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Fliedertänzer haben den richtigen Hüftschwung

Friesack Fliedertänzer haben den richtigen Hüftschwung

Josephin Maltzahn gründete vor inzwischen 15 Jahren die Fliedertänzer. Das Ensemble aus Friesack erfreut seitdem im Havelland seine Zuschauer mit schwungvollen Darbietungen und farbenfrohen Kostümen. Viele Projekte stehen an. Zurzeit wird an der Weihnachtsshow gearbeitet.

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Josephin Maltzahn im Kostümfundus.

Quelle: Astrid Wiebe

Friesack. Mit ihren fantasievollen Tanzprogrammen sind die „Fliedertänzer“ eine Institution und über die Grenzen von Friesack hinaus hat sich die Tanztruppe einen Namen gemacht. Es sind mittlerweile über 100 Auftritte jährlich, bei denen die Tänzerinnen auf Stadtfesten, bei Dorfjubiläen oder auf Weihnachtsmärkten ihr Können unter Beweis stellen.

„In der kommenden Vorweihnachtszeit sind wir schon jetzt für zwölf Auftritte gebucht“, erzählt Leiterin Josephin Maltzahn, während sie zufrieden den Terminkalender betrachtet. „An den Adventswochenenden sind wir mit unserem Weihnachtsprogramm in Falkensee, Neustadt und Rathenow unterwegs. Nur das vierte Wochenende bleibt tanzfrei. Das gehört ganz allein der Familie.“

Denn Familie wird bei den Maltzahns großgeschrieben. Mit ihrer zehnjährigen Tochter und der zweijährigen Pflegetochter lebt Josephin mit ihren Eltern Angela und Wiegand Maltzahn unter einem Dach. Bisweilen teilen sich zwölf Familienmitglieder das geräumige Haus mit Garten, denn Familie Maltzahn liebt es „kinderreich“. Neben sechs erwachsenen, eigenen Kindern, die fast alle aus dem Haus sind, betreut Mutter Angela zurzeit drei kleine Kinder in der Bereitschaftspflege.

Die 60-jährige „Oma auf Zeit“ kümmert sich übergangsweise um Kinder in Notsituationen und gibt den Kleinen ein behütetes und herzliches Zuhause – von wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten. „Die meisten Kinder, die ich in Pflege habe, stammen aus Haushalten, in denen junge Mütter mit ihrer Situation überfordert sind“, sagt Angela Maltzahn. Schon über 30 Pflegekinder hat die engagierte Erzieherin seit Beginn ihrer Tätigkeit nach der Wende betreut.

Die soziale Ader scheint den Maltzahns im Blut zu stecken, denn schon Angelas Vater Gerhard Hellmuth engagierte sich ehrenamtlich im Seniorenheim in Friesack. „Mein Vater ermunterte mich, eine Tanzgruppe zu gründen, um den alten Menschen im Heim unterhaltsame Nachmittage zu schenken“, blickt Angela Maltzahn zurück. Sie war gleich Feuer und Flamme und kurzerhand wurde damals die geräumige Küche des Wohnhauses zum Probenraum erklärt und die ersten Tänze mit großem Eifer und ganz viel Spaß einstudiert.

Das Interesse an den „Fliedertänzern“ sollte allerdings größer werden und länger andauern, als die Gründerin es je vermutet hätte. Denn nicht nur die Zahl der Auftritte stieg an, sondern zudem die der tanzfreudigen Mitglieder. Deshalb wurde das Gartenhaus zu einem großen Probenraum umgebaut, in dem auch die Nähwerkstatt für die Kostüme Platz fand.

„Ein bisschen verrückt waren wir damals schon und noch heute mache ich mich gerne zum Affen“, erzählt Angela Maltzahn lachend. So wie beim letzten Sommerprogramm, als sie als ältestes Mitglied der Tanztruppe in einem Affenkostüm zwischen Zebras, Tigern und Giraffen zu der Musik von Madagaskar tanzte.

Die wechselnden, humorvollen Choreographien stammen aus der Feder von Josephin, die seit Kindesbeinen dem Tanzfieber verfallen ist. Die junge Frau, die in diesem Jahr zudem zur zweiten Friesacker Fliederkönigin gekürt wurde, trainiert mit den mittlerweile 66 Mitgliedern in sechs Gruppen, aufgeteilt nach Altersstufen. In der Tanzwerkstatt „Kunterbunt“ mit Nähwerkstatt und Kostümverleih, die seit drei Jahren in der Hamburger Straße beheimatet ist, gibt sie Tanzunterricht, der so gar nicht streng ist.

Mit viel Einfühlungsvermögen vor allem für die kleinen Tänzerinnen der „Rappel-Zappel-Kinder“, der „Fliederblüten“ und „Minis“ übt sie einmal die Woche. „Das fördert die Kreativität, das Rhythmusgefühl und sich in der Gruppe einzufügen“, erzählt die engagierte Leiterin. Ziel und Abschluss der Tanzkurse ist eine Aufführung vor Publikum, auf die Josephin hinarbeitet. Denn gerade dieses Ereignis ist für die Kinder besonders wichtig: „Die Kleinen zeigen ihre ersten Erfolge, ernten viel Applaus und das stärkt das Selbstbewusstsein.“

Nicht nur die stolzen Eltern werden bei der nächsten Aufführung Freudentränen in den Augen haben, da ist sich Josephin Maltzahn sicher. Das Weihnachtsprogramm, das die „Fliedertänzer“ zurzeit einstudieren, verspricht ein stimmungsvolles Erlebnis zu werden.

Von Astrid Wiebe

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