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Havelland Nach zwölf Wochen fit für den Arbeitsmarkt
Lokales Havelland Nach zwölf Wochen fit für den Arbeitsmarkt
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00:18 21.02.2016
Zehn Flüchtlinge nehmen derzeit teil am Projekt in Rathenow. Quelle: Bernd Geske
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Rathenow

Das Institut für Kommunikation und Wirtschaftsbildung (IKW) in Rathenow hat mit dem ersten Projekt begonnen, das Flüchtlinge fit für den deutschen Arbeitsmarkt machen soll. Beim IKW im Grünauer Fenn läuft seit Anfang November 2015 eine völlig neuartige Fördermaßnahme mit dem Titel „Perspektive für Flüchtlinge“, mit der den Teilnehmern im Idealfall innerhalb von zwölf Wochen der Weg zu einem Job geebnet wird. Wie Cornelie Schlegel, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Neuruppin, sagt, sind für das erste Projekt dieser Art bislang Asylbewerber ausgewählt worden, bei denen eine möglichst schnelle Integration in den Arbeitsmarkt erwartet werden kann. Angenommen werden natürlich nur Asylbewerber, die schon Kenntnisse der deutschen Sprache haben.

Zugang nur mit dem Aufenthaltsstatus „Gestattung“ oder „Duldung“

Zugang zu dem Projekt erhalten nur Asylbewerber mit dem Aufenthaltsstatus „Gestattung“ oder „Duldung“, die auch schon eine Arbeitserlaubnis bekommen haben. Das Programm beginnt in den ersten vier Wochen mit der Profilfeststellung. Für jeden Teilnehmer werden Informationen über die im Ausland erworbenen Abschlüsse zusammen gestellt. Ihnen werden Informationen über den deutschen Arbeitsmarkt und Sprachkenntnisse für die nächste Phase vermittelt. Dieser dann folgende, sechs Wochen lange Abschnitt ist der Kern der Maßnahme. Die Teilnehmer durchlaufen den praktischen Teil ihrer Bildungsmaßnahme, der in einem „Echtbetrieb“ stattfindet. Mit diesem Fachbegriff ist die Tätigkeit in einem real existierenden Unternehmen der freien Wirtschaft gemeint. Dort sollen die Kompetenzen der Teilnehmer präzisiert werden und sie sollen parallel laufend einen berufsbezogenen Sprachunterricht bekommen.

Zum Abschluss gibt es eine zweiwöchige Bewerbungsphase. Die Fachkräfte des IKW unterstützen die Teilnehmer bei Bewerbungen und der Arbeitssuche. Diese erhalten am Ende eine Teilnahmebestätigung mit allen zusammengetragenen Angaben zu den bei ihnen festgestellten Kompetenzen. Das soll sie bereit machen für die Aufnahme einer Beschäftigung - auch weil ihnen während der Maßnahme tiefergehende berufsbezogene Sprachkenntnisse vermittelt werden. Zehn Flüchtlinge sind in die Maßnahme bislang aufgenommen worden. Es sind acht Männer und zwei Frauen. Am weitesten ist ein Mann, der sich bereits in einem Bewerbungsverfahren befindet. Die neun anderen sind in der abschließenden Orientierungsphase.

Arbeit in einem Betrieb und Sprachförderung

Das Projekt „Perspektiven für Flüchtlinge“ verbindet die Tätigkeit in einem Betrieb der Region mit dazu passender Sprachförderung.

Es begann im November 2015, läuft für jeden Teilnehmer zwölf Wochen und besteht aus drei Phasen.

In Phase 1 wird festgestellt, welche Kompetenzen die Teilnehmer haben.

Phase 2 ist die Praxis im Betrieb, verknüpft mit berufsbezogenem Sprachunterricht.

In der letzten Phase werden die Teilnehmer bei der Arbeitssuche und ihren Bewerbungen unterstützt.

Wie Cornelie Schlegel sagt, haben im gesamten Bereich der Arbeitsagentur Neuruppin jetzt solche Projekte begonnen. Zugang erhalten vorrangig Flüchtlinge aus den vier Ländern Syrien, Eritrea, Iran und Irak, weil sie nach den bisherigen Erfahrungen die größten Aussichten auf eine Anerkennung haben. Für den Bereich Rathenow der Agentur hat das IKW die Ausschreibung der Bildungsmaßnahme gewonnen. Kristina Kohn, Geschäftsführerin des IKW, teilt mit, dass es derzeit viele Unternehmen gibt, die bereit sind, als „Echtbetriebe“ für die Flüchtlinge zu fungieren.

Die maximale Kapazität liegt gegenwärtig bei 40 Teilnehmern

Wie genau das Projekt „Perspektive für Flüchtlinge“ in Rathenow jetzt weiter laufen wird, hängt von den tatsächlichen Entwicklungen ab. Es gebe einen Vertrag mit verschiedenen Optionen, sagt Cornelie Schlegel. Möglich sei eine maximale Laufzeit von bis zu drei Jahren, die gegenwärtige erste Vereinbarung sei geschlossen für ein halbes Jahr. Ohne Probleme sei es möglich, 20 Teilnehmer aufzunehmen. Die größtmögliche Kapazität sei nach dem jetzigen Stand bei 40 Flüchtlingen erreicht. „Es gibt gegenwärtig viele Berufsfelder, wo wir Flüchtlinge integrieren können“, erklärt Cornelie Schlegel, „die Aufgabe des Trägers IKW ist es nun herauszufinden, was die Teilnehmer können und wo sie eine Arbeit aufnehmen können.“

Von Bernd Geske

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