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Havelland Fliedners-Werkstätten suchen Helfer
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00:44 25.07.2015
Simone Kroh (l.) und Andrea Cleve-Rudnick mit Benjamin und Christoph am Sprachcomputer.   Quelle: Andreas Kaatz
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Nauen

 Als er noch Bildreporter bei einer Nachrichtenagentur war, hatte Nestor Bachmann immer mal wieder auch in Behindertenwerkstätten zu tun. Bei Fliedners begegnete er Menschen mit geistigen Einschränkungen. „Da habe ich immer wieder feststellen können, wie lieb, freundlich und warmherzig sie sind“, sagt er und nahm sich damals vor, dass er nach dem Berufsleben irgendetwas machen will in diesem Bereich.

Entscheidung keine Sekunde bereut

 Seit 2012 ist der Falkenseer nun ehrenamtlich bei Fliedners tätig. „Mal bin ich in Spandau, mal in Falkensee oder Nauen“, sagt er und geht dann mit seinen Schützlingen spazieren oder zu McDonalds oder begleitet drei von ihnen zum Disco-Abend. „Es ist eine ungeheure Lebenserweiterung, mit solchen Menschen zu arbeiten“, sagt Nestor Bachmann, der seine Entscheidung keine Sekunde bereut hat. Die Männer und Frauen haben Vertrauen zu ihm, erzählen von ihren Erlebnissen oder ihren Problemen. „Und mir macht es selber Spaß, ihnen zuzuhören. Es ist ein anderes Gefühl, diese Menschen zu erleben, die sich auch herzlich über Kleinigkeiten freuen können“, so der Ehrenamtler, der sie auch bei vielen Anlässen fotografiert.

15 Ehrenamtliche

So wie Nestor Bachmann kümmern sich derzeit im Bereich Falkensee/Nauen zwölf weitere Menschen ehrenamtlich um 15 Frauen und Männer, die bei Fliedners arbeiten. Und geht es nach Ute Breywisch und Andrea Cleve-Rudnick, die für Ehrenamt und offene Hilfen zuständig sind, könnten es noch deutlich mehr sein. „Wir sind daran interessiert, weitere Ehrenamtliche zu gewinnen“, sagt Ute Breywisch, die den gesamten Fliedners-Bereich im Blick hat. Vor allem der Bedarf an so genannten niedrigschwelligen häuslichen Betreuungen „steigt immer mehr“. Dabei gehe es darum, vor allem jene Menschen, die tagsüber von 7 bis 15 Uhr in den Behindertenwerkstätten arbeiten, in ihrer Wohnung stundenweise zu beaufsichtigen und zu betreuen. Benötigt würden Ehrenamtliche darüber hinaus aber auch bei Reisen oder zur Unterstützung von Veranstaltungen wie das Behindertensportfest im Landkreis Havelland.

2010 in die Offensive

Um Ehrenamtliche zu gewinnen, war Fliedners 2010 in die Offensive gegangen. Mit Hilfe einer Projektförderung der „Aktion Mensch“, die Geld für Sachkosten und eine Personalstelle gegeben hat, wurde verstärkt Werbung betrieben. 2013 lief das Projekt aus, Fliedners führte die Stelle auf eigene Kosten mit zumindest 50 Prozent weiter. Im gleichen Jahr schloss man eine Kooperationsvereinbarung mit dem Kompetenzzentrum Havelland, Agentur für Bürgerschaftliches Engagement, ab, die ebenfalls die Werbetrommel rühren sollte. Was aber nicht so recht klappte.

„Wir wollen jetzt den Kooperationsvertrag, der nur auf dem Papier steht, neu beleben“, sagt Simone Kroh vom Kompetenzzentrum. Dazu wolle man mit Fliedners jetzt intensiver als bisher zusammenarbeiten. Für die Ehrenamtlichen gebe es unter anderem einen entsprechende Vereinbarung, Versicherungsschutz und auch eine Aufwandsentschädigung.

Fliedners Werkstätten

Die Fliedners-Werkstätten beschäftigen direkt in Nauen 70 Menschen, die größtenteils geistige Beeinträchtigungen haben. Einige sind aber auch körperlich behindert oder haben psychische Krankheiten.

Fliedners ist ein diakonisches Unternehmen der Behindertenhilfe. Es hat insgesamt rund 400 Mitarbeiter und gehört zum Landesausschuss für Innere Mission (Lafim).

Ehrenamtliche, die Menschen mit geistigen Behinderungen zeitweise betreuen und unterstützen möchten, werden ständig gesucht.

Sie können Menschen mit Einschränkungen beispielsweise bei Reisen und Veranstaltungen begleiten, bei Spaziergängen und Ausflügen sowie im Wohn- und Betreuungsalltag.

Wer Interesse hat, kann sich an Fliedners wenden in Brandenburg an der Havel, Kirchhofstraße 14, Tel. (0 33 81) 2 11 13 21, oder ans Kompetenzzentrum Havelland in Rathenow, Forststraße 39, Tel. (0 33 85) 57 01 49 oder-128.

Vier Anläufe bis es passte

Grundsätzlich könne jeder, der es möchte, Menschen mit geistiger Behinderung im Alltag oder in der Freizeit begleiten, meint Andrea Cleve-Rudnick, „aber Hauptsache, er ist offen, die Leute anzunehmen, damit er auch das Liebenswerte in ihnen sieht“. Erfahrungsgemäß kommen nicht in jedem Fall Ehrenamtliche und die Fliedners-Schützlinge sofort zusammen. „Irgendwie ist es wie bei einer Partnervermittlung, die Chemie muss stimmen“, sagt Andrea Cleve-Rudnick. In einem Fall brauchte man vier Anläufe, bis die Ehrenamtliche jemanden gefunden hat, wo es passte. „Und nun ist sie schon zwei Jahre dabei“, sagt sie – und weist auf einen weiteren Effekt hin, den der Einsatz der Ehrenamtlichen hat: „Die Angehörigen werden dadurch auch entlastet.“

Die Unterstützung kann sowohl inhaltlich als auch zeitlich ganz unterschiedlicher Natur sein. „So wie sie Zeit haben, einmal in der Woche oder zwei Stunden pro Monat“, sagt Andrea Cleve Rudnick. „Und wenn sie einmal im Jahr eine Reise begleiten, dann ist uns auch geholfen“, fügt Ute Breywisch hinzu. „Toll wäre auch jemand, der ein Instrument spielen kann, beispielsweise mit unseren Bewohnern trommelt, oder auch bäckt und kocht.“ Sie hat die Erfahrung gemacht, dass viele Ehrenamtliche, wenn sie erst einmal angefangen haben, lange mit der Einrichtung verbunden sind.

Von Andreas Kaatz

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