an, haben Wissenschaftler herausgefunden ‒ und das ausgerechnet in der Biergartensaison.

Von Norbert Stein

Mücken mögen auch Nektar

Stechmücken (Culicidae) sind eine Familie von Insekten innerhalb der Ordnung der Zweiflügler. Weltweit gibt es mehr als 3500 Stechmückenarten. In Europa kommen 104 Arten vor, von denen fast alle auch in Mitteleuropa zu finden sind.
Mit Hilfe spezialisierter Mundwerkzeuge, dem stechend-saugenden Rüssel, können weibliche Stechmücken die Haut ihrer Wirte durchstechen und Blut saugen. Die dabei aufgenommenen Proteine sind für die Produktion der Eier erforderlich.
Ansonsten ernähren sich weibliche Stechmücken, wie auch die Männchen, von Nektar und anderen zuckerhaltigen Pflanzen- oder Fruchtsäften.
Einige Arten sind als Krankheitsüberträger von Infektionskrankheiten, wie zum Beispiel Malaria oder Denguefieber, bedeutend.
Die älteste bisher bekannte Stechmücke ist als Inkluse (Einschluss) in etwa 79 Millionen Jahre altem Bernsteinfossil erhalten. Eine ursprünglichere Schwesternart der Stechmücken ist in 90 bis 100 Millionen Jahre altem Bernstein überliefert.

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