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Staatssekretärin auf Asyltour

Erster Besuch in der Unterkunft am Grünauer Weg Staatssekretärin auf Asyltour

Sozialstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt besuchte auf ihrer asylpolitischen Tour durch alle Landkreise am Mittwoch die Gemeinschaftsunterkunft im Grünauer Weg in Rathenow. In einem Gespräch mit Landrat Burkhard Schröder, der Sozialamtsleiterin des Landkreises Elke Franke und Heimleiterin Christine Milde kamen aktuelle Probleme zur Sprache.

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Staatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt (l.) im Gespräch mit Heimleiterin Christine Milde.

Quelle: Ch. Schmidt

Rathenow. „Wenn sie so entspannt lächeln, ist ja nicht viel zu tun“, begrüßte Sozialstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt (Die Linke) am Mittwochnachmittag die Mitarbeiterin vom Wachschutz in der Asylbewerberunterkunft am Grünauer Weg. In der Tat machten das Haus und seine Bewohner einen entspannten Eindruck. In der Küche brutzelte sich ein junger Mann Hühnchenfleisch und auf dem Hof saßen sechs junge Männer im Schatten und unterhielten sich.

Staatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt in der Küche der Unterkunft

Staatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt in der Küche der Unterkunft.

Quelle: Christin Schmidt

Den Tisch und die Stühle hat ein hilfsbereiter Bürger für das Heim gekauft, erzählte Heimleiterin Christine Milde. Sie führte die Staatssekretärin gemeinsam mit Landrat Burkhard Schröder (SPD) und der Sozialamtsleiterin des Landkreises, Elke Franke durch das Haus. Der Besuch war Teil der asylpolitischen Tour die Sozialministerin Diana Golze (Die Linke) und ihre Sozialstaatssekretärin derzeit durch sämtliche Landkreise Brandenburgs führt. Die Politikerinnen wollen sich vor Ort über die Unterbringung von Asylsuchenden informieren und über Probleme sprechen. Es war der erste offizielle Pressetermin in der neuen Unterkunft in Rathenow. Erst im Februar wurde das Haus bezogen, das mit 86 Bewohnern voll belegt ist.

690 Asylbewerber leben zurzeit im Havelland

Menschen aus 14 Ländern sind hier untergebracht, der Großteil davon sind junge Männer, wie Heimleiterin während eines kurzen Rundgangs informierte. Nur vier Kinder, davon zwei aus Russland und zwei aus Syrien leben aktuell hier. Üblicherweise werden Familien oder alleinstehende Frauen mit Kindern in Wohnungen untergebracht. Das wird auch künftig so bleiben, machte Burkhard Schröder in einem Pressegespräch deutlich.

Insgesamt leben zurzeit 690 Asylbewerber im gesamten Landkreis, 444 davon sind in diesem Jahr aufgenommen worden. 267 Menschen konnten in Wohnungen untergebracht werden, der Rest verteilt sich auf die Unterkünfte in Rathenow, Premnitz, Friesack und Falkensee. Allein in der Kreisstadt leben momentan nach Auskunft des Landkreises 251 Asylbewerber. Für dieses Jahr liegt die Prognose aktuell bei etwa 1000 Menschen, die der Landkreis aufnehmen wird. Elke Franke geht davon aus, dass die Zahl noch einmal nach oben korrigiert wird. Für das Land Brandenburg insgesamt rechnet man derzeit noch mit rund 14.600 Asylbewerbern. „Es werden aber sicher mehr“, machte Hartwig-Tiedt deutlich. Täglich würden rund 500 Menschen in der Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt ankommen.

Novellierung des Landesaufnahmegesetzes soll Landkreise entlasten

Der enorme Zustrom von Menschen die Zuflucht suchen bedeutet für den Landkreis einen hohen finanziellen und organisatorischen Aufwand. Zu den drängendsten Problemen gehöre unter anderem die Sprachbarriere, wie Milde berichtete. Das Übersetzen erfolgt oft in mehreren Schritten zum Beispiel von Arabisch in Englisch und dann ins Deutsche. Dabei würden auch sprachbegabte Bewohner helfen. Die Bürgerschaft reagiere insgesamt positiv auf das Haus. „Es kommen sehr viele Spenden“, so Milde. Beschwerden gebe es natürlich auch, zum Beispiel wenn ein Ball über den Zaun hopse, aber keine Aggression.

Staatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt (2

Staatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt (2. v. r.) mit Landrat Burkhard Schröder (l.), Christine Milede (r.) und Elke Franke.

Quelle: Christin Schmidt

Entlastung für den Landkreis soll eine Novellierung des Landesaufnahmegesetzes bringen. Unter anderem sei geplant den Betreuungsschlüssel der aktuell bei 1:120 liegt deutlich zu senken. Zudem soll es künftig auch Unterstützung für die Unterbringung in Wohnungen geben. Die Landesregierung unterstützt außerdem ehrenamtliche Willkommensinitiativen mit maximal 1000 Euro. Das Geld könne ab sofort beim Landesamt für Soziales und Versorgung (LASV) beantragt werden, so Hartwig-Tiedt.

Eines dürfe man neben all den Problemen aber nicht vergessen, machte die Staatssekretärin am Ende ihres Besuchs noch einmal deutlich, „die Situation bringt durchaus auch Chancen mit sich“.

Von Christin Schmidt

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