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Havelland Firma Haase muss Standort Nauen schließen
Lokales Havelland Firma Haase muss Standort Nauen schließen
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07:25 20.04.2016
Immer mehr Waren werden in Deutschland mittels Lkw transportiert. Quelle: Fotolia
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Nauen

Ende August dieses Jahres ist für alle 22 Mitarbeiter der Haase Hausgerätelogistik GmbH in Nauen Schluss. Geschäftsführer Jürgen Haase musste der Belegschaft Mitte März mitteilen, dass das Unternehmen den Standort aufgibt. „Sie haben die Nachricht mit Betroffenheit aufgenommen. Wir haben ihnen aber mit einem möglichen Wechsel nach Garbsen eine Perspektive angeboten“, sagt Jürgen Haase der MAZ. Ihm sei es wichtig gewesen, dass die Mitarbeiter so früh wie möglich darüber informiert werden.

Der Schritt zur Schließung ist die Folge einer Strukturveränderung. Haase Logistik arbeitete seit 1990 für die BSH-Hausgeräte GmbH. Das Unternehmen hatte 2009 in der Blütezeit 170 Mitarbeiter an drei Standorten. 100 Trucks fuhren Kühlschränke und Waschmaschinen, so genannte weiße Ware. 70 Prozent Gesamtumsatz mit einem Auftraggeber. Der lebenswichtige Auftrag brach 2012 weg, Unternehmer Jürgen Haase musste Standorte schließen und zwei Insolvenzverfahren über sich ergehen lassen.

Seine Hausgerätelogistik in Nauen, die 2008 gegründet wurde, blieb von all dem aber verschont. Haase setzte alles auf dieses Pferd, knüpfte neue Verbindungen, wurde Logistiker ohne Flotte. Heute verteilt er 550 000 Hausgeräte pro Jahr mit fast 20 Transportunternehmen als Partner in Deutschland und Österreich.

Sein Auftraggeber ist seit 1. Januar 2009 Amica Wronki, polnischer Marktführer in der Hausgeräte-Branche mit großem Expansionswillen und Firmensitz bei Posen sowie im münsterländischen Ascheberg. Die Geräte kommen aus Polen oder Fernost via Hamburg derzeit noch nach Nauen, ab August nach Garbsen bei Hannover. Haase verteilt sie auf 17 Standorte in Deutschland und Österreich. Dort übernehmen Partner die Auslieferung.

In Nauen stehen dem Unternehmen 8500 Quadratmeter Lagerfläche zur Verfügung – Platz für etwa 40 000 Großgeräte wie Kühlschränke, Waschmaschinen oder Geschirrspüler. Doch die zu verteilende Menge wächst weiter, auch die Absatzstruktur hat sich geändert. Von Hamburg nach Garbsen ist es kürzer als nach Nauen, zudem befindet sich ein Großteil der Kunden im Rhein-Main-Gebiet. „Das sind Kostenvorteile, an denen man nicht vorbeigehen kann“, sagt Jürgen Haase.

Wie er weiter mitteilt, habe er nach einem weiteren Auftrag für Nauen gesucht. Die Bewerbungen seien aber fruchtlos geblieben. Somit suchte man nach einem Nachmieter, mit dem man sich jetzt in der Endphase der Verhandlungen befinde. Möglicherweise hätten einige Mitarbeiter auch die Chance, dort anzufangen. Fünf nehmen nach jetzigem Stand das Angebot an, nach Garbsen zu wechseln.

Von Andreas Kaatz

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