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Havelland Fliedners Theatergruppe sagt Danke
Lokales Havelland Fliedners Theatergruppe sagt Danke
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18:14 30.06.2017
Goldrausch zum großen Finale des Fliedners-Theaterstücks „Ich bin, was ich bin“. Quelle: Laura Sander
Falkensee

„Ich bin, was ich bin und was ich bin, ist ungewöhnlich!" Mit starker Stimme durchbricht Steffie die Stille im Raum und stellt sich selbstbewusst den rund 60 Zuschauern. Die Schauspielerin der Fliedners Theatergruppe hat Toxoplasmose, kämpft mit den Folgen dieser Erkrankung. „Ich mache das Beste draus, denn ändern kann ich es eh nicht. Ich hatte eine tolle Kindheit und bin froh, dass ich in der Werkstatt eine Arbeit gefunden habe – den ganzen Tag rumsitzen, könnte ich nicht“, so die junge Frau, die am Donnerstagabend unter tosendem Applaus „Een kleenet Menschenkind“ von Helga Hahnemann anstimmte.

Dankeschön

Als Dankeschön für die zahlreichen Spenden im Rahmen der MAZ-Sterntaler-Aktion führten die Fliedners Schauspieler ihr selbst erarbeitetes und sehr buntes Stück für Freunde, Familie und Spender in Falkensee auf.

Im Publikum saß auch Spenderin Brigitte Sporberg. „Ich habe durch meine Tochter und meine Schwiegertochter, die beide als Betreuerinnen arbeiten, schon über Jahre eine Verbindung zu dem Thema, habe selber elf Jahre lang ehrenamtlich einen Menschen mit einer Behinderung betreut. Die Theatergruppe ist absolut unterstützenswert“, so die Falkenseerin. Auch Mike Grajek von der Selgros-Geschäftsleitung ließ sich den Auftritt trotz des strömenden Regens nicht entgehen. „Wir sind ein Fliedners-Außenarbeitsplatz und beschäftigen derzeit gleich zwei Mitarbeiter. Nach einigen Startschwierigkeiten sind sie wertvolle Mitglieder des Teams geworden“, so Grajek und weiter: „Von der Theatergruppe haben uns die Kollegen erzählt und da waren wir natürlich gespannt.“

3300 Euro sind zusammengekommen

Insgesamt 3300 Euro hatten rund 50 MAZ-Leser in der Adventszeit gespendet. „Das Geld haben wir in eine professionelle Musikanlage mit Mischpult, Boxen und Mikrofonen investiert. Außerdem hat die Gruppe jetzt eine Leinwand für Projektionen sowie eine richtige Profi-Theaterkiste für alle Requisiten“, so Axel Budzinski, Regionalleiter der Fliedners Werkstätten im Havelland. „Außerdem konnten wir mit den Spenden noch die Lichtanlage vervollständigen, die ein Falkenseer gespendet hatte. Die Mitglieder der Theatergruppe freuen sich wahnsinnig über ihre neue Technik, die ihnen einen professionellen Auftritt ermöglicht“, so Budzinski.

Im Anschluss verteilten die Schauspieler limitierte Autogrammkarten an ihre Fans. Quelle: Laura Sander

Und den lieferten die Schauspieler mit und ohne Behinderung, die seit 2015 gemeinsam auf der Bühne stehen, ganz souverän und mit viel Power ab – egal ob der Schlagerauftritt von Hobby-DJ André, der vor Schmalz und weißen Rosen nur so triefte, Dominiks Rapkünste oder der Ausflug ins Musical „Cats“ von Schauspielerin Heidi, der auf ihrer Liebe zu den flauschigen Vierbeinern begründet ist. Betreuer Benjamin Dwucet, der den Alltag trotz der vielen Anliegen seiner Bewohner voll im Griff hat und mit Terminen nur so jongliert, gab aus voller Brust Bobby McFerrins Klassiker „Don’t Worry Be Happy“ zu Besten.

Zu Tränen gerührt

Das clever gestaltete Bühnenbild, die bewegenden Geschichten der Darsteller sowie ihr schauspielerisches Talent rührten den ein oder anderen Zuschauer sogar zu Tränen – MAZ-Reporter nicht ausgenommen. Brunos Bekenntnis „Ich bin schwul“, das er mit Luftkuss und Federboa ganz passend untermalte, war ebenso knallig wie die Glitzerexplosion zu Rammsteins Hardcoresong „Goldrausch“ als großes Finale. Es gab Standing-Ovations vom goldeingeglitzerten Publikum, das sich im Anschluss über ganz persönliche, limitierte Autogrammkarten freuen durfte, die nach wenigen Minuten bereits vergriffen waren. Besonders begehrt: Heidis Katzenzeichnungen.

Derzeit proben die Schauspieler bereits ein neues Stück, das höchstwahrscheinlich Anfang nächsten Jahres uraufgeführt wird. Glaubt man Brunos geheimnisvollem Ausblick, wird die neue Produktion noch schriller, bunter und lauter.

Von Laura Sander

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