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Fischbauchklappe in Bewegung

Halbzeit bei Reparatur des Rathenower Mühlenwehres Fischbauchklappe in Bewegung

24 Meter lang und 24 Tonnen schwer - das sind die Eckdaten der Fischbauchklappe, die am Dienstag in die Wehrkammer eingebaut wurde. In den nächsten Monaten soll noch einmal eine solche Klappe in dem zweiten Wehr eingesetzt werden. Dabei ist eigentlich noch ein Rechtsstreit anhängig.

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Ein mächtiger Kran war nötig, um die 24 Tonnen schwere Wehrklappe in Postition zu bringen.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Wer Dienstagvormittag auf der Langen Brücke in Rathenow unterwegs war und den Blick Richtung Mühlendammbrücke hat schweifen lassen, der konnte Zeuge eines seltenen Schauspiels werden: Da hing eine 24 Meter lange, 2,30 Meter hohe und 24 Tonnen schwere Stahlkonstruktion am Haken eines Krans. Ganz langsam wurde die Fischbauchklappe, so heißt das massive Bauteil, herabgelassen. In der trocken gelegten Wehrkammer unterhalb der Brücke warteten Monteure darauf, das Monstrum millimetergenau auf dem bereits installierten Bolzenlager abzusetzen. Bis Ende der Woche werden die Justierungsarbeiten andauern, sagt Jens Knuth, Sachbereichsleiter Bau der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung Brandenburg.

Mit dem Einbau der Fischbauchklappe ist bei der Reparatur des Mühlenwehrs die Halbzeit erreicht. In den kommenden Monaten soll die baugleiche Klappe des zweiten Wehrfeldes überholt werden. Dabei ist es nicht so sehr die Klappe selbst, die das aufwändige Reparaturvorhaben verursacht hat. Vielmehr sind es die Lager, auf denen die Klappen ruhen. Die hatten bereits kurz nach dem Neubau des Wehres im Jahr 2007 ihren Dienst versagt. Ein Rechtsstreit des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) mit dem bauausführenden Unternehmen ist noch anhängig. (MAZ berichtete)

Trotz des noch nicht entschiedenen Rechtsstreits entschloss sich die Bundesbehörde, das Wehr reparieren zu lassen. Denn die Zeit drängt. Im kommenden Jahr sollen die Bauarbeiten für einen Neubau des Hinterarchenwehres beginnen. Aber das geht nur, wenn der Wasserstand der Unteren Havel in Rathenow über ein voll funktionsfähiges Mühlenwehr reguliert werden kann.

Im Frühjahr haben die Reparaturarbeiten begonnen. Zuerst wurde eines der beiden Wehrfelder trocken gelegt. Dann wurde die Fischbauchklappe von dem defekten Gleitsegmentlager losgeschraubt und zur Generalüberholung in eine ostfriesische Spezialfirma transportiert. Damit war der Weg frei für die eigentliche Reparatur: Die defekten Gleitsegementlager wurden durch so genannte Bolzenlager ersetzt. Seit gestern also ist die Fischbauchklappe wieder an Ort und Stelle.

Wenn die Feinjustierung abgeschlossen ist, wird der Revisionsverschluss – so lautet der Fachbegriff für die Stauwand, welche das Wasser aus der Wehrkammer ferngehalten hat – demontiert. Damit laste dann wieder der volle Staudruck auf dem reparierten Wehrfeld und man könne testen, wie die Klappe im Alltagsbetrieb funktioniert, so Knuth. Am Dienstag war deshalb die Mühlendammbrücke gesperrt. Und wenn die Fischbauchklappe des zweiten Wehrfeldes ausgebaut und im Dezember wieder eingebaut wird, muss die Brücke nochmals voll gesperrt werden. Läuft alles nach Plan, ist die Wehranlage bis Ende des Jahres repariert. Ende 2014 soll dann mit dem Abriss des Hinterarchenwehres begonnen werden. Das neue Hinterarchenenwehr soll bis 2017 stehen. Dann ist die Stadt Rathenow gegen alle nur denkbaren Hochwasser geschützt.

Von Markus Kniebeler

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