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Havelland Fluchtweg fehlt – Landkreis sperrt Rathaussaal
Lokales Havelland Fluchtweg fehlt – Landkreis sperrt Rathaussaal
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07:10 27.10.2016
Haupteingang zum Wustermarker Rathaus. Quelle: Jens Wegener
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Wustermark

Ab sofort dürfen im Sitzungssaal des Wustermarker Rathauses im Dachgeschoss keine öffentlichen Versammlungen mehr abgehalten werden. Darüber hat der Landkreis Havelland die Wustermarker Verwaltung informiert. Eine Brandschau brachte ans Licht, was eigentlich längst bekannt war: Am Wustermarker Rathaus fehlen Fluchttreppen. Sollte im Gebäude ein Feuer ausbrechen, können die Mitarbeiter der Verwaltung oder Gäste nur über die Mitteltreppe ins Freie gelangen. Ist die durch Rauch oder Flammen blockiert, sieht es schlecht aus, besonders für die Leute in den oberen Etagen.

Problem war bekannt

Bereits vor einem halben Jahr hatte die Wustermarker Verwaltung die Gemeindevertreter auf besagten Missstand hingewiesen und vorgeschlagen, zwei Brandschutztreppen an den Giebelenden des Gebäudes anbauen und jede Etage an diese Treppen anbinden zu lassen. Die Gesetzlichkeiten bezüglich des Brandschutzes hätten sich geändert, so die Verwaltung damals. Der Bestandsschutz erlischt, wenn bauliche Veränderungen vorgenommen werden oder sich die Nutzung der Räume ändert. Analog wie an der Grundschule Wustermark sei ein zweiter Rettungsweg im Rathaus zwingend notwendig. „Wer will die Verantwortung übernehmen, wenn etwas passiert? Dann müssen wir uns fragen lassen, ob wir alles Nötige getan haben“, mahnte im Sommer eine Verwaltungsmitarbeiterin. Die Feuerwehr habe zudem signalisiert, dass im Brandfall an Evakuieren aus den Dachfenstern nur sehr schwer möglich sei.

Kosten wurden ermittelt

Die Kosten für die Fluchttreppen wurden ermittelt. Sie belaufen sich inklusive Bauarbeiten auf rund 172.000 Euro. Sogar die Finanzierung schien geklärt, weil man sich einig war, das nötige Geld aus angesammelten Mieteinnahmen des von der Ketziner Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (GWV) verwalteten Gebäudes zu nehmen. Doch Bürgermeister Holger Schreiber zog Ende Juni die Beschlussvorlage zum Anbau der Treppen zurück, nachdem die Mehrheit der Gemeindevertreter zunächst ein Nutzungskonzept für die obere Etage des Rathauses sehen wollte. Die dort untergebrachte Sozialstation Wustermark ist mittlerweile ausgezogen. Die Idee, in der oberen Etage durch Umbauten einen größeren Konferenzraum für etwa 100 Personen, dazu Büros für den Revierpolizisten, den Ortsvorsteher und die Gemeindebibliothek zu schaffen, fand bei den Gemeindevertretern grundsätzlich Zustimmung. „Das konkrete Konzept soll in der Novembersitzung vorgestellt werden“, sagt Vize-Bürgermeisterin Petra Guhr.

Kreis war bislang nicht zuständig

Bis auf Weiteres werden alle Gemeindevertretersitzungen entweder in der Oberschule Elstal oder der Grundschule Wustermark stattfinden. Die Fachausschüsse tagen in den Begegnungsstätten in den Ortsteilen, so Guhr.

1994 hatte die Kreisverwaltung die Baugenehmigung für das Rathaus erteilt und auch beim Umbau 2004/05 oder vorgeschriebenen regelmäßigen Brandschauen nicht auf fehlende Fluchttreppen hingewiesen. „Der Landkreis ist erst seit Anfang 2014 für die Durchführung der Brandverhütungsschau zuständig. Bis Ende 2013 lag diese in Zuständigkeit ehrenamtlicher Brandschutzprüfer“, sagte Kreissprecherin Caterina Rönnert. „Seit Inkrafttreten der Brandverhütungsschauverordnung liegt die Zuständigkeit beim Ordnungsamt des Kreises“, so Rönnert weiter.

Von Jens Wegener

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