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Havelland Flüchtlinge bitten Kreistag um Hilfe
Lokales Havelland Flüchtlinge bitten Kreistag um Hilfe
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00:27 03.10.2015
Christian Bae Essongo, Johnson Semol Mankong, Valantin Tawelt Djaya und Wolfgang Hundt (von links) in Premnitz vor der Skulptur „Solidarität“. Quelle: Bernd Geske
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Premnitz

Die Einwohnerfragestunde des letzten Kreistags hat eine Gruppe von Asylbewerbern aus Kamerun genutzt, um Abgeordnete und Verwaltung um Hilfe zu bitten. Drei Wünsche haben sie vorgetragen: Sie möchten hier arbeiten, eine Ausbildung machen und besser Deutsch lernen. Untergebracht sind sie seit über einem Jahr in der Premnitzer Gemeinschaftsunterkunft und weil sie französisch sprechen, hat der Premnitzer Wolfgang Hundt für sie übersetzt. Das passte gut, weil er als Abgeordneter der Linken sowieso im Kreistag sitzt. Als Vorsitzender der Deutsch-Französischen Gesellschaft Premnitz bringt er zudem seine Sprachkenntnisse schon seit längerem mit ein, um Asylbewerbern aus Kamerun beim Umgang mit Behörden und allen möglichen weiteren Angelegenheiten zu helfen.

Kreisverwaltung erstellt Datei mit Berufen

Landrat Burkhard Schröder (SPD) sagte, er finde die Wünsche der Asylbewerber „völlig verständlich“. Er sei gern bereit, das Thema an einem anderen Platz tiefer zu erörtern. Über Chancen und Hemmnisse könne mit den Asylsuchenden in diesem Jahr noch gesprochen werden. Der Gesetzgeber habe die Möglichkeit eröffnet, erinnerte der Landrat, dass Asylbewerber nach sehr kurzer Zeit in den Arbeitsmarkt können. Ob das gelinge, hänge aber von den Angeboten der Wirtschaft ab. In der Kreisverwaltung arbeite man gegenwärtig daran, teilte er mit, eine Personaldatei mit Berufsabschlüssen und Grundangaben von Asylbewerbern zu stellen, mit der man Verbindungen zur Wirtschaft aufbauen könne.

Zur Gruppe der Asylbewerber, die im Kreistag waren, gehörten Valantin Tawelt Djaya, Christian Bae Essongo und Johnson Semol Mankong. Sie sind Friseur, Verkäufer und Automechaniker von Beruf und 25 bis 33 Jahre alt. Sie hatten alle kurz nach ihrer Ankunft in Premnitz einen Deutschkurs über drei Monate, den der Landkreis finanziert. Doch wie sie sagen, reichen danach ihre Sprachkenntnisse nicht aus, um sich gut verständigen zu können. Sie arbeiten schon jetzt unentgeltlich stundenweise bei der Objektpflege ihrer Unterkunft und im Premnitzer Jugendklub. Auch im Freibad der Stadt haben sie geholfen und waren kürzlich sogar bei einem Rennen des Radteams Rathenow an einem Kontrollpunkt als Helfer dabei.

Arbeit ist ein Wunsch, den viele haben

Die drei Flüchtlinge aus Kamerun sagen, sie würden gern auch einen neuen Beruf erlernen, wenn sie die Gelegenheit dazu bekämen, oder sich anderweitig qualifizieren. „Arbeit ist ein Wunsch, den viele Asylbewerber haben“, sagt Wolfgang Hundt, der in Premnitz engeren Kontakt mit den rund 15 Flüchtlingen aus Kamerun hat. Er finde, dass man helfen müsse. Gegenwärtig werde etwa ein Raum nahe der Unterkunft gesucht, in dem eine Werkstatt für die Fahrräder für Asylbewerber eingerichtet werden könne. Christian Bae Essongo lässt übersetzen, er sei sehr froh, hier sein zu dürfen und habe nur den Wunsch, bleiben zu dürfen, um zu lernen, zu arbeiten und zu leben. Valantin Tawelt Djaya teilt mit, Premnitz sei für ihn die schönste Stadt der Welt. Hier fühle er sich geborgen und habe schon viele Freunde gefunden. Sein sehnlichster Wunsch sei nun, in diesem „kleinen Paradies“ dauerhaft leben und arbeiten zu können.

Von Bernd Geske

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