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Havelland Flüchtlinge zeigen umjubeltes Theaterstück
Lokales Havelland Flüchtlinge zeigen umjubeltes Theaterstück
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18:32 22.11.2016
Interkultureller Austausch: Junge Flüchtlinge und Rathenower Schüler haben sich im Blauen Saal ausgetauscht. Quelle: Christin Schmidt
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Rathenow

Vor gut einhundert Menschen auf der Bühne zu stehen und ein Theaterstück in einer fremden Sprache aufzuführen, erfordert Mut. Den haben knapp 40 minderjährige Flüchtlinge am Dienstagvormittag bewiesen. Im Blauen Saal des Kulturzentrums traten sie vor Schülern, Lehrern, Mitarbeitern des Instituts für Kommunikation und Wirtschaftsbildung GmbH (IKW) und Gästen des Interkulturellen Familiencafés der AWO auf.

Das Stück „Die rettende Insel“ hatten die Jugendlichen zusammen mit Sophia Hermann im Deutschunterricht erarbeitet. Darin erzählen sie beispielhaft von ihrer lebensgefährlichen Flucht über das Mittelmeer, die auf einer bewohnten Insel endet. Statt auf Skepsis oder gar Hass stoßen die Flüchtlinge dort auf offene Herzen. Die einfache Botschaft der Geschichte: Wenn jeder mit offenen Armen auf andere zugeht, profitieren alle davon. Das Bühnenbild mit dem tosenden Mittelmeer, dem Boot, der kleinen Insel, Möwen, Blumen und Palmen hatten die Darsteller selbst aus Tüchern, Pappe und Farbe gebastelt.

Flüchtlinge wünschen sich mehr Kontakt mit Deutschen

Beim Publikum kam die Geschichte gut an. Mit tosendem Applaus wurden die jungen Darsteller von der Bühne entlassen. „Das war nur der passive Teil. Jetzt sollt ihr aktiv mitmachen“, kündigte Matthias Bölle, Mitarbeiter beim IKW, den zweiten Teil der Veranstaltung an. Daraufhin mischten sich die Darsteller unters Publikum, um mit den Schülern verschiedene Fragen zu diskutieren. Unter anderem sollten sich die Jugendlichen überlegen, was sie gern zusammen unternehmen würden oder was für sie die wichtigste Erkenntnis des Stückes ist. Neben Toleranz und Akzeptanz fielen hier Begriffe wir Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft. Auch der Mut der Darsteller wurde gewürdigt. Ähnlich wie auf der Insel, waren im Blauen Saal keine Berührungsängste zu spüren.

„Uns hat es sehr gut gefallen“, lautete das Fazit von Amran. Besonders hervor hob er die Begegnung mit den deutschen Jugendlichen. „Und wir haben neue Wörter gelernt, zum Beispiel Toleranz“, fügte Yaser hinzu. Beide sind 17 Jahre alt und aus Afghanistan nach Deutschland gekommen. Sie würden gern viel mehr Kontakt mit Deutschen haben. „Dann könnten wir auch die Sprache schneller lernen und die Gesetze und Regeln, die hier gelten“, so Amran. Beide sind sich einig, dass sie das Stück auf jeden Fall noch einmal aufführen würden.

Die knapp 40 jungen Darsteller aus Syrien, Afghanistan, Ägypten, Guinea und dem Irak sind alle allein nach Deutschland gekommen. Einige traten die Flucht ohne ihre Familie an, anderen haben ihre Angehörigen auf dem Weg nach Europa verloren.

Am Ende standen die Darsteller mit Rathenower Schülern aus dem Publikum gemeinsam auf der Bühne. Quelle: Ch. Schmidt


Von Christin Schmidt

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