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Havelland Fleisch ist sein Gemüse
Lokales Havelland Fleisch ist sein Gemüse
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00:17 10.10.2017
Fritz Turbanisch holt aus seinem Räucherofen frischen Schinken vom Schwein, Wildschwein und vom Hirsch. Quelle: Christin Schmidt
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Grille

Friedrich Turbanisch sieht genauso aus, wie man sich einen waschechten Fleischer vorstellt. Kräftige Arme, Hände, die zupacken können, ein runder Bauch und ein herzliches Lächeln. Natürlich nennt niemand diesen kernigen Typ Friedrich, sondern Fritz – das passt viel besser. Fritz Turbanisch ist 61 Jahre alt und betreibt seit 1992 eine Landfleischerei in Grille, die weit über die Grenzen des Milower Lands hinaus bekannt ist.

Gerade einmal vier Familien leben in Grille oder wie die Menschen im Milower Land sagen, auf der Grille. Das Dorf ist ein Gemeindeteil von Zollchow und nur über einen Plattenweg zu erreichen ist. Obwohl es abseits der Landstraße liegt, die von Vieritz nach Zollchow führt, und sich normalerweise niemand hierhin verirren würde, ist auf der Grille fast immer etwas los.

Nicht selten steht parallel zum Plattenweg eine ganze Schlange Autos. Den großen Andrang hat das Dorf natürlich der Landfleischerei Turbanisch zu verdanken. Die Waren, die der Fleischer tagtäglich produziert, locken Menschen aus dem gesamten Milower Land, aus Rathenow, Brandenburg/Havel und Sachsen/Anhalt nach Grille.

Früher Pferdestall, heute Schlachthaus

Aber es sind nicht nur seine Bockwürste nach DDR-Rezept oder der geräucherte Schinken, der so viele Besucher anzieht. „Fritz ist eine Institution im Milower Land. Kaum ein Fest findet ohne ihn statt und wenn er zum Osterfeuer oder Weihnachtsmarkt auf seinen Hof einlädt, kommen Hunderte Besucher“, berichtet der Ortsvorsteher von Zollchow, Wolfgang Gräfe.

Besonders hoch her gehe es an Himmelfahrt. „Dann stehen auf der Wiese schon mal 400 bis 500 Autos“, so Gräfe. Neben Wurst und Fleisch gibt es zu den festen auch Livemusik. Die Tangermünde Schalmeienkapelle ist Stammgast auf dem Hof. Seit 20 Jahren spielen sie für Fritz Turbanisch und seine Gäste.

Der kernige Fleischer wurde in Thüringen geboren, 1967 zog die Familie ins Havelland. Sein Stiefvater baute damals den früheren Pferdestall der Familie von Katte zum Schafstall um. „Ich bin dann auf der Grille kleben geblieben“, sagt der Mann mit den freundlichen Augen.

Fleischskandale gehen an Fritz Turbanisch vorbei

Fritz Turbanisch ließ sich zum Dachdecker ausbilden, merkte aber schnell, dass das nicht seine Erfüllung ist. Im Schlachthof Rathenow entdeckte man sein Talent als Fleischer. 17 Jahre arbeitete er dort, bis das Unternehmen nach der Wende geschlossen wurde.

1992 nahm Turbanisch zusammen, was er hatte und machte sich selbstständig. Das alte Stallgebäude baute er zum Schlachthaus mit Kühlraum um und verkaufte seine Waren vom Wagen aus in den umliegenden Orten. Stück für Stück baute er sein Unternehmen auf, das längst ein Familienbetrieb ist.

Während Frau und Sohn jede Woche mit dem Verkaufswagen 60 Dörfer beliefern, verarbeitet er im Schlachthaus Schweinehälften zu Leberkäse, Plunt- oder Lungenwurst, Zwiebelmett oder Bierschinken. Auch Wild landet hier im Fleischwolf oder Räucherofen.

Dass die Menschen heute weniger Fleisch essen als vor zehn oder 20 Jahren kann Fritz Turbanisch nicht bestätigen: „Der Absatz ist eigentlich gleich geblieben.“ Das könnte auch daran liegen, dass die Konsumenten dem kleinen Betrieb mehr Vertrauen als den großen Ketten. Die Fleischskandale brachten ihm jedenfalls keine Verluste, höchstens neue Kunden.

Von Christin Schmidt

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