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Finanzminister in blühender Landschaft

Christian Görke besucht die Buga in Rathenow Finanzminister in blühender Landschaft

Brandenburgs Finanzminister Christian Görke hat am Dienstag das Rathenower Buga-Gelände besucht. Auf die Frage, wie es mit dem Areal nach der Gartenschau weitergehen soll, konnte er keine eindeutige Antwort geben.

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„Der Gärtner war’s“. Jörg Kirstein, Christian Görke und Hans-Jürgen Lemle im Rathenower Optikpark.

Quelle: M. Kniebeler

Rathenow. Das soll einer schlau draus werden: Christian Görke, Finanzminister des Landes Brandenburg, beantwortete die Frage, ob nach der Buga der Weinberg ein umzäuntes Gelände bleiben kann, mit jener professionellen Unbestimmtheit, die alle möglichen Interpretationen zulässt. „Wir müssen einen Kompromiss finden zwischen der öffentlichen Zugänglichkeit des Geländes und einer Einfriedung des Areals, um Vermögenswerte zu schützen.“ Bedeutet dies nun, dass der Zaun stehen bleibt und der Weinberg dem eintrittspflichtigen Optikpark zugschlagen wird? „Das werden wir sehen“, so der Minister. Es werde im Sommer Verhandlungen geben, mit dem Ziel, eine rechtlich saubere Lösung hinzubekommen.

Dass Görke nichts Handfesteres verkünden konnte, hat seine Gründe. Die Fördergelder des Landes in Millionenhöhe für die Herrichtung des Weinbergs wurden unter der Voraussetzung vergeben, dass die damit verschönerten Areal nach der Buga der Öffentlichkeit kostenlos zugänglich gemacht werden müssen. Über eine solche Bedingung kann sich selbst der Finanzminister nicht so einfach hinwegsetzen. „Wir werden eine vernünftige Lösung finden. Und wenn das nicht gelingt, dann haben wir es wenigstens versucht“, sagte Görke – und schloss dieses Kapitel seines Buga-Besuches damit ab.

Dann begann der weniger heikle Teil der Visite. Für Görke war der Besuch von Optikpark und Weinberg eine Reise in die Kindheit. „Da vorne habe ich gesessen und geangelt. War verboten!“, sagte Görke, als er von der Weinbergbrücke hinunter auf das wilde Ufer von Hellers Loch blickte. Beim Aufstieg zum Bismarckturm kamen dem Rathenower, der seine Kindheit in der nahen Bergstraße verbrachte, die Rodelausflüge – „die waren ganz legal“ – in den Sinn. Und auch an die Crossläufe über das hügelige Gelände konnte sich der gelernte Sportlehrer noch lebhaft erinnern. „Heute reicht mir der Besuchermodus vollkommen“, sagte Görke. Bei 34 Grad im Schatten musste er sich für das gemächliche Schlendertempo nicht entschuldigen.

Die beiden prominenten Buga-Gäste im Gespräch mit einer Besucherin

Die beiden prominenten Buga-Gäste im Gespräch mit einer Besucherin

Quelle: M. Kniebeler

Rathenows Vize-Bürgermeister Hans-Jürgen Lemle, der einmal mehr den Bugaführer spielte, und Jörg Kirstein, Präsident des Landesgartenbauverbandes Berlin-Brandenburg, begleiteten Görke bei seinem Ausflug durch blühende Rathenower Landschaften. Der Minister nutzte die Gelegenheit, um auf die Frage nach dem Nutzen einer solchen Großveranstaltung eine klare Antwort zu geben. „Mit der Buga lebt die ganze Region auf“, sagt der Minister. Und dieses Aufblühen beschränke sich nicht auf eine Saison, sondern werde nachhaltig wirken. 75 Millionen Euro habe das Land in die Infrastruktur der Region gesteckt, erklärte Görke. Davon seien Plätze angelegt, Straßen saniert und Radwege gebaut worden. „Wenn diese Buga nicht nachhaltig ist, dann müssen Sie mir erklären, was sie unter einer nachhaltigen Buga verstehen?“, fragte er provokant in die Runde. Aber es wollte ja gar keiner widersprechen. Zur Belohnung für so viel Zustimmung spendierte Görke eine Runde Eis. Und so ging, von der schwierigen Zaunfrage abgesehen, ein ganz und gar harmonischer Besuch zu Ende. „Es gibt schlimmere Termine für einen Finanzminister“, hatte Görke zu Beginn seiner Visite gesagt. Er sollte Recht behalten.

Leitungsschau märkischer Gartenbauer

„Schaufenster des brandenburgischen Gartenbaus“ – unter diesem Motto präsentieren Gartenbaubetriebe aus der Mark auf dem Rathenower Buga-Areal ihr Können.

750 000 Euro wurden in Beete, Blumen und die Anlage von Gärten investiert. Die Bandbreite reicht vom Obst- und Gemüsegarten nahe des Weinbergfriedhofs über den Fels- und Steppengarten rund um den Bismarckturm bis zu den farbstrotzenden Blumenbeeten unter der Weinbergbrücke.

Von Markus Kniebeler

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