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Finkenkruger Feuchtbiothop wird gepflegt

Blaues von der roten Liste - Studie zur Fauna läuft Finkenkruger Feuchtbiothop wird gepflegt

Sie sind selten, aber in Falkensee zu finden: der Ährenblauweiderich oder der Lebia chlorocephala. Die blaue Pflanze und der Grünblaue Prunkkäfer stehen auf der Roten Liste, der Naturfotograf Dennis Schulz hat sie auf dem Biotop am Ende der Zeppelinstraße gesichtet.

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Selten und schön: der Ährenblauweiderich auf dem Biotop am Finkenkruger Rand.

Quelle: Dennis Schulz

Falkensee. Zum Schutz der Fläche an Russengraben und Schlaggraben hat sich vor fünf Jahren eine Bürgerinitiative gegründet. Und weil die Flächen keinen eigenen Namen hat, trägt die BI einen komplizierten: „Biotop am Bredower Forst/Moorbruchheide/Zeppelinstraße“. Karin Schofeld gehört zu den Aktivisten der BI. Sie freut sich über den Blauweiderich und den blauen Prunkkäfer. „Sie belegen, wie wertvoll und schützenswert diese Fläche ist“, sagt sie. Schließlich war es hier 2011 gelungen, einen Aufstellungsbeschluss zur Bebauung des Geländes zu verhindern.

Mochte das Falkenseer Biotop: Carabus nemoralis.

Quelle: Dennis Schulz

Die Fläche ist inzwischen nach dem Brandenburgischen Naturschutzgesetz als „Feucht- und Nasswiese“ gesetzlich geschützt. Die Bürgerinitiative will die Fläche, etwa so groß wie zwei Fußballfelder, pflegen. Rund 300 Stunden hat sie dabei schon geleistet. „Das ist vor allem reine Handarbeit“, beschreibt Karin Schofeld die Einsätze. So werden Pflanzen rausgezupft, die Überhand nehmen und andere bedrängen, wie die Goldrute. Mit Sensen und Harke werden Flächen behutsam bearbeitet. „Die Stadt holte das Grün ab, das hat gut geklappt“, beschreibt Karin Schofeld die Zusammenarbeit. Bei den Einsätzen hatten sie in diesem Jahr außerdem Unterstützung durch 25junge Geocatcher, die sich zum Helfen eingefunden haben.

Fachliche Stärkung erhält die BI durch die BUND-Gruppe Falkensee. Die beförderte schon vor zwei Jahren eine Studie zur Flora der Fläche. Rüdiger Knösche, an der Potsdamer Universität Professor für Vegetationsökologie und Naturschutz, hatte sie geleitet. Dabei wurden viele Exemplare, die auf der Roten Liste der bedrohten Arten stehen, entdeckt.

Nun wird in einer zweiten Studie die Fauna des Gebietes untersucht, Ergebnisse sollen im Herbst vorgelegt werden. Beim Insektologen Wolfgang Beier laufen die Fäden zusammen, er hat auch ein Schülerteam vom Haus am Anger geleitet, das die Fläche an der Moosbruchheide erforschte. Insgesamt wurden 25 verschiedene Käferarten erfasst, fünf der gefundenen Exemplare stehen auf der Roten Liste. Darunter der seltene Grünblaue Laufkäfer.

Bauerecht und Biotop

Der VBB (Vorhabenbezogener Bebauungsplan) 74 „Zeppelinstraße“ Falkensee sollte im Außenbereich Baurecht schaffen, auf öffentlichen Druck wurde der Plan zurückgenommen.

Das Gebiet liegt weiter im Außenbereich, Teile sind als geschütztes Biotop ausgewiesen. Im Juli 2013 wurde mit der Vermarktung von Grundstücken zur Bebauung begonnen. Auf Anfrage der Landtagsabgeordneten Ursula Nonnemacher erklärte die Landesregierung, dass auf dem fraglichen Flurstück 77 (an der Südgrenze des Biotops) „nur kleinste Fragmente von geschützten Biotopen“ liegen, so dass das Grundstück nicht dem geschützten Biotop zugeordnete werden kann.

Die Einstellung des Verfahrens zum VBB 74 schließe nachträgliche positive Bescheide einer Bauvoranfrage nicht aus.

Dem Falkenseer Naturfotograf Dennis Schulz ist an dem Biotop auch ein schönes Foto von einem Eisvogel gelungen. „Der Vogel hat dort sein Nistrevier am Ufer zum Graben“, erzählt Karin Schofeld. Nicht nur für sie ist er ein Sympathieträger und Indikator für saubere Umwelt. „Wir haben beschlossen, den Eisvogel zu unserem Wahrzeichen zu machen“, sagt die Aktivistin. Der kleine, schöne Vogel könnte nicht nur an der Informationstafel der BI stehen, sondern auch das bisher noch etwas schmucklose Trafohäuschen in der Zeppelinstraße schmücken. Für den 6. September wird zum Arbeitseinsatz am Biotop eingeladen.

Von Marlies Schnaibel

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