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Flotter Hüftschwung

Seniorentanz in Dallgow-Döberitz Flotter Hüftschwung

Einmal im Monat veranstaltet der Dallgower Seniorenbeirat einen Unterhaltungsnachmittag, an dem ausgiebig gequatscht, Kuchen gegessen und natürlich getanzt werden kann. Für viele Senioren ist dies die einzige Möglichkeit, noch einmal richtig „schwofen“­ zu gehen, so wie sie es früher immer getan haben.

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Die Tänzer legten manch flotte Sohle aufs Dallgower Parkett.

Quelle: Danilo Hafer

Dallgow-Döberitz. „Ich tanze einfach gerne“, sagt Elli Burmeister in ihrer Brandenburger Mundart. Die 75-Jährige aus Nauen wird inzwischen nur noch die „Tanzmaus vom Havelland“ genannt. Denn auf fast jeder Tanzveranstaltung für Senioren ist auch Elli zu finden, heißt es. So durfte sie auch beim jüngsten Seniorentanz am Montag in Dallgow-Döberitz nicht fehlen. Rund 40 Senioren kamen ins „Deutsche Haus“, um bei Kaffee und Kuchen einen schönen Nachmittag zu verbringen.

Unermüdliche Tänzernnen

Unermüdliche Tänzernnen: Charlotte Nachtigall (l.) und Elli Burmeister

Quelle: Danilo Hafer

Für viele ist der monatlich stattfindende Unterhaltungsnachmittag ein fester Termin und Höhepunkt im Monat. Dementsprechend hatten sich die Damen und Herren auch herausgeputzt. Die Frauen kamen in feiner Bluse oder mit schickem Rock, die Herren in Hemd und Sakko. Letzteres wurde jedoch schnell zur Seite gelegt: Denn lange hielt es die tanzfreudigen Senioren nicht auf ihren Stühlen. Wer jetzt denkt, es wurde nur langsamer Walzer gespielt, der irrt sich. Auch zu Rock’n’Roll legten die Rentner eine flotte Sohle aufs Parkett.

Auch Elli Burmeister schnappte sich sofort eine Tanzpartnerin und legte los. Mit dem Tanzen könne sie einfach nicht aufhören. Als sie noch ein Kind war, habe ihr Vater immer auf der Mundharmonika gespielt und sie habe dann mit ihrer Schwester dazu getanzt, erzählte sie. „Ich kann auch heute noch vier Stunden durchtanzen“, berichtete Elli Burmeister mit einem Lachen.

Seit 2010 wird der Unterhaltungsnachmittag vom Dallgower Seniorenbeirat organisiert. „Anfangs kamen vor allem alleinstehende Frauen, inzwischen ist das Verhältnis aber sehr ausgewogen“, erzählte Peter Nanzka, Vorsitzender des Seniorenbeirats. Im Laufe der Jahre sei hier bereits die ein oder andere Freundschaft entstanden. „Es ist wie eine große Familie“, so Nanzka.

Zu diesen Nachmittagen kommen nicht nur Senioren aus Dallgow, sondern auch aus vielen anderen Orten der Region. Im Winter würden manchmal weniger kommen, das sei aber einfach den schlechten Witterungsverhältnissen geschuldet. Bei Glätte blieben einige lieber zu Hause, so Nanzka. Dem Schnee getrotzt hat nicht nur Elli Burmeister sondern auch ihre Namensvetterin Elli Philip. Elli 1 und Elli 2 wie sie hier genannt werden. Peter Nanzka hat die 91-Jährige extra aus Nauen abgeholt. Und das hat einen Grund: „Ohne Elli geht auf den Veranstaltungen einfach nichts“.

Elli Philip kennt fast jeden und ist so etwas wie die gute Seele im Seniorenbeirat. „Oberseniorin“ wird sie von einigen liebevoll genannt. Von ihrem Tisch in einer der hinteren Ecken des Saales, hatte sie das Geschehen genau im Blick. Mit dem Tanzen würde es nicht mehr so klappen, dafür setzt sie sich anders ein: Für die Weihnachtsfeier des Seniorenbeirats hatte sie kleine Fröbelsterne gebastelt. „Das ist eine sehr feinmotorische Arbeit, die die Finger fit hält“, so Elli Philip. Allerdings habe sie daran auch das ganze Jahr gearbeitet. In der anderen Ecke des großen Saals stand DJ Peter Ott hinter seinem Musikpult und moderiert ein Lied nach dem anderen an. Dazwischen blieb auch immer wieder Platz für einen flotten Spruch.

Auch nach über zwei Stunden war die „Tanzmaus“ Elli Burmeister kein Stück müde. So lange DJ Peter Ott weiter Musik spielte, tanzte auch sie weiter. Und niemand ist vor Elli Burmeister sicher. Sie fordert einfach jeden auf. „Auf einer Veranstaltung habe ich sogar den Dallgower Bürgermeister auf die Tanzfläche bekommen“, erzählte sie stolz. „Und mit dem Wustermarker werde ich auch noch tanzen“, kündigte Elli Burmeister an.

Von Danilo Hafer

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